Wasser marsch nach dem Gassigehen
Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserschaft der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute: Wasser für Wuffis Werk.
Die Wiener machen Ernst. Wer im Bezirk Neubau mit dem Hund spazieren geht, soll künftig nicht nur die Tüte fürs große Geschäft dabeihaben, sondern auch ein Fläschchen Wasser fürs kleine. "Schönes Gassi" heißt das Projekt in dem dicht bebauten Stadtteil, in dem rund 600 Hunde leben. Hebt Bello am Baum das Bein, heißt es anschließend für Herrchen und Frauchen: Wasser marsch.
Denn was Wuffi unten ablässt, bekommt dem Stadtgrün offenbar gar nicht gut. Hundeurin könne die Rinde angreifen, die Schutzschicht der Bäume schwächen und Krankheitserregern oder Pilzen den Weg in den Stamm erleichtern, erklären die Initiatoren. Also wird nachgespült. Ein Schluck Leitungswasser hinterher - fertig ist die mobile Baumpflege. Die Methode mit dem Fläschchen wird bereits in Spanien, Italien, der Schweiz und Japan praktiziert.
Und wann kommt das "Flascherl" an die Nordsee? In Cuxhaven hätte die Sache immerhin einen unschlagbaren Vorteil: Wasser ist vorhanden. Reichlich. Und meistens kommt es sogar von selbst - gern waagerecht. Man sieht sie schon vor sich, die norddeutsche Gassi-Grundausstattung: Leine, Kotbeutel, Wasserflasche, Regenjacke, Mütze - und irgendetwas zum Festhalten, falls der Westwind mal wieder kräftiger weht als gedacht. Bleibt nur ein Problem: dem Hund zu erklären, warum er minutenlang die perfekte Stelle für sein Geschäft sucht - und sein Mensch sie zwei Sekunden später wieder wegspült.
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