30-Jähriger aus Neuhaus gehört zu Europas besten Trickski-Fahrern
NEUHAUS. Wasser ist sein Element. Auch wenn er bestenfalls nicht im, sondern auf diesem seine Tricks zeigt. Der 30-Jährige Neuhäuser Oliver Marks gehört zu Europas besten Trickski-Fahrern, war schon mehrfach Deutscher Meister, geht im nächsten Monat wieder international auf Titeljagd und trainiert gerade täglich auf seiner Heimanlage für den perfekten Wettkampflauf.
Marks ist ein alter Hase im Wasserskisport. Seit mehr als zwölf Jahren steht er bei nationalen und internationalen Wettbewerben auf dem Wasser - meist ganz weit oben auf dem Podest. Mit seinen 30 Jahren gehört er noch immer zu den Besten seiner Zunft, seine Konkurrenten auf dem Trickski sind oft deutlich jünger. "Solange es noch Spaß macht, bleibe ich dabei", sagt Oliver Marks. Und den hat er offensichtlich. Auf dem Wasser fühlt er sich am wohlsten.
In diesen Tagen ist er täglich am Wasserskilift in Neuhaus. Meist abends, wenn der Besucheransturm etwas abklingt. Dann trainiert er seine Tricks und Flips (Salti), dreht sich mehrfach um die eigene Körperachse und sorgt vor allem bei den Zuschauern am Ostesee für Staunen. Im Repertoire des 30-Jährigen sind mittlerweile mehr als 30 Tricks. Im Wettkampf hat er aber nur Zeit für 14 - darunter acht Flips. Mehr Zeit bleibt nicht. Rund 40 Sekunden haben er uns seine Kontrahenten, um die Jury mit spektakulären Drehungen und Sprüngen zu beeindrucken. Bestenfalls ohne Sturz. Dann kann der Titeltraum schnell zerplatzen.
Viel Glück im Vorlauf
Einen solchen erlebte Marks auch bei den Deutschen Meisterschaften im Rahmen der "Dutch Open" im niederländischen Weert. Da er im Vorlauf früh Bekanntschaft mit dem Wasser machte, waren seine Chancen auf das Finale eigentlich vertan. Die Videokamera, mit der die Schiedsrichter die Läufe bewerten, hatte jedoch einen Defekt, sodass Marks erneut starten durfte. "Ich hatte so unverschämtes Glück", sagte er. Im Wiederholungslauf zeigte er dann gewohnt sicher seine Tricks und qualifizierte sich für das Finale. Dort wurde es extrem spannend. Im Dreikampf mit Niklas Heinicke vom WSV Friedberg sowie dem im Rahmen der Mannschaftsmeisterschaft für den WSC Schloß Dankern startenden Slowaken Alexander Vasko hatte Marks knapp das Nachsehen. Mit 6.560 Punkten landete er auf dem dritten Platz. Alexander Vasko erreichte eine Punktzahl von 6.580, Niklas Heinicke 6.820. Marks wurde somit Deutscher Vizemeister. "Ich habe zwar meinen Titel nicht verteidigen können, bin aber sehr zufrieden", so Marks. Eine Woche später ging der Dreikampf in die nächste Runde bei den "Slovak Open" in Kosice. Der Neuhäuser egalisierte mit 7.200 Punkten seine persönliche Bestleistung, musste sich dennoch mit Platz zwei begnügen. Der Slovake Alexander Vasko zeigte auf seiner Heimanlage eine "Weltklasse-Leistung" und verpasste mit 8.570 Punkten nur knapp den derzeitigen Weltrekord. "Das ist schon ein richtig geiler Lift", so Marks.
EM-Medaille als Ziel
Nun bereitet sich der 30-Jährige intensiv auf die anstehen Europameisterschaft vor. Diese wird auch in Weert ausgetragen. Marks gehört zum Favoritenkreis. "Mein Ziel ist eine Medaille", sagt er. Das ist nicht unrealistisch, da in der Sportart eigentlich die Sportler aus Weißrussland dominieren. Durch den anhaltenden Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Sanktionen wurden die weißrussischen Athleten jedoch von der EM ausgeschlossen. "Das tut mir für die Leute extrem leid", sagt Marks. Die EM wird am 22. September beginnen, bereits eine Woche vorher reist er mit den anderen deutschen Teilnehmern in die Niederlande um sich optimal vorzubereiten.
Im Oktober in Tel Aviv?
Vermutlich wird es nicht der letzte Wettkampf in diesem Jahr gewesen sein für Marks. Der Neuhäuser überlegt, im Oktober zu den "Tel Aviv Open" zu fahren, da auf dem Lift im kommenden Jahr auch die Weltmeisterschaft ausgetragen werden soll. Der Trickski-Spezialist kommt viel rum in der Welt. Finanziell lohnt es sich aber nicht. Preisgelder gibt es kaum. Die Reisen müssen zumindest aus eigener Tasche mitfinanziert werden. "Der Aufwand ist professionell, der Ertrag jedoch unprofessionell", so Marks. Dennoch liebt er das, was er macht. Und das sei für ihn das Allerwichtigste.