30 Jahre Reha Centrum Cuxhaven: Gojny im Porträt
CUXHAVEN. 30 Jahre Reha Centrum Cuxhaven: Martin Gojny setzt auf familiäre Atmosphäre und qualifiziertes Team. Von Jens J. Potschka
Mit wachen Augen schaut Martin Gojny aus seiner „Zelle der Justizvollzugsanstalt Döse“ in den gut ausgestatteten MTT-Trainingspark. Die Abkürzung steht für Medizinische Trainings-Therapie. An etlichen Geräten hier im Reha Centrum Cuxhaven arbeiten an diesem Morgen schon um 8 Uhr die Patienten mit ganz unterschiedlichen gesundheitlichen Themen ihren speziell für sie zusammengestellten Trainingsplan ab.
Martin Gojny und seine sportwissenschaftliche Mitarbeiterin Panagiota Kountoura haben die Patienten im Blick. Bei Bedarf greifen sie korrigierend ein, geben Ratschläge oder zeigen selbst, wie die jeweilige Übung ordnungsgemäß ausgeführt werden muss, damit sich der gewünschte Therapieerfolg auch einstellt.
Auf der Behandlungsliege vor Martin Gojny hat es sich soeben ein Patient bequem gemacht. Noch hat er gut lachen. Das kleine Holzschild mit dem Hinweis „JVA Döse“ über der Behandlungs-Zelle ist natürlich witzig gemeint. Doch wer hier zum Liegen kommt, ist nicht zu seinem persönlichen Vergnügen da. Auch hier gilt, wie für die meisten Dinge im Leben: Vor den ersehnten Erfolg haben die Götter jede Menge Schweiß gesetzt.
Viele Menschen, die in die Kurpark-Residenz in das Centrum für ambulante Rehabilitation und Krankengymnastik nach Cuxhaven-Döse kommen, haben einen Wege- oder Arbeits-Unfall erlitten. Das 14-köpfige, engagierte Team des Reha Centrums hat die richtigen Mittel, die Möglichkeiten und das nötige Fachwissen parat, um den Menschen ganz individuell wieder auf die Beine zu helfen und das seit mittlerweile 30 Jahren. „Am 16. Mai 1988 haben wir unsere erste Krankengymnastik-Praxis ,Hohe Worth‘ in Duhnen eröffnet“, erinnert sich Martin Gojny, der als Ältestes von drei Geschwistern in Kiel geboren wurde. Nach erfolgreichem Realschulabschluss an der Geschwister-Scholl-Schule in Cuxhaven-Altenwalde absolvierte Gojny in Osnabrück eine dreijährige Ausbildung zum Krankengymnasten.
„Einen Teil meiner Ausbildung habe ich in der Nordheimstiftung in Sahlenburg erhalten, an der schon vor vielen Jahrzehnten mit Hüftgelenkprothesen gearbeitet wurde“, berichtet der Krankengymnast, der nach dem Examen viele praktische Erfahrungen sammelte, unter anderem in einer Rheuma-Fachklinik. „Ich war 1988 der erste Rückenschullehrer in Cuxhaven und habe seinerzeit fast jeden Abend Kurse gegeben“, erzählt Gojny, der 1993 mit seiner Praxis erstmalig umzog. Mit familiärer Unterstützung seines Schwiegervaters baute er das ehemalige Kurmittelhaus Döse an der Nordfeldstraße zu einem Therapiezentrum aus. Die Einrichtung erfüllte alle Voraussetzungen zur Anerkennung der ambulanten Rehabilitation (EAP) durch die Berufsgenossenschaften und hatte damit in der ganzen Region ein Alleinstellungsmerkmal.
Doch Martin Gojny schätzt keinen Stillstand. Ständig entwickelt er neue Ideen, die er manchmal in den Schubladen seines Kopfes ablegt, sie dort reifen lässt, um sie dann wenige Monate später seiner Frau Karin und seinem Team zu präsentieren.
Seit 1998 hat das Reha Centrum Cuxhaven seinen angestammten Platz in der Kurparkresidenz in Döse. Auf 640 Quadratmetern Fläche ist auch das „Pro Vital’is Fitness- und Gesundheitsstudio“ untergebracht, das in Kürze komplett umgestaltet werden soll und neue Geräte erhält. „Die Digitalisierung macht auch vor der Fitnessbranche nicht halt. Deshalb haben wir uns für ein Trainingssystem mit Geräten entschlossen, das hier im Elbe-Weser-Dreieck einmalig sein wird“, macht Gojny, der sich als Teamplayer versteht, neugierig. „Ich bin in unserem Reha-Zentrum einer von 15. Jeder von uns hat seine Stärken, die wir unseren Patienten zugutekommen lassen“, sagt Martin Gojny, blickt dem Mann auf der Behandlungsliege vor ihm tief in die Augen und entlässt ihn auf die Trainingsfläche.