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Besatzaktion

Aale für die Oste

19.07.2013 Zuletzt aktualisiert: 11.06.2022 10:38 Uhr

OSTEN. „Fett wie Wale“ sind die Jungaale noch nicht, die am Donnerstag in die Oste eingesetzt worden sind. Aber das sollen sie ja in den nächsten Jahren auch erst werden. Nur rund fünf Gramm wiegt jeder der fast 94 000 Farmaale, die der Transporter der Aalversandstelle aus Halstenbek nach Osten brachte.

Auf dem Fährplatz wurden die Aale an die Angelsportvereine entlang der Oste verteilt, um sie an verschiedenen Stellen dem Fluss zu übergeben. Die Ostepachtgemeinschaft und ihre Mitgliedsvereine sowie der FSV Bremervörde und die ARGE Wanderfische hatten sehnsüchtig darauf gewartet, die knapp 470 Kilogramm Fisch in Empfang zu nehmen. Die große Besatzaktion wird zum Großteil aus EU- und Landesmitteln gefördert. Insgesamt setzen die niedersächsischen Angelsportler, organisiert vom Landessportfischerverband, in diesem Jahr über 4000 Kilogramm Aale, etwa 570 000 Stück, in die heimischen Flüsse ein, um den Bestand der Aale zu sichern.

Die Besatzaktionen, die seit drei Jahren stark ausgeweitet worden sind, sollen dazu beitragen, das Überleben der Aale in der freien Natur zu sichern. In der Oste sollen sich die Aale ein paar Jahre lang richtig fett fressen, bis sie bereit sind für ihre große Reise durch den Atlantik zu den Laichgründen in der Sargassosee. Bis vor wenigen Jahren schien der Wanderfisch extrem gefährdet. Die Fischer klagten über immer geringere Fänge. Der Aal, einer der beliebtesten Speisefische überhaupt, wurde vom Massenfisch allmählich zur seltenen Spezies. Die Zahl der Glasaale hatte seit 1980 um bis zu 98 Prozent durch Verbauung von Fließgewässern aber auch Überfischung der Bestände in Süd- und Westeuropa abgenommen.

Inzwischen scheint die akute Gefahr des Aussterbens gebannt. Die Fangmengen sind heute um ein Vielfaches höher als noch vor einigen Jahren. Allerdings sei es noch zu früh von einer nachhaltigen Erholung der Bestände zu sprechen, warnt Wolfgang Schütz, Vorsitzender der Oste-Pachtgemeinschaft und der ARGE Wanderfische. Der 61-jährige Ostener verweist darauf, dass die Sportfischer entlang der Oste bereits vor zwei Jahren ein wichtiges Signal für den Artenschutz gegeben hätten, indem sie freiwillig das Mindestmaß für den Aalfang auf 45 Zentimeter erhöhten. „Das war richtungsweisend für alle anderen“, so Schütz. Erst in diesem Frühjahr ist dann die Niedersächsische Küstenfischereiordnung geändert worden.

Von Ulrich Rohde

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