Abriss in Bremerhaven: Karstadt-Haus macht Platz für neue Pläne
BREMERHAVEN. Für 15 Millionen Euro kauft die Stadt Bremerhaven das Karstadt-Gebäude. Platz für eine moderne Einkaufs-, Wohn- und Arbeitswelt soll geschaffen werden.
Der größte Leerstand der Bremerhavener Innenstadt ist Geschichte: Die Stadt kauft den ehemaligen Karstadt-Komplex für 15 Millionen Euro von einem belgischen Immobilienfonds. Das Gebäude soll abgerissen und der ganze Bereich vom Eulenhof-Grundstück bis zur Straße Am Alten Hafen neu entwickelt werden. Architekt Andreas Heller hat bereits einen Entwurf vorgestellt, den sich die Ditzen-Gruppe als ein erster Investor vorstellen kann.
Kaufvertrag notariell unterzeichnet
"Der Stadt ist es gelungen, die ehemalige Karstadt-Immobilie von einem Immobilienfonds anzukaufen, der Kaufvertrag ist notariell unterzeichnet. Damit er wirksam wird, müssen nun Magistrat und Stadtverordnetenversammlung zustimmen", sagte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) am Freitag. 15 Millionen Euro muss die Stadt auf den Tisch legen. 12,5 Millionen kommen aus dem Bremen-Fonds des Landes, weitere 2,5 Millionen werden aus dem Bremerhaven-Fonds fließen müssen. Die Koalition aus SPD, CDU und FDP habe bereits Zustimmung signalisiert.
"Nun ist es möglich, einen dicken faulen Zahn in unserer Innenstadt zu ziehen. Das ist ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung des Oberzentrums Bremerhaven", sagte Grantz. Bürgermeister Torsten Neuhoff (CDU) als Kämmerer und Dezernent für die Stadtplanung betonte: "Wir werden nun alles daransetzen, schnell die neuen Chancen für die Innenstadtentwicklung zu nutzen."
Gespräche mit Investoren
Architekt Andreas Heller (Deutsches Auswandererhaus/ "The Liberty"-Hotel) stellt einen Entwurf vor, den er als Initiativ-Architekt mit dem potenziellen Investor, der Ditzen-Gruppe, ersonnen hat. Es gebe in Kürze Gespräche mit weiteren Investoren, die für das Projekt benötigt werden, sagt Grantz.
Moderne Architektur
Der Riegel, der die touristischen "Havenwelten" und die Innenstadt trennt, soll durch moderne Architektur mit einer Freitreppe und einer Brücke beseitigt werden. Ein Medienhaus, Platz für Wohnungen, Räume für kleinteiligen Einzelhandel und Kunsthandwerk könnten entstehen, ebenso eine Markthalle für regionale Produkte. Für diese Ideen will die Stadt zügig Vorbereitungen treffen: Bereits in den nächsten Wochen sollen die Kosten des für 2022 geplanten Abrisses und für nötige provisorische Übergänge kalkuliert werden.
Von Maike Wessolowski
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