Seltener Vogel:

Albatros ist auf Helgoland gelandet

09.04.2016

HELGOLAND. Der Albatros ist auf den Helgoländer Vogelklippen gelandet. Das dritte Frühjahr in Folge fliegt der seltene Vogel die Hochseeinsel an. Von Wiebke Kramp

Er ist also wieder da. Da Albatros sitzt seit Sonnabend (9. April) am Lummenfelsen, vermeldet Rebecca Störmer vom Verein Jordand. Unbestätigten Meldungen zufolge soll er  bereits am Donnerstag auf Helgoland gesichtet worden sein.

Von Frankreich aus hat sich das beeindruckende Tier auf den Weg Richtung Nordsee gemacht haben.

Der Schwarzbrauenalbatros (Thalassarche melanophris) – ein imposantes Tier mit bis zu 2,40 Metern Flügelspannweite – ist in nördlichen Breiten ein seltener Irrflieger. Beheimatet ist er eigentlich auf der Südhalbkugel.

Wie der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) mitteilte, wurde der Albatros zuvor in den vergangenen Tagen bereits zweimal vor der französischen Küste auf dem Weg in Richtung Nordsee beobachtet – am 27. März vor der Atlantikinsel Noirmoutier am Nordrand der Biskaya und kurz darauf rund 90 Kilometer nordwestlich der Insel Quiberon.

Er hat das Zeug zum Dauergast: Erstmals auf Helgoland wurde der Albatros im Mai 2014 gesichtet und ließ sich anschließend noch zweimal wieder blicken. 2015 flog er bereits im April zum ersten Mal den Vogelfelsen an – wiederum zu mehreren anschließenden Besuchen, sehr zur Freude von ornithologisch Interessierten, die von weither anreisten, um den seltenen Vogel zu beobachten. Er bot stets hohen Schauwert, indem er zwischen den Köpfen der Beobachter Kapriolen flog. In der Luft ist er ein majestätischer Meisterflieger. Am Boden allerdings ein Tollpatsch – und auch das Landen ist nicht so seine Stärke.

Der Verein Jordsand ist für die Betreuung von Deutschlands kleinstem Naturschutzgebiet, dem Helgoländer Lummenfelsen, zuständig. Biologin Rebecca Störmer als Projektstellenleiterin von Jordsand freut sich , dass der imposante Vogel sich das dritte Jahr in Folge nach Helgoland begebem hat. 

Der Albatros erlebt jetzt an  an den Vogelklippen jede Menge Betriebsamkeit, Spektakel und lautstarkes Geschrei. Trottellumme, Basstölpel, Dreizehnmöwe oder Tordalk haben ihr Brutgeschäft am Lummenfelsen aufgenommen. Für Rebecca Störmer ist da der Albatros die Krönung – und wie es sich für einen echten Ehrengast gehört, hat er auf sich warten lassen. Doch anders als die Meeresvögel auf den Klippen aus Buntsandstein wird dieses Tier allerdings wohl Single bleiben. Brutplätze des Schwarzbrauenalbatros liegen Tausende Kilometer entfernt auf Inseln rund um die Antarktis, auf den Falklandinseln oder der Campbell-Insel vor Neuseeland – und Sichtungen von Albatrossen auf der Nordhalbkugel haben Seltenheitswert, sodass ein Partner nicht in Sicht ist.

Dass sich Irrflieger anderen Vogelkolonien anschließen, ist bei Vogelkundlern bekannt. In Großbritannien hielt sich zum Beispiel über 20 Jahre lang jeden Sommer regelmäßig ein Albatros  in einer Seevogelkolonie auf.

Der Helgoländer Albatros ist sicherlich wieder ein Zugvogel, der für die Anreise von Ornithologen von weither sorgt. Bereits jetzt sind auf dem fast 60 Meter hohen Klippenrandweg jede Menge „Dreibeiner“ unterwegs, wie die Vogelbeobachter wegen ihrer zum Einsatz kommenden Stative für die lichtstarken Spektive und Kameras genannt werden. Die Hochseeinsel in der deutschen Bucht ist ein wahres Vogelparadies – nicht nur wegen der in Deutschland einzigartigen Brutklippen, sondern auch als tierisches Erholungsgebiet während der Zugzeiten. Bisher sind dort insgesamt bereits 430 Vogelarten – von Aztekenmöwe bis Zwergschwan – nachgewiesen worden. Auch die ornithologische Arbeitsgemeinschaft (OAG) auf Helgoland.

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