Alkoholtestkäufe in Altenwalde und Nordholz
KREIS CUXHAVEN. Die Frau hinter der Supermarktkasse wirft einen flüchtigen Blick in das Gesicht des nächsten Kunden - ein junger Mann, hochgewachsen. Sie zieht die Flasche Wodka über den Scanner und verkauft ihm den hochprozentigen Alkohol. Das Problem: Der Käufer ist noch nicht 18.
Am Donnerstag führte die Polizei gemeinsam mit dem Jugendamt und der Bußgeldstelle Alkoholtestkäufe in Altenwalde und Nordholz durch. Es waren die letzten von insgesamt 109 Testkäufen in der Polizeiinspektion Cuxhaven/Wesermarsch in diesem Jahr.
Acht Supermärkte und Tankstellen werden an diesem Tag von Uwe Sandrock, Präventionsbeauftragter der Polizei, Gaby Thiemes von der Bußgeldstelle, Kirsten Folgmann vom Jugendamt und dem minderjährigen Testkäufer Nik (Name von der Redaktion geändert) "abgearbeitet".
Kommt Nik mit einer Flasche Alkohol aus einem Geschäft, setzen sich Kirsten Folgmann und Gaby Thiemes mit der Kassiererin und der Marktleitung zusammen. Je nach Einkommen verhängt Thiemes für die Ordnungswidrigkeit ein Bußgeld. "Wir wollen niemanden in Schulden stürzen. Aber es soll ein Schuss vor den Bug sein", sagt sie.
Kirsten Folgmann nimmt sich gerne Zeit für ein ausführliches Gespräch: "Ich möchte Verkäufern nicht das Gefühl geben, dass sie etwas Böses gemacht haben, sondern sie auffangen", so die Sozialpädagogin.
Die Abgabequote liegt in diesem Jahr bei 56,88 Prozent. "Wenn einmal ein Testkauf ist und wir nichts kriegen, dann bin ich zufrieden", sagt Uwe Sandrock. Im nächsten Jahr wird es wieder Alkoholtestkäufe geben.
Von Verena Kovalik