Alte Liebe: Wird das Ambiente zerstört?

09.09.2008

"Seepavillon?-Investor möchte B-Plan-Änderung: Dreigeschossig plus Staffelgeschoss angepeilt

<b>cew. ? Das Konzept für den zweiten Bauabschnitt des "Seepavillons? (CN vom 16. Juli) soll während der Bauausschuss-Sitzung am Mittwoch, 10. September (Beginn 16.30 Uhr) vorgestellt werden. Die SPD-Fraktion hat sich inzwischen gegen eine B-Plan-Änderung ausgesprochen. </b> Jetzt gibt es auch Bedenken gegen die vom Investor angepeilte 3-geschossige Bebauung mit zusätzlichem Staffelgeschoss von Nachbarn Professor Dr. R.-J. Gleitsmann, Eigentümer des Lotsenhauses an der Alten Liebe: Der gültige Bebauungsplan lässt im Bereich des "Seepavillon?-Alt-Traktes lediglich Zweigeschossigkeit plus Staffelgeschoss zu. Professor Gleitsmann erinnert an ein Gespräch von Oberbürgermeister Arno Stabbert mit dem Investor Mitte des Jahres 2005 mit folgendem Ergebnis: Die Restaurant- und die Veranstaltungsräume des Hotels "Seepavillon? sollen erhalten werden. Auf eine Aufstockung des Restaurant-Bereichs wird verzichtet, wobei der ursprüngliche Zuschnitt aber weitestgehend erhalten bleibt. Doch nun soll dies und auch die Absprache mit OB Stabbert plötzlich nicht mehr gelten, kritisiert Prof. Gleitsmann mit Hinweis auf die vom Investor angepeilte dreigeschossige Bebauung mit Staffelgeschoss: "Damit überschreitet dieses Vorhaben alles bisherige weit, verstößt gegen alle vorherigen Absprachen und Zusicherungen und erfordert zudem noch eine Änderung des bestehenden Bebauungsplans.? Gleitsmann gibt zu bedenken: "Im sensiblen Bereich der ,guten Stube? Cuxhavens an der Alten Liebe mit Leuchtturm, Lotsenhaus, Seehaus, Kai-Ambiente (Gebäude am Pier/Voss), Wetterwarte und "Seepavillon?, dem im Rahmen von Neu-Bebauungsmaßnahmen eine Bäderarchitektur (vgl. "gelbes Haus? Am alten Hafen 5) bestens angestanden hätte, soll nun auswuchernde Architektur das Bild bestimmen und damit alles andere in den Hintergrund drücken, so dass das traditionelle Ambiente definitiv zerstört wird.? Dass es selbst bei moderner Bebauungsarchitektur auch anders geht, habe die Firma Voss mit der attraktiven Mall "Am Pier? augenfällig bewiesen ? eine Bebauung, "die das gesamte umliegende Areal deutlich aufgewertet hat?. Die üblichen "Totschlagsargumente? von Investoren, also Wirtschaftsförderung und Arbeitsplätze, differieren im Vergleich einer 2- zu einer 3-geschossigen Bebauung wenn überhaupt nur marginal, meint Gleitsmann: Dass die Stadt große Vorteile aus zusätzlichen mindestens sieben geplanten Eigentumswohnungen über der Rotunde des "Seepavillon?-Restaurants ziehen könnte, liegt für ihn nicht auf der Hand ? ebenso nicht der Bedarf an weiteren hochpreisigen Wohnungen in dem Bereich. Auch wenn durchaus nachvollziehbar sei, dass der Investor die Bebauungs-Nutzbarkeit seines Areals auszuweiten sucht und dies der Stadt mit sämtlichen "Totschlagsargumenten? schmackhaft zu machen bemüht ist, meint Professor Gleitsmann: Die Belastbarkeit dieser Argumente und ihr Realitätsgehalt seien stark zu relativieren, auch vor dem Hintergrund der Absprachen, die OB Stabbert 2005 erwirkt und kommuniziert hatte. Dass es durchaus möglich sei, Traditionsbewusstsein und wirtschaftliche Nutzung von Immobilien miteinander zu vereinbaren, zeige das Beispiel Lotsenhaus, in dem die traditionsbewusste und moderne dänische DFDS ihr neues Deutschland-Domizil gefunden hat. "Wir haben uns bei unseren Investitionen bei der Alten Liebe, wie im übrigen wohl auch der Eigentümer des Leuchtturms, entschieden, von der Zielsetzung leiten lassen, meiner Heimatstadt an dieser Stelle eine traditionelle Präsentation zu erhalten und uns nicht gescheut, hierfür siebenstellige Summen einzusetzen,? informiert Professor Gleitsmann. Und weiter: "Man möge verstehen, dass wir es im höchsten Maße bedauern würden, diese Grundkonzeption unseres Handelns infolge inakzeptabler Nachbarschafts-Bebauung überdenken zu müssen.? Zusammenfassend sieht Professor Gleitsmann keinerlei Notwendigkeit, den bestehenden Bebauungsplan zu ändern.

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