Kleiderkammer

Altenwalder-NuK: 1500 Kartons mit Kleidern abzugeben

11.11.2016

ALTENWALDE. Das DRK sucht Abnehmer für die Bestände der Kleiderkammer aus der Notunterkunft für Flüchtlinge in Altenwalde. Von Maren Reese-Winne  

 „T-Shirts Jungen 110 bis 140“, „Winterstiefel Herren größer als 45“, „Schals, Tücher Damen“ steht auf den Umzugskartons, die sich in der Halle der früheren Altenwalder Kaserne türmen. Und da sogar das Schild: „Fischerhemden“, ein ganzer Karton voll. Einfach alles wurde gespendet, als im Herbst 2015 feststand, dass es eine Notunterkunft in der Altenwalder Kaserne geben würde. Jetzt sucht das DRK dringend Abnehmer für die Textilien.

Genau geht es um 1500 Kartons, die auf Paletten gestapelt und mit Folie umwickelt, nummeriert und kartiert zur Abholung parat stehen. Nummern und Buchstaben an den Wänden der Halle helfen bei der Orientierung. „Das geht wie beim Schiffeversenken: Fragen Sie mich, was bei A 7 steht, kann ich Ihnen genau den Inhalt der Kartons nennen“, erklärt Bernward Kaltegärtner.

Wochenlang sortiert

Er, in der Hauptfunktion Ehrenamtskoordinator beim DRK Cuxhaven/Hadeln, hatte vor einem Jahr die Fäden beim Aufbau der Notunterkunft (Nuk) in der Hand. Die Bilder sind noch lebendig: Die Schlangen vor den Feuerwehrhäusern, die Kleiderberge in der Halle der KVG, die Ehrenamtlichen, die tagelang an mehreren Wochenenden sortierten. „Ich würde alles wieder genauso machen“, sagt Bernward Kaltegärtner. In der Nuk baute das THW eine riesige Regallandschaft, in der sich das Helferteam dank penibler Beschriftung wie blind zurechtfand.

Am 11. Dezember zogen endlich die ersten Bewohner ein. Symbole halfen bei der Verständigung, es gab sogar Umkleidekabinen und bald standen die ersten Flüchtlinge selber als Helfer auf der Matte. Allein von Anfang Dezember bis Mitte Februar wurden 8000 Kleidungsstücke ausgegeben, immer so, dass jeder zum Zuge kam. Keiner ahnte, dass das Ganze nur Monate dauern würde. Im Mai war klar: Das Innenministerium braucht die Nuk in Altenwalde nicht mehr.

Die Flüchtlinge wurde ihren neuen Quartieren zugeteilt, seit Monaten wirkt das riesige Gelände wie eine Geisterstadt. Rund 20 Hauptamtliche sind noch da und halten die Gebäude in Schuss.

Die letzten Ehrenamtlichen, die die Bestände der Kleiderkammer sortiert haben, sind erst vor zwei Wochen gegangen. Am 30. November wird das DRK die Räume der Nuk dem niedersächsischen Innenministerium übergeben – bis dahin möchte es den Löwenanteil der Kleidungsstücke weitergegeben haben. Aber die Bestände sind landesweit hoch, seit überall die Notunterkünfte aufgelöst worden sind.

Einen Teil behält das DRK für die Versorgung in Cuxhaven, wo es noch ein größeres Projekt plant, in Reserve. Verfügbar sind aber die besagten 1500 Kartons – voller ordentlicher Kleidungsstücke und perfekt beschriftet. „Diese Kleidung ist mindestens viermal sortiert worden“, schätzen Bernward Kaltegärtner und Kollege Volker Kamps vom DRK.

Keine Einzelabgabe

Sie rufen soziale Institutionen auf, sich zu melden, wenn sie einige Paletten oder mehr abnehmen können. Gezielt Kleidungsstücke zu entnehmen oder Sortimente für den einzelne Familien zusammenstellen, ist nicht möglich, ebenso wenig die Abgabe an Einzelpersonen oder gar Mitarbeiter. „Das ist bei uns völlig ausgeschlossen“, betont Bernward Kaltegärtner.

„Wir können leider nicht garantieren, dass wir Abnehmer für alle 1500 Kartons finden“, so Volker Kamps. Eventuell bleibe nur die Möglichkeit des Verkaufs. Der Erlös solle dann aber gezielt in Projekte im Sinne der Spender gesteckt werden, versichert er.

Kontakt

An Kleidungsbeständen interessierte soziale Institutionen sollten sich möglichst schnell an Bernward Kaltegärtner, Telefon (0 47 51) 99 09-60, E-Mail b.kaltegaertner@drk-cuxhaven-hadeln.de, wenden.

Die Kartons lagern auf Paletten. Beim Umlagern in Fahrzeuge kann geholfen werden.

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