Gorch-Fock-Schule:

Altes Schulgebäude bald verkauft?

03.03.2015

CUXHAVEN. Lange stand das Exposé über die ehemalige Gorch-Fock-Schule auf der Startseite der Stadt-Homepage, mehrfach wurde die Immobilie in der Zeitung zum Kauf angeboten. Nun sind die Fristen abgelaufen und mehrere Angebote sind abgegeben worden – auch ein Höchstgebot.

Der mögliche Verkauf soll in den nächsten Tagen in den politischen Gremien in den nächsten Tagen erörtert und wohl auch in trockene Tücher gebracht werden – jeweils in nicht öffentlichen Sitzungen: Am 3. März im Finanzausschuss, am 5. März im Verwaltungsausschuss und am 12. März im Rat.

Details über den Höchstbietenden oder die Art der künftigen Nutzung waren Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch auf Anfrage nicht zu entlocken. Klar ist, dass das 75 Meter lange und über 20 Meter hohe Hauptgebäude entlang der Gorch-Fock-Straße erhalten werden muss.

Auf dem dahinter liegenden Schulhof ist die Errichtung zweier neuer Wohnanlagen mit einer Höhe bis zu 15 Metern (bis zu drei Geschosse) zulässig – niedriger als das Hauptgebäude und die seitliche dreigeschossige Wohnbebauung an der Hermann-Allmers-Straße. Zur anderen Seite grenzt der Schulhof an die Gärten der Hamburg-Amerika-Straße. Das Gesamtareal umfasst 8200 Quadratmeter.

Ideales Wohngebiet

Dr. Ulrich Getsch macht keinen Hehl daraus, dass er sich deutlich mehr Entwicklungsperspektiven und auch einen schnelleren Verkauf versprochen hätte, wenn der Abriss des Gesamtgebäudes – der alten Kiautschou-Kaserne – zulässig gewesen wäre. Dieses toll gelegene Quartier sei wirklich das Kerngebiet für wohnungswirtschaftliche Entwicklung (Dauerwohnen). Das sei aber mit der Politik nicht zu machen gewesen. Ferienwohnungen dürfen auf dem Gelände nicht errichtet werden.

Laut Bebauungsplan 193 „Quartier Gorch-Fock-Straße“ sind dort allgemeines Wohnen, aber auch Seniorenwohnen oder betreutes Wohnen zulässig, ebenso ein Gesundheits- und Wellnesszentrum mit Perspektive für ein Begegnungszentrum, aber auch „nicht störende“ Handwerks-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe (Büro, Studio, Atelier, Labor, Weiterbildung, Sport und Fitness, kulturelle Nutzung...). Auf dem Nutzungskatalog stehen aber auch Beherbergungsbetriebe (Hotel/Pension).

Im Sommer 2013 ist die Gorch-Fock-Schule aus dem Gebäude ausgezogen. Der Hort der Aktion Kinderbetreuung (AKB), bis heute im Schulgebäude, zieht in den Osterferien in die Wichernschule. Wenn der neue DRK-Kindergarten an der Rathausstraße fertig ist, wird das Gebäude an der Friedrichstraße (früher Schule am Schillerzentrum) frei – dort sollen dann die Hortkinder der AKB dauerhaft unterkommen.

Im Dachgeschoss der Bleickenschule sollen die neu gebauten Räume für die Döser Speeldeel, die jetzt im Stadttheater spielt, weitestgehend fertig sein.

Viel zu sanieren

Der Sanierungsbedarf am Hauptgebäude aus der Kaiserzeit ist hoch und wurde im Exposé (der Beschreibung des Objekts) nicht beschönigt: „Insgesamt betrifft der Renovierungs- und Modernisierungsrückstand sämtliche Gewerke“ heißt es dort.

Bekannt – natürlich auch dem potentiellen Investor – ist, dass in einigen Räumen noch PAK-haltiger Kleber (PAK=polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) unter den Fußböden verarbeitet und demnach bei einer Sanierung auch zu entsorgen ist.

Von Maren Reese-Winne

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