Seebäderschiff verkauft:

"Atlantis" kehrt Cuxhaven den Rücken

01.06.2016

CUXHAVEN. Unzählige Male hat sie die Hafenausfahrt an der Alten Liebe passiert, die Rauchwolke, die sie dabei hinter sich herzog, war beinahe schon legendär.

Am Montag hat die „Atlantis“ zum letzten Mal in Cuxhaven die Leinen gelöst: Für das Seebäderschiff, das inzwischen in Rotterdam liegt, hat sich nach längerer Suche ein Käufer gefunden.

„Ja, das Schiff ist verkauft“, bestätigte Peter Eesmann, Geschäftsführer der Cuxhavener Reederei Cassen Eils, am Dienstagnachmittag auf Nachfrage unserer Zeitung. Über eine Veräußerung war immer wieder spekuliert worden – seit das Schiff vor mehr als einem Jahr im Internet angeboten worden war und schließlich als Reservefahrzeug für den Helgolandverkehr der Reederei an der Alten Liebe vertäut war.

Kaufpreis bleibt geheim

Die aktuelle Schiffsposition lässt sich über eine Live-Suche im Internet ermitteln: Im niederländischen Ridderkerk, einem Vorort von Rotterdam, lag die „Atlantis“ am gestrigen Abend an der Pier. Womöglich nur eine Zwischenstation: Der neue Eigner, mit dem gegen 14 Uhr ein Kaufvertrag abgeschlossen worden war, ist eine Gesellschaft mit Sitz auf den Seychellen. Über den Verkaufspreis breiten die Vertragspartner einen Mantel des Schweigens.

Redselig gab sich Eesmann, was das Verholen des Fahrzeugs nach Holland anging: Unter dem Kommando von Kapitän Jürgen Mathiesen und Chief Hartmut Lürs war die „Atlantis“ war am Montag um 8.35 Uhr von der Alten Liebe aus in See gestochen. „Wir hatten eine gute Überführung mit einem tüchtigen Seeschiff“, zog der Reederei-Geschäftsführer, selbst mit an Bord, anschließend Bilanz. Die Stimmung der zehnköpfigen Crew sei gut gewesen, allerdings habe man das Schiff sehr wohl „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ übergeben. Immerhin war die im Jahr 1972 in Bremen und Hamburg gebaute „Atlantis“ (ihren Platz hat inzwischen die nagelneue MS „Helgoland“ eingenommen), lange Zeit das Flaggschiff der Cassen-Eils-Flotte gewesen.

Blick „blockiert“

„Sie hat ihren Dienst getan“, kommentierte Oberbürgermeister Ulrich Getsch den Verkauf. Noch im vorigen Monat hatte er angeregt, das an der Alten Liebe liegende Schiff in den Fischereihafen zu verholen. Ein Cuxhaven-Besucher aus Horneburg hatte zuvor in einer an die Stadt gerichteten E-Mail moniert, dass der Blick auf das Feuerschiff „Elbe 1“, durch das dort vor sich hindümpelnde Seebäderschiff „blockiert“ werde. Bevor über eine mögliche Verlegung der „Atlantis“ ernsthaft geredet wurde, soll die Reederei allerdings schon damit begonnen haben, das Schiff, das am 15. Dezember vergangenen Jahres seine letzte Fahrt auf der Helgoland-Route absolviert hatte, auszuschlachten.

Von Kai Koppe

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