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Otterndorfer Krankenhaus gerettet: Alle Infos zur Übernahme
KREIS CUXHAVEN. Mit einem einstimmigen Votum des Samtgemeinderates Land Hadeln am Montagabend steht es fest. Das Krankenhaus ist tatsächlich gerettet.
Wie schon beim Kreistag am Nachmittag hatte Bürgermeister Thomas Bullwinkel zur Samtgemeindesitzung einen roten Teppich vor den Seelandhallen ausgerollt, das Riesen-Plüschtier Otti Otter in Bewegung gesetzt, und ließ Lebkuchenherzen mit der Aufschrift "Vielen Dank" verteilen.
Überhaupt stand der gegenseitige Dank aller Beteiligten am Rettungsplan Beteiligter auch in der Montagabend in der von Hans-Peter Weber (CDU) geleiteten Sitzung im Mittelpunkt. Vor allem gegenüber den Mitarbeitenden wurde Dankbarkeit formuliert, weil sie trotz lastendem Druck und schwieriger Zeit dem Krankenhaus die Treue und die medizinische Versorgung aufrecht gehalten hatten.
Dass er so kurz vor seinem Dienstende noch einen solchen Marathon mit Endspurt hinlegen müsse, hätte er sich nicht gedacht, erinnerte Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte an zahlreiche Meetings, um die Krankenhaus-Krise zu schultern. Für ihn sei dieser Prozess eine Sternstunde der Kommunalpolitik, bei der es um die pure Gestaltung dieser Region gehe. Nun gehe es darum, die Zukunft abzusichern - also in der Praxisanwendung die betrieblichen Abläufe und medizinischen Angebote so zu entwickeln, dass positive Erträge erreicht werden können. Zahrte: "Wir haben nur den einen Versuch, das Krankenhaus langfristig zu stabilisieren."
Rückhalt und Zusammenarbeit
Der von Kreis und Samtgemeinde eingeschaltete Fachanwalt Matthias Rauter lobte den Rückhalt aus den politischen Gremien und sprach insgesamt von den Prozess und sprach von einem Team, dem es gelungen sei, ohne Eitelkeiten zusammenzuarbeiten, so seien die drei Verträge schließlich entstanden. Der eingesetzte Wirtschaftsprüfer wusste von einem "zähen Ringen mit den Insolvenzverwalter" zu berichten, bei dem letztlich günstigere Konditionen erzielt worden seien. Landrat Kai-Uwe Bielefeld sprach dabei von einem sechsstelligen Stundenlohn, den wir rausverhandelt haben".
Die Beschlüsse des Kreistages und Samtgemeinderates bezeichnete Bielefeld als guten Tag für Otterndorf und den gesamten Landkreis. Alle Beteiligten hätten vertrauensvoll zusammengearbeitet. Nun sei es die Herausforderung für die Zukunft, eine passende Geschäftsführung zu finden. "Das darf kein kaltschnäuziger Konzernmanager sein, sondern jemand, der unsere Sprache spricht - am besten Plattdeutsch." Dankbar zeigte sich Bielefeld, dass Manfred Junge, der 26 Jahre bis 2015 in Verwaltungsverantwortung im Krankenhaus war, sich als Interimsgeschäftsführung bereit erklärt hatte - und erntete auch in Otterndorf Beifall. Nicht nur einhellig von der Politik, sondern aus dem Krankenhaus selbst erfährt diese Personalie eine positive Bewertung. Der langjährige Krankenpfleger Jochen Müller merkte launig zu dieser Lösung an: "'Junge komm' bald wieder' haben wir zu seinem Abschied also nicht umsonst gesungen..."
Optimismus für die Zukunft
Erfrischend bündig bezogen die Ratspolitiker Stellung zu der Klinikrettung aus eigener Kraft. Claus Johannßen (SPD) betonte, die Samtgemeinde zeichne aus, dass sie sich aktiv an der Daseinsvorsorge beteilige. Angesichts einer starken Mannschaft und der starken Verankerung des Hauses in der Region zeigte er sich "sehr optimistisch" ob der Zukunft. Michael Merz (CDU) sprach von einem "großen, richtigen Schritt am Ende der Legislaturperiode". Mit Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft verdeutliche man, ass es letztlich nicht um Gewinnmaximierung gehe.
"Wir stellen es nicht nur sicher, sondern wir gestalten damit das Gesundheitswesen", sagte Sabine van Gemmeren (Grüne). Jetzt müsse nach vorn geschaut werden, um auf einen grünen Zweig zu kommen.
Carsten Nickel (FDP) sprach von seinem persönlichen Höhepunkt in fünf Jahren kreistagszugehörigkeit und unterstrich die Rolle von Harald Zahrte, der als erster an so ein Modell gedacht habe, nachdem die Schwierigkeiten der Klinik bekannt geworden seien.
Millionenpaket
Das Krankenhaus kommt ab 1. Oktober aus der Insolvenz heraus unter kommunale Fittiche.
Die Anteile der Krankenhaus-Gesellschaft Land Hadeln sehen künftig so aus: Mit 25,1 Prozent beteiligt sich die die Samtgemeinde, die restlichen 74,9 Prozent hält der Landkreis Cuxhaven.
Beide Shareholder werden eine gemeinnützige Gesellschaft (gGmbH) gründen und sie sichern bis 2025 entsprechend ihrer Anteile zusammen rund 11 Millionen Euro zu.
Die Samtgemeinde Land Hadeln stellt dafür 1,39 Millionen Euro als Darlehen sowie eine Sicherheit in Höhe von 1,25 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Liquiditätssicherung des Landkreises ist auf 4,16 Millionen Euro als Darlehen festgelegt sowie als Bürgschaft von 5 Millionen Euro.
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