Die digitale Rennbahn der "Slotter IG" Otterndorf misst ganze 44 Meter und verfügt über eine zweispurige Boxengasse mit drei Tankplätzen und einer Strafbox. Befahrbar ist die Bahn mit 124er- und auch 132er-Fahrzeugen der Marke Carrera. Foto: Konken
Die digitale Rennbahn der "Slotter IG" Otterndorf misst ganze 44 Meter und verfügt über eine zweispurige Boxengasse mit drei Tankplätzen und einer Strafbox. Befahrbar ist die Bahn mit 124er- und auch 132er-Fahrzeugen der Marke Carrera. Foto: Konken
Gesellschaft

Autos der "Carrera-Profi-Liga" flitzen durch Otterndorf

11.03.2019

OTTERNDORF. Autos fliegen aus der Kurve, rammen und überschlagen sich, doch statt des Gestanks verbrannter Reifen liegt nur der süße Duft von Popcorn in der Luft: Hier, auf der digitalen Carrera-Rennbahn der Slotter IG Otterndorf, macht Massenkarambolage Spaß.

Am Sonnabend allerdings wird noch ein Zahn zugelegt, denn es geht um die Qualifikation für die "Carrera-Profi-Liga" 2019 - wer heute auf dem Siegertreppchen landet, darf zum Finale nach Nürnberg.

"Four, three, two, one - go!", ertönt es aus einem Lautsprecher, und vier Miniatur-Autos setzen sich surrend in Bewegung. Sie werden verfolgt von den konzentrierten, verbissenen Mienen der jungen Teilnehmer. Fast macht es den Anschein, als würden sie die kleinen Fahrzeuge mit purer Willenskraft steuern, wären da nicht die Regler in ihren Händen, die sie, mal sanft, mal mit Nachdruck, betätigen. "Das ist der besondere Reiz an Carrera", meint Axel Woltmann, Mitbegründer der Slotter IG Otterndorf. "Es ist ein klassisches Spiel, bei dem die Hand-Auge-Koordination trainiert wird: Man hat diese zwei Knöpfe, mit denen man ein reales Objekt steuert - ganz im Gegensatz zu Spielen auf dem Smartphone oder dem Computer." Woltmann bezeichnet sich selbst als "Vater" der 2009 gegründeten Slotter IG. "Ich war schon immer Carrera-begeistert, und wurde durch die 28 Meter lange Bahn eines Freundes angefixt", erinnert sich Woltmann. Als sich die Möglichkeit ergab, ein Nachbargrundstück mitsamt Schuppen zu kaufen, schlug er sofort zu und baute dort die 44 Meter lange Rennbahn. "So hat sich das dann entwickelt: Immer mehr Freunde kamen dazu, die Spaß daran hatten, das semi-professionell zu machen." Heute zählt die Slotter IG über dreißig Stammfahrer, die alle zwei Wochen ihr Geschick am Handregler erproben.

Jeder kann mitmachen

Wer dies auch gerne möchte, muss allerdings kein Mitglied sein: "Jeder ist bei uns willkommen", sagt Woltmann. "Für Leute, die mal reinschnuppern wollen, haben wir auch Leihautos." Für eine regelmäßige Teilnahme sei es allerdings sinnvoll, sich ein eigenes Auto zu beschaffen - die Preise für die Carrera 124er- bzw. 132er-Fahrzeuge liegen zwischen 60 und 85 Euro.

In den ersten drei Rennen treten heute jeweils vier Junioren gegeneinander an, in der zweiten Hälfte sind dann die Erwachsenen dran. Ein Rennen besteht aus vier Läufen, damit jeder Teilnehmer einmal jedes der vier Rennautos benutzt - der Fairness wegen. "Darauf beruht der Rennsport nämlich", verkündet Woltmann bei einem kurzen Regel-Briefing vorab. Zum Schluss werden die einzelnen Renn-Zeiten zu einer Gesamtzeit zusammengerechnet.

Die Rennleitung übernimmt Xavier Tan von Carrera. Von seinem Monitor aus überwacht er das Computerprogramm "Cockpit XP", das die Zeiten und Runden zählt. Immer wieder gibt er den Rennfahrern wertvolle Tipps: "Nicht ablenken lassen", "gib' nicht so viel Gas in der Kurve", "finde deinen Rhythmus wieder, lass' dich nicht ablenken - genau so, super". Auch lobt er das Engagement der "Streckenposten", die immer sofort zur Hilfe eilen, wenn es ein Auto mal aus der Spur geworfen hat.

Doch dann, im finalen Rennen der Junioren, passiert es: Das Programm zählt nicht mehr mit, der Lauf muss abgebrochen werden. Woltmann begibt sich auf Ursachenforschung: Ein defektes Kabel ist der Übeltäter. Kein Problem für Woltmann: Kurzerhand werden Schienen ausgetauscht, und schnell kann das Rennen weitergehen. "So etwas kann natürlich immer passieren", lacht Woltmann nach der Rettungsaktion. Am Ende des Tages qualifizierten sich Sebastian Budde (1.), Kian Woltmann (2.) und Maximilian Schütz (3.) bei den Junioren, sowie Jonas von Dreuten (1.), Sven-Olaf Budde (2.) und Oliver Hinz (3.) bei den Erwachsenen.

Carrera-Profi-Liga

2017 ins Leben gerufen, startet die "Carrera-Profi-Liga" 2019 in die zweite Saison

An insgesamt 14 Stationen in Deutschland und Österreich können sich Carrera-Begeisterte für das Finale qualifizieren

Beim Finale am 18. Mai in der Carrera World im bayerischen Oberasbach (bei Nürnberg) kämpfen die Teilnehmer in zwei Altersklassen um den Titel "Carrera-Profi-Liga"-Champion

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