Kein Geld für Reaktivierung

Bahnhaltepunkt Altenbruch in weiter Ferne

16.02.2017

CUXHAVEN. Eigentlich könnte es ganz schnell gehen, den Altenbrucher Bahnhof oder besser den Bahnhaltepunkt Altenbruch zu reaktivieren. Von Thomas Sassen

Bahnsteig, Platz für Parkplätze, ein grundsätzliches Interesse – alles vorhanden. Wegen der Industrieansiedlung böte sich der Haltepunkt auch für künftige Arbeitnehmer an, die mit Zug und Fahrrad zur Arbeit kämen. Doch so einfach, wie es sich die Altenbrucher Ortsratsmitglieder vorgestellt hatten, ist es nicht. Erstens müsste die Stadt Cuxhaven mit ungefähr einer Million Euro Investitionskosten in das Projekt einsteigen – die für die nächsten zwei Jahre im Haushalt nicht eingeplant sind. Und zweitens mahlen die Mühlen bei der Landesnahverkehrsgesellschaft langsamer als die Ortspolitiker es sich wünschen. Die zeigten sich am Montag verärgert darüber, dass bisher nicht mehr geschehen und Altenbruch offenbar noch gar nicht ernsthaft geprüft worden ist.

Verwaltung berichtete

Denn, wie Thomas Hasse aus dem Dezernat Straße und Verkehr vor dem Ortsrat berichtete, hat die LNVG erst einmal die Realisierungschancen für eine Reaktivierung des Bahnhaltepunktes Altenwalde untersucht und die Kosten dafür grob beziffert. Altenbruch sei noch gar nicht näher ins Auge gefasst worden. Aber auch im Falle Altenwalde sei man bei den Planungen nicht viel weitergekommen, weil vorerst das Geld fehle, das die Stadt Cuxhaven zur Verfügung stellen müsste. Die Rede ist von „weniger als einer Million Euro“. Als Einstiegssumme fordert die Bahn AG 200 000 Euro als städtischen Anteil.

Im Juni habe die Verwaltung das Thema der zusätzlichen Haltepunkte mit der LNVG in Hannover erörtert. Im Vordergrund stand dabei die gewünschte Station in Altenwalde, sagte Hasse. Die LNVG habe sich in diesem Zusammenhang bisher ausschließlich mit der Strecke Cuxhaven–Bremerhaven befasst. Das verärgerte die Altenbrucher Ortspolitiker. Die Diskussion mündete schließlich in der Frage von Ortsbürgermeister Jörg-Heinrich Ahlemeyer (CDU): „Was müssen wir tun, damit dort auch Altenbruch auf die Tagesordnung kommt?“

Geld bereitstellen

Hasse versprach, sich der Sache anzunehmen und die LNVG noch einmal diesbezüglich anzuschreiben. Er empfahl aber gleichzeitig, auf politischem Wege die Mittel zur Verfügung zu stellen, die allein die umfangreichen Planungen und Gutachten bereits kosten würden

Der 1881 errichtete Bahnhof war bis zum 1. Juni 1991 als solcher in Betrieb. Danach hielt dort kein Zug mehr. Der Bahnhof wurde an einen Privatmann verkauft und wird seitdem als Wohnraum genutzt. Bis 2006 war im Gebäude noch eine sogenannte Blockstelle der Deutschen Bundesbahn untergebracht. Der Bahnsteig zwischen den Gleisen wurde 2007 zurückgebaut.

Bei cuxpedia wird ein englischer Ingenieur folgendermaßen zitiert: ...außerdem ist noch zu bemerken, dass anfänglich in Altenbruch wegen der Nähe der Bahnhöfe Otterndorf und Cuxhaven eine Haltestelle überhaupt nicht in Aussicht genommen, jedoch mit Rücksicht auf eine spätere mögliche Hebung des Ortes in industrieller und commercieller Beziehung nachträglich eingelegt worden ist”.

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