Demonstration

Behinderte kämpfen für ihre Rechte in Hannover

28.09.2016

HANNOVER/CUXHAVEN. "Mein Sparbuch gehört mir", "Mehr möglich machen, weniger behindern", waren nur einige von vielen Plakataufschriften, mit denen fast 200 Personen mit und ohne Beeinträchtigung aus Cuxhaven und Hemmoor am vergangenen Donnerstag in Hannover demonstrierten. (red/jp)

Etwa 7000 Menschen waren dem Aufruf des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, des Seebehindertenverbandes Niedersachsen, des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) und der Lebenshilfe Niedersachsen gefolgt und demonstrierten in der Landeshauptstadt gegen das geplante Bundesteilhabegesetz (BTHG).

Der Tag der Demonstration war gut gewählt, denn am 22. September sollte das parlamentarische Verfahren zum Bundesteilhabegesetz und zum Pflegestärkegesetz 3 eingeleitet werden. Um noch einmal zu zeigen, wie viele Menschen diese Verschlechterungen im neuen Gesetz betreffen, und wie viele Menschen mit diesem Entwurf definitiv nicht einverstanden sind, haben sich Tausende auf den Weg gemacht, um gemeinsam Flagge zu zeigen.

Die Lebenshilfe in Cuxhaven hat die Busfahrt nicht nur für ihre Mitarbeiter und das Personal organisiert, sondern alle Interessierten und Unterstützer aufgerufen sich für die Verbesserung dieses Gesetzes einzusetzen. Eltern, Vereinsmitglieder, Menschen mit und ohne Behinderung haben gemeinsam an der Demonstration teilgenommen und waren von der großen Kundgebung in Hannover beeindruckt.

Mehr als 7000 Menschen hatten sich in der Innenstadt Hannovers auf dem Opernplatz versammelt. Gekommen waren sie aus ganz Niedersachsen: Von Cuxhaven bis Goslar waren Menschen mit und ohne Behinderung eingetroffen, um öffentlich ihre Meinung kundzutun.

Die selbst gestalteten Schilder mit Aufschriften wie „BTHG ja, aber anders“, „Nehmt uns nicht die Arbeit weg“; „Ich will selbst bestimmen, wie ich wohne“, „Wir brauchen unser Zuhause“ machten die Anliegen der Demonstranten mehr als deutlich. Sehr konkret wurde auf die Folgen hingewiesen, die durch die Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes in der jetzigen Form eintreten werden. Auf der großen Bühne sprachen sich Birgit Eckhardt, die Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Niedersachsens, Holger Stolz, der Geschäftsführer der Lebenshilfe Niedersachsen, Gerd Schwesig vom Blinden und Sehbehindertenverband und Bernhard Sackarendt vom SoVD für eine Verbesserung des Bundesteilhabegesetzes aus.

Weitere Aktionen

Alle machten noch einmal deutlich, dass dieses Gesetz nicht über die Köpfe der Betroffenen entschieden werden kann. Sie appellierten an die Politiker in Berlin, dieses Gesetz so nicht zu verabschieden. Begleitet wurden die Redner von lautstarken Pfiffen und Klatschen der Menge. Um den Forderungen gemeinsam Nachdruck zu verleihen, zeigten die Organisatoren auf der Bühne gemeinsam mit den Demonstranten öffentlich die Rote Karte. Die Mitreisenden aus Cuxhaven waren von der friedlichen Stimmung während der Demonstration begeistert und freuten sich über die große Teilnahme. Es hatten wohl wenige damit gerechnet, dass sich so viele Menschen gemeinsam für die Teilhabe aller einsetzen würden. Weitere Aktionen, die auf die Missstände aufmerksam machen, sind geplant.

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