Betreiber sucht nach geeigneter Elbfähre
CUXHAVEN. Noch ist nichts in trockenen Tüchern, doch, so könnte sie aussehen, die neue Elbfähre, die ab April nächsten Jahren auf der Strecke Cuxhaven - Brunsbüttel zum Einsatz kommen soll.
In der kommenden Woche schaut sich Heinrich Ahlers in Norwegen nach einem großen oder zwei kleineren geeigneten Fährschiffen um, wie er am Freitag gegenüber den Cuxhavener nachrichten sagte. Die "Fanafjord" - 130 Meter lang und LNG-betrieben - würde ihm gefallen. Aber es stünden auch andere Schiffe zur Wahl.
Die "Fanafjord" würde jedenfalls ab Februar nächsten Jahres zur Verfügung stehen. Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 23 Knoten sei die 2007 gebaute Fähre im Verhältnis zu den von ElbLink bis Oktober 2017 eingesetzten Schiffen sehr schnell und dreißig Meter länger. Die "Fanafjord" hätte Platz für bis zu 212 Pkw und 590 Passagiere.
Heinrich Ahlers lässt keinen Zweifel daran, dass es ihm mit dem Projekt ernst ist. Seit Monaten ist der in Marne in Schleswig-Holstein lebende Unternehmensberater und Schifffahrtsexperte auf der Suche nach Investoren aktiv. Offenbar mit Erfolg. Denn im Gespräch mit unserer Zeitung lüftete er den Vorhang und verriet bereits die wichtigsten Details.
Elbeferry GmbH soll die neue Firma heißen, die in der nächsten Woche ins Handelsregister eingetragen wird. Sitz des Unternehmens ist Brunsbüttel, mit einer Filiale in Cuxhaven (Brockesweg 71) und einer in Hamburg (Neumühlenstraße 5).
Offenbar haben Ahlers und sein Partner, der Rechtsanwalt Ulrich Kalthoff (Unternehmensberatung) aus Cuxhaven mit der Firmenneugründung mehr im Sinn als nur den Betrieb der Elbefähre. Ziel sei die Realisierung innovativer Schiffsantriebe, meinte Ahlers. Deshalb solle die neue Fähre auch nach Möglichkeit über einen Flüssiggas (LNG)-Antrieb verfügen.
Investoren aus Hamburg sollen das Stammkapital für die neue Gesellschaft mitbringen. Der Gesellschaftervertrag soll am kommenden Donnerstag unterschrieben werden. Allerdings würden die Gesellschafter zur Absicherung ihres Invests eine Landesbürgschaft erwarten, so Ahlers im Gespräch mit unserer Zeitung.
Ob es dazu allerdings kommen wird, ist noch fraglich. Die Signale aus der schleswig-holsteinischen Landesregierung waren bisher eindeutig negativ. FDP-Wirtschaftsminister Dr. Buchholz hatte dem Wunsch nach einer Bürgschaft für die Fähre mehrfach öffentlich eine Absage erteilt. Die niedersächsische Seite hat sich dazu noch nicht klar positioniert. Von der niedersächsischen FDP liegt seit Freitag eine überraschend positive Stellungnahme vor.
Schwerwiegender als das Fehlen einer Bürgschaft könnte allerdings die mangelhafte Straßenanbindung auf der Brunsbütteler Seite sein. Mit Bekanntwerden der Aktivitäten um eine neue Fährverbindung haben Anlieger ihre Bedenken erneuert, die auf die völlig unzureichenden Straßenanbindung des Fähranlegers hinweisen. Die Straße "Zum Elbdeich" sei für schwere Lkw mit nur rund sechs Meter Breite viel zu schmal und außerdem nicht für Schwerlastverkehr geeignet.
Ein Gutachten, dass die Stadt Brunsbüttel in Auftrag gegeben hatte, bestätigt im Februar 2018 diese Bedenken und kommt abschließend zum Ergebnis, dass man sich um eine alternative Straßenanbindung bemühen müsse, wenn auch in Zukunft viele Lkw die Fähre nutzen sollen.
Ahlers kennt die Argumente der Kritiker, wiegelt aber ab. "Das Problem ist bei der Stadt Brunsbüttel bekannt und es werde an einer Lösung gearbeitet", sagte er am Freitag. Entweder man müsse eine neue Straße auf einer alternativen Trasse bauen oder die vorhandene Straße mit Begegnungsstellen entsprechend ertüchtigen, bzw. zur Einbahnstraße umfunktionieren. Die Gutachter sehen auch bei den Stellplätzen hinter dem Deich großen Verbeserungsbedarf.
Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.