Autor Dierk Tielking

Buch über das alte Forstamt Bederkesa

15.11.2016

BAD BEDERKESA. Dierk Tielking hat ein Buch geschrieben. Mittlerweile ist es das dritte aus seiner Feder. Von Andreas Schoener

Auf rund 280 Seiten beschäftigt sich der ehemalige Revierförster diesmal mit dem alten Forstamt Bederkesa. Entstanden ist ein Werk, das fachkundig Auskunft darüber gibt, dass der Wald eben nicht nur Natur ist, sondern auch ein Wirtschaftsbetrieb, der sich über Generationen hinweg verändert hat. Gleichzeitig ist der Wald mit handelnden Personen verbunden und insofern auch ein Stück Ortsgeschichte.

Weil der Verschönerungsverein Bederkesa (VV) das Werk herausgegeben hat, blätterte Tielking gern mit Jörg Schliwen, dem Vorsitzenden des Traditionsvereins, und dessen Stellvertreter Hans-Hermann Wetjen durch die Kapitel. Das erste befasst sich zunächst mit der „allgemeinen Zustandserfassung“, der Lage und politischen Zugehörigkeit, der Waldgeschichte, dem Standort und dem Klima.

Freunde von Zahlen kommen gleich auf ihre Kosten: Zum 1. Oktober 1994 bedeckt der Forstamtsbereich Bederkesa rund 3332 Hektar Fläche (das entspricht ungefähr 4700 Fußballfeldern). Der heute 75-jährige Tielking, er war von 1971 bis 2001 Leiter der Försterei Holzurburg, hat unter anderem recherchiert, dass im Forstamt „vor Beginn der großen Rodungen durch den Menschen auf der küstennahen Geest vor allem buchenreiche Eichen-Mischwälder vorhanden waren“.

Vielfalt im Revier

Der Leser erfährt zudem, wie der Mensch der Jungsteinzeit von seinem Nomadensein zu Ackerbau und Viehzucht überging und allmählich Waldaufbau und Zusammensetzung der Baumarten veränderte. Die Idee der Hochzeitsbaumpflanzung in Beers, organisiert vom VV, findet sich im Tielking-Buch ebenso wieder wie der erklärende Blick auf die Lehr- und Naturpfade im Revier, die Steingräber oder die jüdischen Friedhöfe. „Ich wollte einen Überblick geben über die Vielfalt, die in unserem Revier bis heute zu finden ist“, sagt der Autor.

In Geschichte eingetaucht

Tielking, der auch im Ruhestand ein begeisterter Forstmann geblieben ist, hat bei seiner akribischen Arbeit nicht nur in Archiven gestöbert, sondern auch mit Ortsheimatpflegern gesprochen. So wurden Aufsätze zusammengetragen, die tief eintauchen in die Geschichte. Ernst Beplate, Ortsheimatpfleger in Beers, berichtet in Tielkings Buch über die „Waldbeschreibung des Amtes Bederkesa von 1748“.

Eingehende Beschreibungen in Wort und Bild sind den einzelnen Forsthäusern gewidmet – von Bederkesa über Hainmühlen, Drangstedt und Holzurburg. So manche Postkarte hat ihren Weg ins Buch gefunden, lässt alte und neue Ansichten der jeweiligen Forsthäuser glänzen. Ein eigenes Kapitel widmet Tielking dem Personal im Forst. Dabei geht es um die „Aufgaben eines Bederkesaer Försters vor 300 Jahren“. Kostprobe: „Die zeitraubendste Aufgabe lag darin, Tag und Nacht aufzupassen, dass kein Holz aus der Waldung entwendet wurde“.

Bilder von den Forstamtsleitern und ihren Angehörigen wecken besonders bei den älteren Mitbürgern manche Erinnerung. Und letztlich fehlt auch der Blick auf den Wirtschaftsbetrieb Wald nicht. Von Betriebszieltypen ist ebendort die Rede, von den Kulturverfahren der Holzarten, von der Moorkultivierung im Holzurburger Moor sowie von Holznutzung und -verkauf.

Am Donnerstag, 17. November, findet eine Buchvorstellung mit dem Autor und Jagdhornbläsern in der Amtsscheune in Bad Bederkesa statt.

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