Katzenjammer:

Bundesliga ohne die BasCats

16.05.2015

CUXHAVEN. Eigentlich standen die Vorzeichen schon bei Abgabe des diesjährigen Lizenzantrages Ende März auf Sturm. Und dieser hat sich auch bis zum Ablauf der Frist am Freitag, zu der die BasCats hätten neue Tatsachen in Form von weiteren und auskömmlichen Sponsorenverträgen vorweisen müssen, nicht gelegt. Die Folge: Eine Bundesliga-Spiellizenz werden die BasCats nach ununterbrochener elfjähriger Zugehörigkeit zur 2. Basketball-Bundesliga nicht erhalten und damit weder in dem Elitefeld der 16 Zweiligisten, noch in der darunter liegenden ProB (3. Liga) dabei sein.

Wie mehrfach berichtet, wurden die finanziellen Entwicklungen und damit auch die sportlichen Möglichkeiten der BasCats in den vergangenen Jahren immer weiter eingeschränkt. Die gestiegenen Standards (Parkettboden, Drei-Schiedsrichtertechnik, die Ausbildungsabgabe, Reisekosten) auf der einen und die stagnierenden und zuletzt sich stark zurückentwickelten Einnahmen aus Werbung, Sponsoring und Ticketverkauf auf der anderen Seite, ließen die Schere immer weiter auseinanderklaffen, teilten die BasCats mit. Verstärkte Bemühungen um mögliche zusätzliche Sponsoringverträge, die sogar noch bis kurz vor Ablauf der Rechtsmittelfrist am Freitagabend liefen, reichten zuletzt für ein bundesligareifes Budget nicht aus.

Noch vor wenigen Tagen war Optimismus vorhanden. Es hatte zwischendurch sehr hoffnungsvolle Aussichten und perspektivische Verhandlungen und auch schon Zusagen für die Teilnahme vor allem an der 2. Liga gegeben. Aber als am 11. Mai die Nachricht über den Ausgang des Berufungsverfahrens bezüglich des Spiels Paderborn gegen Chemnitz und damit dem besiegelten sportlichen Abstieg für die Cuxhavener in die ProB gab, zerstörte dies letztlich doch diese Ansätze und führte zu der Rückzugsentscheidung.

BasCats-Geschäftsführer Peter Neumann: „Cuxhaven hatte sich den Nimbus eines tollen und lebendigen Basketballstandortes erarbeitet. Dieser scheint jetzt für lange Zeit endgültig verloren zu sein. Unser nahezu ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis agierendes Führungs- und Organisationsteam hat über viele Jahre eine tolle Arbeit geleistet und dafür bedanke ich mich bei jedem Einzelnen von ganzem Herzen. Nur über diesen Weg, nämlich mit Herzblut und vollster Begeisterung für den Basketballsport, war diese Entwicklung in Cuxhaven im Zusammenspiel mit vielen kleinen, mittleren und unseren Haupt- und Co-Hauptsponsoren über den langen Zeitraum überhaupt denkbar.“ Neumann betont außerdem: „Einen großen Anteil an der positiven Entwicklung hatten auch unsere in der ganzen Liga bekannten sachkundigen und fairen Fans, um die uns viele Clubs beneideten.“

„Natürlich ist jetzt eine große Portion Wehmut im Spiel“, so Neumann, „denn das ‘Projekt Basketball 2000’ startete schon im Jahre 1995 und hatte die 2. Bundesliga ab 2003 zum Ziel. Das haben wir zwar um ein Jahr verpasst, aber ab 2004 ging es dann von Cuxhaven aus als Botschafter der Stadt und der Region in die weite Basketballwelt in die übrige Republik hinaus.“

Die Entwicklung war schon erstaunlich. Zunächst von vielen Zweiflern und Skeptikern, aber auch von optimistischen und positiven Weggefährten begleitet, hatte sich Cuxhaven schnell auf die Basketball-Landkarte gesetzt und einen Namen gemacht. Vor allem gelang das mit den Erfolgen im Jahre 2008 und 2010, als man jeweils den Vizemeistertitel und gleichzeitig die sportliche Aufstiegsberechtigung für die 1. Bundesliga errang.

Aber auch durch die unvergessenen Siege im deutschen Basketballpokal. Das Team von der Nordseeküste mit dem schmalen Budget sorgte für riesige Aufmerksamkeit und damit für beste Werbung für das Nordseeheilbad. „Aus meiner Sicht hätte man gerade auf dieser Basis langfristig für den gesamten Standort und die Region noch viel mehr machen können und müssen. Über die übergreifenden Themen Stadt- und Standortmarketing haben wir wohl immer und automatisch den Namenssponsor für Cuxhaven abgegeben, aber leider nur indirekt und zufällig und nicht angemessen honoriert. Da haben wir dann wohl doch etwas falsch gemacht, denn letztendlich konnten wir uns mit unseren Ideen und Konzepten bei den wichtigen Gruppierungen und Entscheidern nicht durchsetzen“, bedauert der BasCats-Manager.

Jetzt reiche es einfach nicht mehr, einen ausreichenden wirtschaftlichen Hintergrund für eine Basketball-Bundesliga-Team zu schaffen. Neumann: „Trotzdem war es eine bewegende und atemberaubende Erfahrung, dieses Projekt ‘BasCats in der Bundesliga’ in einem nicht von vornherein dafür offenen Cuxhaven zu entwickeln und elf Jahre begleiten zu dürfen. Das möchte ich persönlich nicht missen und ich denke und hoffe es geht vielen Förderern und Fans der BasCats genauso.“

Entwicklungspotenzial für Basketball ist aber in Cuxhaven vorhanden. Für die Zukunft bleibe zu wünschen und zu hoffen, dass die zuletzt auch auf Basis der BasCats-Präsenz gut entwickelte Nachwuchsarbeit bei dem Stammverein der BasCats, dem SV Rot- Weiss Cuxhaven, intensiv und erfolgreich weitergeführt werden kann. „Da appellieren wir an die dortige Vereinsführung und an unsere BasCats-Förderer hier eng am Ball zu bleiben. Wie es in diesem Umfeld jetzt weitergeht, wird im Augenblick intensiv in den zuständigen Zirkeln diskutiert“, teilte Peter Neumann abschließend mit.

(red/flü)

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