Bund und Länder haben am 3. Adventssonntag einen bundesweiten harten Lockdown beschlossen, der am Mittwoch beginnen soll.Foto: Kneffel/dpa
Corona-Lockdown

Bundesweiter Lockdown: Diese Corona-Regeln gelten im Kreis Cuxhaven ab Mittwoch

13.12.2020

KREIS CUXHAVEN. Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus (Covid-19) haben Bund und Länder am Sonntag (3. Advent) einen bundesweiten harten Lockdown beschlossen.

Die deutlich verschärften Corona-Regeln sollen bundesweit von Mittwoch (16. Dezember) bis mindestens zum 10. Januar gelten und die Corona-Zahlen merklich senken. Wir haben für euch die beschlossenen Maßnahmen im Überblick: 

Schulen und Kitas

Für Schulen und Kitas sind für den Zeitraum vom 16. Dezember bis zum 10. Januar deutliche Kontakteinschränkungen beschlossen worden. "Kinder sollen in dieser Zeit wann immer möglich zu Hause betreut werden. Daher werden in diesem Zeitraum die Schulen grundsätzlich geschlossen oder die Präsenzpflicht wird ausgesetzt. Es wird eine Notfallbetreuung sichergestellt und Distanzlernen angeboten. Für Abschlussklassen können gesonderte Regelungen vorgesehen werden. In Kindertagesstätten wird analog verfahren”, heißt es im Beschluss von Bund und Ländern. Für Eltern sollen zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, um beispielsweise bezahlten Urlaub zwecks Kinderbetreuung nehmen zu können.

Corona-Regeln an Weihnachten 

An den Weihnachtstagen vom 24. bis 26. Dezember können die Länder in Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen als Ausnahme von den sonst geltenden Kontaktbeschränkungen "Treffen mit 4 über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis" zulassen. Zum engsten Familienkreis zählen sowohl Ehegatten als auch sonstige Lebenspartner sowie direkte Verwandte wie Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörige, auch wenn dies mehr als zwei Hausstände bedeutet.

Alle aktuellen Infos rund um die Entwicklung und Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Region rund um Cuxhaven lesen Sie hier.

Verkaufsverbot für Silvester-Feuerwerk 

Die bereits bestehenden Corona-Regeln für Silvester wurden noch einmal verschärft. Der gefasste Beschluss sieht auch für Silvester weitgehende Einschränkungen und Versammlungsverbote vor. Demnach wird der Verkauf von Böllern und Feuerwerk verboten - aber nicht grundsätzlich das Zünden, von dem jedoch abgeraten wird. Konkret heißt es dazu: "Am Silvestertag und Neujahrstag wird bundesweit ein An- und Versammlungsverbot umgesetzt. Darüber hinaus gilt ein Feuerwerksverbot auf durch die Kommunen zu definierenden publikumsträchtigen Plätzen. Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester wird in diesem Jahr generell verboten und vom Zünden von Silvesterfeuerwerk generell dringend abgeraten, auch vor dem Hintergrund der hohen Verletzungsgefahr und der bereits enormen Belastung des Gesundheitssystems."

Alkoholverbot in der Öffentlichkeit 

Grundsätzlich wird in der gesamten Zeit des verschärften Lockdowns ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit gelten. Lieferdienste und Essensangebote zum Mitnehmen dürfen weiter öffnen. So heißt es: "Die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause durch Gastronomiebetriebe sowie der Betrieb von Kantinen bleiben weiter möglich. Der Verzehr vor Ort wird untersagt. Der Verzehr von alkoholischen Getränken im öffentlichen Raum wird vom 16. Dezember bis 10. Januar untersagt. Verstöße werden mit einem Bußgeld belegt."

Gesangsverbot in Gottesdiensten 

Zusammenkünfte in Kirchen, Synagogen und Moscheen sowie Treffen anderer Glaubensgemeinschaften werden nur noch erlaubt, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmern sichergestellt werden kann. Es wird eine Maskenpflicht auch am Platz gelten, Singen ist verboten. Wo besonders viele Menschen erwartet werden, muss eine "Anmeldungserfordernis” eingeführt werden. In den kommenden Tagen soll es weitere Gespräche geben, um "im Lichte des weiteren Infektionsgeschehens" zu geeigneten Regelungen für religiöse Zusammenkünfte zu kommen.

Friseure schließen erneut 

Auch Friseursalons, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, "weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist." Medizinisch notwendige Behandlungen, etwa Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege, bleiben aber weiter möglich.

Von Reisen wird abgeraten 

Über den gesamten Zeitraum wird geraten, "von nicht zwingend notwendigen Reisen im Inland und auch ins Ausland abzusehen". Wer aus dem Ausland nach Deutschland einreist, müsse sich in eine Quarantäne begeben, die frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test beendet werden kann.

Testpflicht und Hilfen in der Pflege 

Für die Mitarbeiter in Alten- und Pflegeheimen sowie mobile Pflegedienste sollen durch den Bund zur Verfügung gestellte medizinische Schutzmasken sowie kostenlose Antigen-Schnelltests die Regel werden. Dazu sollen die Länder "eine verpflichtende Testung mehrmals pro Woche" für das Personal in den Alten- und Pflegeeinrichtungen und mobile Pflegeteams anordnen, heißt es. In Hotspots solle es auch für Besucher eine Pflicht zur Vorlage eines aktuellen negativen Coronatests geben.

Zusätzliche Maßnahmen in Corona-Hotspots

Bund und Länder betonen in ihrem Beschluss auch, "dass über die gemeinsamen Maßnahmen hinaus gemäß der Hotspotstrategie in allen Hotspots ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept regional umgesetzt werden muss.” Bei weiter steigendem Infektionsgeschehen seien zusätzliche Maßnahmen erforderlich. "Bei besonders extremen Infektionslagen mit einer Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche und diffusem Infektionsgeschehen sollen die umfassenden allgemeinen Maßnahmen nochmals erweitert werden, um kurzfristig eine deutliche Absenkung des Infektionsgeschehens zu erreichen”, heißt es weiter. Insbesondere sollen in Regionen spätestens dann lokale Maßnahmen erwogen werden, wenn die Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche überschritten wird. Darunter seien auch "weitgehende Ausgangsbeschränkungen”.

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