Cadenberge: Versorger dreht der Polizei das Gas ab
CADENBERGE. Probleme für die Gesetzeshüter: Bürgermeister Wolfgang Heß hat Sorge, dass Cadenberge bald ohne eigene Polizeidienststelle da steht.
In den angemieteten Räumen in der Bahnhofstraße sind Probleme aufgetaucht. Die Versorgung ist massiv gestört. Die Heizung funktioniert nicht, weil der Energieversorger das Gas abgestellt hat. Noch müssen die vier Beamten in ihren Büros nicht ihre mitgebrachten privaten Heizlüfter einsetzen. Aber der Herbst mit kälteren Tagen klopft auch erst zaghaft an die Tür.
"Wir können bestätigen, dass das Gas abgestellt worden ist, da der Vermieter die Nebenkosten nicht an den Versorger weitergeleitet hat", teilte Pressesprecher Sandrock von der zuständigen Polizeiinspektion Cuxhaven auf Nachfrage unseres Medienhauses mit und ergänzte: "Aber solange der ordnungsgemäße Betrieb möglich ist, werden wir da bleiben." Wenn dies allerdings nicht mehr gehe, müsse die Station geschlossen werden. Sandrock: "Wir sind bereits im Gespräch über Ausweichmöglichkeiten." Definitiv ein Grund für einen Auszug der Polizei sei erreicht, wenn auch noch das Wasser abgestellt werde. Über ausfallende Stromversorgung braucht man sich hingegen in der Immobilie keine Sorgen zu machen, denn sie läuft nicht über den Vermieter, sondern über einen eigenen Vertrag.
Komplikationen durch Privates
Ein Irrtum liege vor, betont Harro Taube. Als Besitzer der Immobilie widerspricht er der Darstellung der Polizei. "Da sind keine Außenstände, alles ist bei der EWE bezahlt, das kann ich belegen", meinte er in einem Telefonat auf Nachfragen unserer Zeitung. Es gebe sogar ein Guthaben auf dem entsprechenden Vertragskonto, allerdings auch den Vermerk, dass der Zähler ausgebaut worden sei.
Im Gespräch mit Taube wurde ganz offensichtlich, dass es in der ganzen Geschichte eine weitere Dimension gibt. Die Angelegenheit wird durch familiäre Hintergründe privater Natur - auf die in diesem Zusammenhang nicht eingegangen wird - verkompliziert.
Bereits seit rund zehn Jahren hat die Polizei in der Bahnhofstraße als Mieterin den Sitz ihrer Dienststelle, nachdem sie aus Raumnot aus dem Rathaus gezogen war. Da die Gemeinde stark daran interessiert ist, dass die Polizei weiterhin direkt im Ort präsent bleibt, hat Bürgermeister Wolfgang Heß vorsorglich vorgeschlagen, dass sie im Rathaus wieder in anderen Räumen vorübergehend Quartier beziehen könnte, sollten sie aus ihre Büros in der Bahnhofstraße neben den neben den nicht mehr genutzten Büroräumen von Harro Taube verlassen müssen oder wollen.
Für den Bürgermeister ist dies ein weiteres Kapitel in der langwierigen und komplizierten Causa Taube. Offene Forderungen gegenüber dem betreffenden Gebäudeeigentümer habe nicht nur die Polizei, sondern auch die Gemeinde, sagte Heß.
Immobilien werden veräußert
Harro Taube, der lange in der Immobilienwirtschaft und als Projektierer tätig war, will sich jetzt als Rentner ganz aus Cadenberge zurückziehen, kündigt er im Telefonat an. "Ich werde meine Immobilien in Cadenberge veräußern und auch versuchen, den Bahnhof zu verkaufen." In der Bahnhofsangelegenheit habe es bereits Kontaktaufnahme zu Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte gegeben.
Schon lange hofft die Gemeinde, dass aus dem Schandfleck wieder ein ansprechendes Eingangsportal des Ortes wird. Harro Taube hatte mehrfach Abänderung angekündigt, aber sein Engagement für die Immobilie schließlich ganz eingestellt. Ohne Fortune blieb auch sein Projekt, einen Autohof unter anderem in Cuxhaven zu bauen. Die Taube Port of Logistics GmbH mit ihm als Geschäftsführer musste Insolvenz anmelden.