Corona-Gipfel: Die Kanzlerin plant einen bundesweiten "Quasi-Lockdown"
KREIS CUXHAVEN. Geht es nach Angela Merkel, gibt es ab kommender Woche eine Verordnung, die einem Lockdown gleichkommt.
Keine privaten Kontakte
Kontakte außerhalb des eigenen Hausstands sollen auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. In der Öffentlichkeit sind nur noch Treffen mit Mitgliedern aus demselben Haushalt und eines weiteren Haushaltes erlaubt.
Feiern, Partys oder andere Zusammenkünfte mit vielen Personen sollen gänzlich untersagt werden. Auch private Reisen sollen nicht unternommen werden - auch nicht, um Verwandte zu besuchen.
Freizeiteinrichtungen müssen schließen
Dies solle insbesondere auch im Inland für überregionale touristische Tagesausflüge gelten, Übernachtungsangebote sollen nur noch für notwendige und nicht-touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden.
Doch damit nicht genug Hiobsbotschaften für die Gastronomie: Restaurants, Bars, Kneipen, Vereinsheime und sämtliche andere Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder müssen, wenn es nach der Kanzlerin geht, schließen.
Friseure bleiben geöffnet
Friseursalons dürfen hingegen geöffnet bleiben - Kosmektikstudios, Massagepraxen und andere Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege, bei denen auf eine gewisse Nähe nicht verzichtet werden könne, müssen nach Merkels Plänen ihre Arbeit einstellen.
Finanzielle Entschädigung
Der Einzelhandel soll aber wie beim ersten Lockdown auch, geöffnet bleiben. Und für Eltern gibt es gute Nachrichten: Schulen und Kitas will die Kanzlerin nicht schließen, aber angesichts der hohen Infektionszahlen durch die zuständigen Länder weitere Schutzmaßnahmen einführen.
Um die von einem weiteren Lockdown betroffenen Betriebe finanziell zu entschädigen, plant die Kanzlerin, eine Nothilfe aufzulegen. Die Details sollen mit den Ministerpräsidenten besprochen werden.
Gesundheitssystem am Limit
Arbeitgeber müssen nach Merkels Wunsch Hygienekonzepte erstellen und sind angehalten, möglichst viel Heimarbeit zu ermöglichen.
Die Kanzlerin begründet den von ihr geplanten "Quasi-Lockdown" damit, dass die aktuell rasant steigenden Infektionszahlen die Gesundheitsämter und auch die Krankenhäuser, wenn es so weitergeht, überfordern könnten.
Konferenz am Mittwoch
Deshalb müsse möglichst schnell eine Senkung der Infektionszahlen unter den Inzidenzwert von 50 wieder erreicht werden. Bund und Länder seien sich darüber im Klaren, dass die Maßnahmen einschneidend seien. Aber das zu schützende Rechtsgut der Gesundheit der Bevölkerung sei notwendig und auch verhältnismäßig.
Ob die Pläne so umgesetzt werden können, wird sich am Nachmittag zeigen. Dann werden auch die Ministerpräsidenten der Länder ihre Einschätzungen für die geforderten Maßnahmen abgegeben haben.
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