Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Beginn der Kabinettssitzung am Donnerstag. In einer Besprechung mit den Ministerpräsidenten will sie ihren "Quasi-Lockdown" durchsetzen. Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool
Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Beginn der Kabinettssitzung am Donnerstag. In einer Besprechung mit den Ministerpräsidenten will sie ihren "Quasi-Lockdown" durchsetzen. Foto: Kay Nietfeld/dpa-Pool
Neuer Entwurf

Corona-Gipfel: Die Kanzlerin plant einen bundesweiten "Quasi-Lockdown"

28.10.2020

KREIS CUXHAVEN. Geht es nach Angela Merkel, gibt es ab kommender Woche eine Verordnung, die einem Lockdown gleichkommt. 

Das geht aus einem Entwurf für die Besprechung mit den Ministerpräsidenten der Länder, die am Mittwoch ab 13 Uhr stattfindet, hervor. Das Papier liegt unserem Medienhaus vor. Demnach müssen die Bürgerinnen und Bürger mit starken Einschränkungen bis Ende November leben.

Keine privaten Kontakte

Kontakte außerhalb des eigenen Hausstands sollen auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden. In der Öffentlichkeit sind nur noch Treffen mit Mitgliedern aus demselben Haushalt und eines weiteren Haushaltes erlaubt. 

Feiern, Partys oder andere Zusammenkünfte mit vielen Personen sollen gänzlich untersagt werden. Auch private Reisen sollen nicht unternommen werden - auch nicht, um Verwandte zu besuchen. 

Freizeiteinrichtungen müssen schließen

Dies solle insbesondere auch im Inland für überregionale touristische Tagesausflüge gelten, Übernachtungsangebote sollen nur noch für notwendige und nicht-touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. 

Doch damit nicht genug Hiobsbotschaften für die Gastronomie: Restaurants, Bars, Kneipen, Vereinsheime und sämtliche andere Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder müssen, wenn es nach der Kanzlerin geht, schließen. 

Friseure bleiben geöffnet

Friseursalons dürfen hingegen geöffnet bleiben - Kosmektikstudios, Massagepraxen und andere Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege, bei denen auf eine gewisse Nähe nicht verzichtet werden könne, müssen nach Merkels Plänen ihre Arbeit einstellen.

Finanzielle Entschädigung

Der Einzelhandel soll aber wie beim ersten Lockdown auch, geöffnet bleiben. Und für Eltern gibt es gute Nachrichten: Schulen und Kitas will die Kanzlerin nicht schließen, aber angesichts der hohen Infektionszahlen durch die zuständigen Länder weitere Schutzmaßnahmen einführen. 

Alle aktuellen Infos rund um die Entwicklung und Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Region rund um Cuxhaven lesen Sie hier.

Um die von einem weiteren Lockdown betroffenen Betriebe finanziell zu entschädigen, plant die Kanzlerin, eine Nothilfe aufzulegen. Die Details sollen mit den Ministerpräsidenten besprochen werden.

Gesundheitssystem am Limit

Arbeitgeber müssen nach Merkels Wunsch Hygienekonzepte erstellen und sind angehalten, möglichst viel Heimarbeit zu ermöglichen. 

Die Kanzlerin begründet den von ihr geplanten "Quasi-Lockdown" damit, dass die aktuell rasant steigenden Infektionszahlen die Gesundheitsämter und auch die Krankenhäuser, wenn es so weitergeht, überfordern könnten. 

Konferenz am Mittwoch

Deshalb müsse möglichst schnell eine Senkung der Infektionszahlen unter den Inzidenzwert von 50 wieder erreicht werden. Bund und Länder seien sich darüber im Klaren, dass die Maßnahmen einschneidend seien. Aber das zu schützende Rechtsgut der Gesundheit der Bevölkerung sei notwendig und auch verhältnismäßig.

Ob die Pläne so umgesetzt werden können, wird sich am Nachmittag zeigen. Dann werden auch die Ministerpräsidenten der Länder ihre Einschätzungen für die geforderten Maßnahmen abgegeben haben.

CNV-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Lesen Sie auch...
Kriminalität 

Dunkle Jahreszeit im Kreis Cuxhaven: 5 Mythen rund um Einbrüche - das müssen Sie wissen

KREIS CUXHAVEN. Einbrecher kommen im Schutz der Dunkelheit und die Videokamera schreckt sie schon ab? Hartnäckig halten sich gewisse Mythen rund um das Thema Einbruch und Sicherheit. Jetzt klärt die Polizeiinspektion Cuxhaven auf: Stimmt's - oder stimmt's nicht?

Schwimmbad

Ärger unter Schwimmern: Ist die Moor-Therme in Bad Bederkesa zu kalt?

BAD BEDERKESA. Die Moor-Therme in Bad Bederkesa ist in der ganzen Region beliebt. Die kühlere Wassertemperatur und weitere Maßnahmen sorgen aber für Verärgerung.

Unfall auf Kreisstraße

Frontal-Kollision im Kreis Cuxhaven: Frau eingeklemmt und schwer verletzt

BEVERSTEDT. Bei einer Frontal-Kollision im Kreis Cuxhaven ist eine Autofahrerin schwer verletzt worden. Auch ein weiterer Unfallbeteiligter kam ins Krankenhaus.

Bei "Aktenzeichen XY"

Cuxhavener Disco-Morde: Polizei mit neuer Theorie - viele neue Hinweise

KREIS CUXHAVEN. Weit über 100 Hinweise sind zu den als Anhalter- oder Disco-Morden bekannten Vermisstenfällen bei der Polizei in Cuxhaven eingegangen.