Corona und Brexit: Cuxhavens Hafen kommt gut durch die Krise
CUXHAVEN. Mit dem Brexit und den Corona-Beschränkungen hatte der Cuxhavener Hafen in den vergangenen Monaten gleich zwei außergewöhnliche Situationen zu bewältigen.
Das ist offenbar recht gut gelungen. Zumindest bilanziert NPorts-Geschäftsführer Holger Banik für die Niederlassung unter dem Strich kein Minus.
Obwohl die Erlöse insbesondere aus dem Autoumschlag nach England ab Anfang 2021 in Folge des Brexit zunächst deutlich zurückgegangen waren, könne das Minus aufgrund eines Vorholeffektes aus den letzten Monaten des Jahres 2020 fast wettgemacht werden, erklärte Banik kürzlich bei einem Pressetermin.
BREB sorgt für mehr Umschlag
Über deutliche Steigerungen freut sich der Hafenchef beim Umschlag von Offshore-Komponenten durch das Unternehmen BREB an den östlichen Stromliegeplätzen. Außerdem hat der Hafenbetreiber zusätzliche Flächen vermieten können. Die Nachfrage sei derzeit sogar größer als das Angebot, was auch daran liegt, dass einzelne fischverarbeitende Betriebe aus der Präsident-Herwig-Straße im Zuge der Umstrukturierung des Alten Fischereihafens sich nach Alternativen umsehen.
Da NPorts an einem transparenten Vergabeverfahren interessiert ist, werden, so Banik, alle freien Flächen und Mietobjekte im Fischereihafen ab Mai zu "marktgerechten Preisen" öffentlich ausgeschrieben. Interessenten könnten sich dann darauf bewerben.
Neu gewonnene Fläche
Durch den Abriss des ehemaligen DFFU-Verwaltungsgebäudes ist im Neuen Fischereihafen eine Fläche frei geworden, die inzwischen zu einem Teil als Materiallager an die DFFU (Foto) und zum anderen Teil an die Firma Helgoland-Frachtkontor vermietet ist, die demnächst vom Alten Fischereihafen dorthin umziehen wird.
Trotz der Brexit-bedingten Probleme stellten Fischerei und Fischwirtschaft noch immer ein wesentliches Standbein des Cuxhavener Hafenbetriebes, betonte Banik. Daher sei es wichtig, dass der Neue Fischereihafen ausgebaggert werde, was sich derzeit aber "alles andere als trivial" darstellt.
In Gesprächen mit Bauplanern
Das im Bau befindliche Holzheizkraftwerk an der Neufelder Straße mache ein Leitungsnetz für die dort anfallende Fernwärme notwendig. Wegen der Trassenführung entlang der Niedersachsenstraße in Richtung Arbeitsamt und Wasserturm sei man in Gesprächen mit den Bauplanern. Gedanken mache man sich auch über eine Optimierung des Radweges, der die Fischmeile mit der Offshore-Basis verbindet. Aus Sicherheitserwägungen wolle man im Bereich der Kurve beim Fischmehlwerk Bioceval etwas ändern, sagte Banik im Hinblick auf den zunehmenden Radverkehr. Mögliche Gefährdungen entstehen durch die große Zahl an Lkw, die das Fischmehlwerk beliefern und vor der Werkseinfahrt rangieren, wo auch der Elbradweg verläuft.