Coach Darren Stackhouse (l.) und Spielmacher Jordan Rezendes waren offenbar nicht immer einer Meinung, aber am Dienstagabend soll eine Auseinandersetzung zwischen den beiden während des Trainings eskaliert sein. Rezendes kam daraufhin am nächsten Tag nicht zum Training. Der Coach strich seinen besten Punktesammler für das Auswärtsspiel in Vechta aus dem Kader. Foto: Lütt
Coach Darren Stackhouse (l.) und Spielmacher Jordan Rezendes waren offenbar nicht immer einer Meinung, aber am Dienstagabend soll eine Auseinandersetzung zwischen den beiden während des Trainings eskaliert sein. Rezendes kam daraufhin am nächsten Tag nicht zum Training. Der Coach strich seinen besten Punktesammler für das Auswärtsspiel in Vechta aus dem Kader. Foto: Lütt
Basketball

Cuxhaven Baskets: Rezendes und Kalondji nicht im Kader

von Frank Lütt | 23.11.2018

CUXHAVEN. Bei den Cuxhaven Baskets geht es derzeit zu wie im Tollhaus. Ein Spieler hat Cuxhaven bereits verlassen, ein weiterer Akteur wurde aus dem Kader gestrichen.

Wer hätte das gedacht, dass der 40-jährige Eddie Seward noch einmal sein Comeback bei den Cuxhaven Baskets in der Regionalliga feiern wird. Der frühere Publikumsliebling, der für die damals in der 2. Bundesliga spielenden BasCats auflief, hat sich breitschlagen lassen, weil es beim von der Insolvenz bedrohten Klub zugeht wie im Tollhaus. Center Coheen Kalondji soll schon am Dienstag Cuxhaven einfach verlassen haben und der überragende US-amerikanische Aufbauspieler Jordan Rezendes habe sich mit Coach Darren Stackhouse gefetzt. Der 26-jährige Topscorer der Liga steht deshalb nicht im Kader, der am Sonnabend, 24. November, um 16 Uhr bei der Bundesliga-Reserve von Rasta Vechta antritt.

Es sind weniger die sportlichen Ereignisse, die den Fokus aktuell auf den Cuxhavener Basketball-Regionalligisten lenken. Dass die Baskets jetzt ein sehr wichtiges Spiel im Kampf um den Klassenerhalt haben, rückt dabei in den Hintergrund. Die Baskets-Fans, und sicherlich die Besitzer von Dauerkarten insbesondere, fragen sich vielmehr: Gehen die Lichter nun bald ganz aus? Kommt bei der Suche nach weiteren Förderern und Sponsoren genug Geld zusammen, um den Rest der Saison zu bestreiten? Die Ungewissheit ist weiterhin vorhanden.

Ohne Einverständnis abgereist

Für die angestellten Spieler geht es auch um existenzielle Fragen, schließlich haben sie schon einen Monat keinen Lohn erhalten. Bei diesen nicht rosigen Aussichten hat Coheen Kalondji offensichtlich seine Konsequenzen gezogen. Nach Angaben von Baskets-Geschäftsführer Christoph Nicol habe der 29 Jahre alte Spieler am Dienstag Cuxhaven verlassen: "Dies geschah ohne unser Einverständnis. Über die Konsequenzen müssen wir uns Gedanken machen."

Streit mit dem Trainer

Konsequentes Handeln gab es bei dem anderen personellen Problemfall. Am Dienstagabend habe es eine Auseinandersetzung beim Training gegeben, zwischen Top-Scorer Jordan Rezendes und Trainer Darren Stackhouse, wie Nicol berichtete. Dieser Streit soll dazu geführt haben, dass Rezendes am folgenden Tag dem Training fernlieb, "ohne Grund", so Nicol. Der Trainer und Teile der Mannschaft hätten sich dazu entschieden, am Sonnabend ohne Rezendes in Vechta anzutreten, erklärte der Geschäftsführer, und er fügte hinzu: "Jordan befindet sich aber noch in Cuxhaven."

40-Jähriger rückt in den Kader

Wie bereits von Cux-Basketball-Gesellschafter und Sponsor Holger Junghans angekündigt, werde der Kader von Spielern der zweiten Herren von Rot-Weiss Cuxhaven aufgefüllt. Den ersten Namen für das Spiel in Vechta nannte Christoph Nicol gestern. Edward "Eddie" Seward, der nur noch aus Spaß am Basketball in der Bezirksoberliga mitspielt, wird nun in das Team rücken. Der 40-Jährige hat früher für die Cuxhaven BasCats erfolgreich in der 2. Liga gespielt, damals war er noch mit langen Rastalocken Publikumsliebling. Ausgestattet auch mit Erstligaerfahrung war der kräftige Center stets ein Garant für Einsatzwille und Kampfgeist - Eigenschaften, die die Cuxhaven Baskets nun in der Krise benötigen.

Über 20 000 Euro akquiriert

Während also Personalprobleme beim Team gelöst werden, haben sich Geschäftsführer Nicol und Gesellschafter Junghans vorgenommen, weitere Förderer zu gewinnen. Ungeachtet vom Insolvenzantrag sollte diese Woche möglichst viel Geld in die Kasse kommen. Wie berichtet, seien bis jetzt einige langjährige Sponsoren für diese Saison nicht angesprochen worden. Gründe für dieses Versäumnis gäbe es viele, so Nicol, der auch selbstkritisch sagt: "Fakt ist, es sind Fehler passiert und ich als Geschäftsführer bin der Erste, der sich da an die eigene Nase fasst." Der Geschäftsführer richte allerdings den Blick nach vorn und die Suche nach Sponsoren in dieser Woche habe schon Erfolge gebracht: "Wir haben es bereits geschafft, mehr als die Hälfte der veranschlagten 45 000 Euro einzusammeln, die wir uns als Ziel gesetzt haben."

Die Hoffnung, den Spielbetrieb, für den Rest der Saison aufrechtzuerhalten, bestehe aus Sicht Nicols, aber: "Eine definitive Aussage werden wir erst Mitte, Ende nächster Woche treffen. Wir sind da natürlich auch auf die Aussage des Insolvenzverwalters angewiesen."

Zum Sportlichen:

SC Rasta Vechta II - Cuxhaven Baskets: Die Gastgeber sind 13., Cuxhaven liegt mit einem Punkt mehr auf dem zwölften Rang. Vechta hat am vergangenen Wochenende beim Spitzenreiter Wolmirstedt erst nach Verlängerung mit 84:87 verloren. Der erfahrene Kaimyn Pruitt (unter anderem vorher Itzehoe Eagles, Artland Dragons) zieht seit zwei Spielen die Fäden bei Rasta. Sehr erfolgreich agiert der erst 16-jährige Luc van Slooten, der in den vergangenen drei Spielen über 26 Punkte im Schnitt (insgesamt 15,2) erzielt hat. Im Kader der Gastgeber ist außerdem der gleichaltrige Torge Buthmann, ein ehemaliges Talent von Rot-Weiss Cuxhaven.

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Frank Lütt

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

fluett@no-spamcuxonline.de

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