Die Kapitäne von Armstorf (r. Tobias Buck) und Pfungstadt (Patrick Thomas) begrüßten sich vor dem spannenden Viertelfinalspiel der Deutschen Meisterschaft. Foto: May
Die Kapitäne von Armstorf (r. Tobias Buck) und Pfungstadt (Patrick Thomas) begrüßten sich vor dem spannenden Viertelfinalspiel der Deutschen Meisterschaft. Foto: May
Heimspiel mit Gänsehaut-Atmosphäre

Auf Top-Niveau: Armstorfer Faustballer überraschen gegen Rekordmeister (mit Video)

von Denice May | 01.02.2026

Der SV Armstorf trotzt dem 37-fachen Meister TSV Pfungstadt und begeistert mit einer kämpferischen Leistung. Vor heimischem Publikum lieferte das Team eine spannende Partie im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft.

Vieles sprach vor dem Viertelfinal-Hinspiel für einen schnellen Abend: der 37-fache Deutsche Meister, gespickt mit Topspielern, gegen einen kleinen Verein aus der Börde. Als der SV Armstorf den Rekordmeister TSV Pfungstadt in der Kreissporthalle in Lamstedt begrüßte, war die Rollenverteilung klar - zumindest auf dem Papier. Doch auf dem Feld entwickelte sich ein Spiel, das niemand so erwartet hatte.

Denn dieser kleine Verein aus der Börde schrieb an diesem Nachmittag Vereinsgeschichte. Erstmals überhaupt stand der SV Armstorf im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft - und empfing dort die größte Herausforderung, die dieses Faustballteam je erlebt hat: den Rekordmeister der Faustball-Bundesliga. 37 nationale Titel sammelte Pfungstadt im Laufe seiner Geschichte - hat mit Patrick Thomas den wohl besten Faustballer der Welt in den eigenen Reihen. Armstorf gehört damit offiziell zu den acht besten Mannschaften Deutschlands.

Die Zuschauer in der Kreissporthalle in Lamstedt feuerten den SV Armstorf im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft an.

Knapp 400 Zuschauerinnen und Zuschauer machten die Kreissporthalle zu einem Tollhaus. Sie feuerten ihre Mannschaft unermüdlich an und sorgten für eine Atmosphäre, die selbst den erfahrenen Gästen Respekt abverlangte. "Wenn es mal bei uns voll ist, dann sind etwa 30 Leute da", bemerkte ein Pfungstädter kurz vor Spielbeginn schmunzelnd - und ahnte wohl schon, dass dieses Auswärtsspiel kein gewöhnliches werden würde. Sportlich galt Armstorf zwar als klarer Außenseiter, doch emotional trug das Heimteam die Fans im Rücken. Kapitän Tobias Buck brachte es vor dem Spiel auf den Punkt: "Allein ein Satzgewinn wäre schon eine richtig geile Sache."

Pfungstadt begann sichtlich nervös und ungewohnt fehleranfällig, setzte sich im ersten Satz aber dennoch knapp mit 11:9 durch. Im zweiten Durchgang fand Armstorf nur schwer ins eigene Spiel und musste ein deutliches 4:11 hinnehmen. Doch statt die Köpfe hängen zu lassen, zeigte das Team Moral. Angetrieben von der Kulisse kämpften sich die Gastgeber zurück: Mit einem starken dritten Satz (11:5) und einem umkämpften vierten Durchgang (11:7) gelang der viel umjubelte Satzausgleich. "Das war gut für den Kopf", sagte Trainer Helmut Steffens.

Die Armstorfer Faustballer trotzten dem Favoriten TSV Pfungstadt und begeisterten mit kämpferischer Leistung.

Ab dem fünften Satz übernahm der Favorit jedoch wieder die Kontrolle. Pfungstadt spielte seine Klasse konsequenter aus und entschied die folgenden drei Sätze mit 11:4, 11:9 und 11:2 für sich. Am Ende stand eine 2:5-Niederlage für Armstorf - aber eine, die sich wie ein Erfolg anfühlte. "Jeder Punktgewinn war ein Erfolg. Dass einige Sätze so eng waren, freut uns extrem. Das war ein riesiger Schritt für uns", so Kapitän Tobias Buck.

Die Faustballer vom TSV Pfungstadt waren vom Publikum in der Lamstedter Kreissporthalle beeindruckt.

Er und seine Mannschaftskollegen blicken mit Stolz auf dieses Erlebnis zurück. "Es war eine richtig coole Erfahrung und etwas ganz Besonderes", hieß es nach dem Spiel. "Nach den ersten Bällen haben wir gemerkt, dass vielleicht etwas drin ist. Patrick Thomas hat Fehler gemacht, die man von ihm nicht erwartet, und wir haben Pfungstadt dominanter erwartet." Selbst die Gäste betonten anschließend, wie außergewöhnlich es gewesen sei, vor einer solchen Kulisse zu spielen.

Das Rückspiel in Pfungstadt wird nun eine noch größere Herausforderung. "Nächste Woche ist es dort ganz anders und sicher noch schwieriger", sagt Tobias Buck. "Aber jeder Punkt zählt - und wir freuen uns auf das Spiel." 

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Denice May
Denice May

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

may@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Handball

Die Frauen des TSV Altenwalde verabschieden sich aus der Landesliga

von Herwig V. Witthohn

Für die Handball-Frauen des TSV Altenwalde endet die Saison mit einem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TV Neerstedt II (Sonnabend, 16.30 Uhr). Die Altenwalder Männer empfangen am Sonntag, 18.20 Uhr, TvdH Oldenburg II in der Franzenburger Halle.

Fußball

Geversdorf will beim TSV Otterndorf punkten

von Herwig V. Witthohn

In der Fußball-Kreisliga kommt es am Wochenende zu einigen spannenden Duellen.  Im Fokus steht dabei sicherlich das Gastspiel des TSV Geversdorf beim TSV Otterndorf. Alle Partien werden am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen.

Fußball

Auswärts sollen für die Cuxhavener Teams Punkte her

von Herwig V. Witthohn

In der Fußball-Bezirksliga stehen die Cuxhavener Teams vor Auswärtspartien. Der FC Cuxhaven gastiert beim MTV Hammah, der TSV Altenwalde reist zum TSV Apensen und Rot-Weiss spielt in Stinstedt. Alle Partien werden am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen.

Abschied

Ein Leben für den Triathlon: Grewe-Ibert beendet Fortbildungsreihe

von Jan Unruh

Nach 33 Jahren und 250 Lehrerfortbildungen zieht Heino Grewe-Ibert einen Schlussstrich. Der Triathlon-Pionier verabschiedet sich in Cadenberge - dort, wo seine beeindruckende Arbeit einst begann.