Armstorfer Faustballer überraschen im Viertelfinale gegen 37-fachen Meister
Der SV Armstorf trotzt dem 37-fachen Meister TSV Pfungstadt und begeistert mit einer kämpferischen Leistung. Vor heimischem Publikum lieferte das Team eine spannende Partie im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft.
Vieles sprach vor dem Viertelfinal-Hinspiel für einen schnellen Abend: der 37-fache Deutsche Meister, gespickt mit Topspielern, gegen einen kleinen Verein aus der Börde. Als der SV Armstorf den Rekordmeister TSV Pfungstadt in der Kreissporthalle in Lamstedt begrüßte, war die Rollenverteilung klar - zumindest auf dem Papier. Doch auf dem Feld entwickelte sich ein Spiel, das niemand so erwartet hatte.
Denn dieser kleine Verein aus der Börde schrieb an diesem Nachmittag Vereinsgeschichte. Erstmals überhaupt stand der SV Armstorf im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft - und empfing dort die größte Herausforderung, die dieses Faustballteam je erlebt hat: den Rekordmeister der Faustball-Bundesliga. 37 nationale Titel sammelte Pfungstadt im Laufe seiner Geschichte - hat mit Patrick Thomas den wohl besten Faustballer der Welt in den eigenen Reihen. Armstorf gehört damit offiziell zu den acht besten Mannschaften Deutschlands.

Knapp 400 Zuschauerinnen und Zuschauer machten die Kreissporthalle zu einem Tollhaus. Sie feuerten ihre Mannschaft unermüdlich an und sorgten für eine Atmosphäre, die selbst den erfahrenen Gästen Respekt abverlangte. "Wenn es mal bei uns voll ist, dann sind etwa 30 Leute da", bemerkte ein Pfungstädter kurz vor Spielbeginn schmunzelnd - und ahnte wohl schon, dass dieses Auswärtsspiel kein gewöhnliches werden würde. Sportlich galt Armstorf zwar als klarer Außenseiter, doch emotional trug das Heimteam die Fans im Rücken. Kapitän Tobias Buck brachte es vor dem Spiel auf den Punkt: "Allein ein Satzgewinn wäre schon eine richtig geile Sache."
Pfungstadt begann sichtlich nervös und ungewohnt fehleranfällig, setzte sich im ersten Satz aber dennoch knapp mit 11:9 durch. Im zweiten Durchgang fand Armstorf nur schwer ins eigene Spiel und musste ein deutliches 4:11 hinnehmen. Doch statt die Köpfe hängen zu lassen, zeigte das Team Moral. Angetrieben von der Kulisse kämpften sich die Gastgeber zurück: Mit einem starken dritten Satz (11:5) und einem umkämpften vierten Durchgang (11:7) gelang der viel umjubelte Satzausgleich. "Das war gut für den Kopf", sagte Trainer Helmut Steffens.

Ab dem fünften Satz übernahm der Favorit jedoch wieder die Kontrolle. Pfungstadt spielte seine Klasse konsequenter aus und entschied die folgenden drei Sätze mit 11:4, 11:9 und 11:2 für sich. Am Ende stand eine 2:5-Niederlage für Armstorf - aber eine, die sich wie ein Erfolg anfühlte. "Jeder Punktgewinn war ein Erfolg. Dass einige Sätze so eng waren, freut uns extrem. Das war ein riesiger Schritt für uns", so Kapitän Tobias Buck.

Er und seine Mannschaftskollegen blicken mit Stolz auf dieses Erlebnis zurück. "Es war eine richtig coole Erfahrung und etwas ganz Besonderes", hieß es nach dem Spiel. "Nach den ersten Bällen haben wir gemerkt, dass vielleicht etwas drin ist. Patrick Thomas hat Fehler gemacht, die man von ihm nicht erwartet, und wir haben Pfungstadt dominanter erwartet." Selbst die Gäste betonten anschließend, wie außergewöhnlich es gewesen sei, vor einer solchen Kulisse zu spielen.
Das Rückspiel in Pfungstadt wird nun eine noch größere Herausforderung. "Nächste Woche ist es dort ganz anders und sicher noch schwieriger", sagt Tobias Buck. "Aber jeder Punkt zählt - und wir freuen uns auf das Spiel."