Hallenmasters in Cuxhaven: Spannender Budenzauber bis zur letzten Sekunde (mit Video)
Dramatischer hätte der Abschied aus der Rundturnhalle kaum sein können: Bis zur letzten Sekunde des Turniers blieb das 36. Hallenmasters in Cuxhaven völlig offen. Ein Treffer am Ende änderte alles und machte Rot-Weiss Cuxhaven zum Turniersieger.
Rund 1200 Zuschauer strömten am Freitagabend in die Rundturnhalle und sorgten für einen würdigen Rahmen für einen besonderen Abschied. Wochenlang hatten Mannschaften aus der Region um den Einzug ins Masters-Finale gekämpft: Am Ende sicherten sich Rot-Weiss Cuxhaven, FC Cuxhaven, SF Sahlenburg, TSV Altenwalde, TSV Geversdorf und der Duhner SC die begehrten Startplätze. Mit dem 36. Hallenmasters-Cup ging nicht nur ein traditionsreiches Turnier zu Ende, sondern auch eine Ära: Zum letzten Mal wurde der Masters-Titel in der Rundturnhalle ausgespielt.
Schon beim Einlaufen der Teams lag Spannung in der Luft. Trommeln, Trompeten und Fangesänge hallten durch die Halle, während sich alle dieselbe Frage stellten: Wer holt sich den letzten Masters-Titel an diesem geschichtsträchtigen Ort? Im Modus "Jeder gegen Jeden" war von Beginn an klar, dass jeder Treffer, jeder Punkt und jede Minute entscheidend sein könnte.

Und der Turnierverlauf spiegelte genau das wider, was den Hallenfußball so besonders macht: Tempo, Emotionen und ständige Wendungen. Nahezu jede Partie veränderte die Tabellenkonstellation - und erhöhte den Druck auf die jeweils nachfolgenden Mannschaften. Ein frühes Absetzen eines Teams blieb aus. Stattdessen wechselten Führung und Verfolgerrolle mehrfach, kein Favorit konnte sich entscheidend distanzieren. Selbst klare Erfolge brachten keine Vorentscheidung, da die Konkurrenz jeweils nachlegte.
Torfestivals und klare Ausrufezeichen
Trotz der engen Tabellenlage mangelte es nicht an Toren. Mehrere Spiele entwickelten sich zu offenen Schlagabtauschen, in denen Offensive klar über Defensive triumphierte. Den höchsten Sieg des Turniers feierte der TSV Altenwalde, der den TSV Geversdorf mit 10:1 besiegte und damit ein deutliches Ausrufezeichen setzte.
Auch der FC Cuxhaven zeigte seine Offensivqualitäten eindrucksvoll. Mit einem 6:3-Erfolg gegen den Duhner SC setzte sich der FC in der vorletzten Partie des Abends an die Tabellenspitze - und schien plötzlich der große Favorit auf den Titel zu sein. Doch entschieden war zu diesem Zeitpunkt noch nichts.

Dramatisches Finale
Denn das letzte Spiel des Abends hatte es in sich. Im direkten Duell trafen Rot-Weiss Cuxhaven und SF Sahlenburg aufeinander - und beide Mannschaften hatten vor dem Anpfiff noch die Chance auf den Turniersieg. Mit der Sahlenburger Führung durch Djengis Juseinov vier Minuten vor Schluss verwandelte sich die Rundturnhalle noch einmal in einen Hexenkessel, die Emotionen bei den Sahlenburger Anhängern kochten über. Die Uhr lief herunter, die Spannung war greifbar - bis wenige Sekunden vor dem Abpfiff. Sebastian Wöhlke behielt die Nerven und traf zum 1:1. Ein Treffer, der das gesamte Turnier entschied. Mit dem Punktgewinn zog Rot-Weiss Cuxhaven punktgleich mit dem FC Cuxhaven und sicherte sich dank der besseren Tordifferenz den Titel: 10 Punkte, 14:7 Tore, hauchdünn vor dem FC (10 Punkte, 18:15 Tore).

Jubel, Abschied und emotionale Momente
Rot-Weiss Cuxhaven verteidigte damit nicht nur seinen Titel, sondern gewann den Masters-Cup zum dritten Mal in Folge - und verließ die Rundturnhalle als letzter Sieger in ihrer Geschichte. Philipp Schlüter, Trainer von Rot-Weiss Cuxhaven, sagte nach dem Spiel: "Ich bin extrem stolz auf die Jungs, wie sie das Turnier gemeistert haben und in welcher Ruhe sie Fußball gespielt haben. Es war ein gelungenes Turnier und ein überragendes Finale für alle. Wir haben das letzte Tor beim letzten Turnier in der Rundturnhalle geschossen und den Titel verteidigt und nehmen den Schwung jetzt mit in die Rückrunde."

Neben sportlichen Höhepunkten gab es auch bange Momente. Hallensprecher Kristian Klement musste in der Halbzeitpause mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht werden und wurde dort vorsorglich untersucht. Erik Schumacher sprang kurzfristig ein. Auf dem Feld zog sich Denniz Cakmak (SF Sahlenburg) nach einem Zusammenprall mit der Bande eine Platzwunde am Hinterkopf zu und verließ das Spielfeld mit Kopfverband. Sorgen gab es zudem um Joshua Flemming von Rot-Weiss Cuxhaven, der sich verletzte und nur mit Unterstützung seiner Mitspieler das Feld verlassen konnte. "Es besteht der Verdacht auf eine Meniskusverletzung. Genaues wird die MRT-Untersuchung ergeben", erklärte Trainer Philipp Schlüter.

Ehrungen und Ausblick
Als Top-Torschütze und Spieler des Turniers wurde Jeronimo Espogeira Graca (TSV Altenwalde) ausgezeichnet. Die Trophäe für den besten Torhüter nahm Nik Himmel (Rot-Weiss Cuxhaven) aus den Händen von Oberbürgermeister Uwe Santjer entgegen. Santjer betonte die Bedeutung des Turniers für die Stadt und machte deutlich, dass der Masters-Cup auch in der neuen Cuxlandhalle seinen festen Platz behalten solle.
Ein Blick auf die Abschlusstabelle verdeutlichte die Ausgeglichenheit des Turniers. Rot-Weiss Cuxhaven und FC Cuxhaven beendeten das Hallenmasters jeweils mit 10 Punkten aus fünf Spielen. Auf Rang drei folgten die Sportfreunde Sahlenburg mit 8 Punkten, dicht dahinter landete der TSV Altenwalde mit 7 Zählern auf Platz vier. Der Duhner SC sammelte 4 Punkte und belegte Rang 5, während der TSV Geversdorf das Turnier mit 2 Punkten auf dem 6. Platz abschloss.





