Cuxhaven hat jetzt eine Waldorf-Schule
Feierliche Einweihung: jahrelanges Bemühen der Initiatoren trägt Früchte
tas. - Lange haben die Initiatoren auf diesen Tag hingearbeitet, haben unendlich viel Zeit, Arbeit und schließlich auch eine Menge Geld investiert, um ihre Idee von einer anderen, kindgerechteren Schule zu realisieren. Glücklich und ein wenig stolz waren sie deshalb, als am Sonnabend "ihre Schule", die erste Freie Waldorfschule Cuxhavens, feierlich eingeweiht wurde.
Aus Festreden, Vorführungen und einem Tag der offenen Schule bestand die Veranstaltung, zu der neben einigen offiziellen Gästen, wie die noch amtierende Vizelandrätin Helga Lüdke und Oberbürgermeister Albrecht Harten, die Vorsitzende der Anthroposophischen Gesellschaft Cuxhaven, Dr. Aruna Küster sowie zahlreiche Gäste benachbarter Waldorf-Schulen und -Kindergärten und natürlich die Kinder, Eltern, Freunde und Förderer der Schule erschienen waren. Viel Mühe hatten sich die Vereinsvorsitzenden Rolf Siegwald, Dr. Gerda Lemmerhirt und Dorothee Naudascher, Gründungslehrer Markus Gerdes (40) und die Eltern mit der Vorbereitung des Festes gegeben. Überhaupt läuft an dieser Schule ohne die Eltern nichts. Sie haben die bisher drei Räume von Grund auf instandgesetzt, eingerichtet und gestaltet, sorgen für die Reinigung der Klassenräume und richten gemeinsame Schulfeiern und Veranstaltungen mit aus.Und dann müssen sie die Zwergschule mit ihren monatlichen Beiträgen auch finanzieren, für mindestens die nächsten drei Jahre ganz ohne staatliche Zuschüsse. Anschließend gibt das Land die Hälfte des sonst üblichen Kostensatzes für einen Schüler an einer staatlichen Schule dazu.Ein kleines Wunder also, dass die Initiatoren die Anschubfinanzierung zusammen bekommen haben. Allein die Eltern hätten das nicht geschafft, sagt Dr. Gerda Lemmerhirt. Freunde und Förderer hätten in großzügiger Weise gespendet und Patenschaften für einzelne Schüler übernommen. 350 Mark durchschnittlich zahlen die Eltern als Schulgeld. Doch es gibt auch Abweichungen nach oben oder unten, je nachdem was jemand zu zahlen in der Lage ist.Kein Kind werde aus finanziellen Gründen abgewiesen, sagt das Vorstandsmitglied.Zwölf Erstklässler werden seit Beginn dieses Schuljahres in den Räumen der umgebauten Große-Wettern-Kaserne an der Marienstraße unterrichtet. Sieben sind aus Cuxhaven, die anderen kommen aus der weiteren Umgebung bis Bremerhaven.Die nächsten Schulen befinden sich in Bremen und Stade. Von Stade aus werden Klassenlehrer Gerdes und seine vier Kollegen Fachlehrer pädagogisch und organisatorisch unterstützt, bis die Cuxhavener Schule ganz auf eigenen Beinen stehen kann.Die Einweihungsfeier bereicherte eine zweite Klasse der Stader Waldorfschule mit der Vorführung eines Bauerntanzes und von den Kindern vorgetragenen Gedichten. Ein Stück Tanzkunst aus dem Bereich der Eurythmie präsentierte das Eurythmie-Ensemble Buchholz zum Ausklang des Festes vor rund 130 Gäste im Veranstaltungssaal des Ahab's Club, der sich in direkter Nachbarschaft zur Schule befindet.
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