"Cuxhaven und der Fisch": Museum Windstärke 10 lud ein
CUXHAVEN. Im Zeichen des internationalen Museumstages lud das Museum Windstärke 10 am Sonntag zu einer kostenlosen Führung durch die neue Ausstellung "Cuxhaven und der Fisch" ein. Von Thomas Sassen
Trotz Sonnenscheins schlossen sich gut 30 Interessierte dem Rundgang mit Museumsleiterin Dr. Jenny Sarrazin an.
Dabei erfuhren sie eine Menge interessanter Details zur Entwicklung der Fischverarbeitung in Cuxhaven. Zum Beispiel, dass große Heringsschwärme in der Nordsee den Impuls für eine verarbeitende Industrie größeren Umfangs gaben. 1920 war mit dem Aufbau begonnen worden, um die Fänge von bis zu 57 Millionen Pfund (1936) innerhalb einer Heringssaison sowie die importierte Ware verarbeiten zu können. Die Methoden, den Fisch haltbar zu machen, haben sich wenig geändert, die Verfahren sehr wohl. Die gelungene Ausstellung geht vor allem auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Frauen in der Fischindustrie ein. Dabei handelte es sich meist um Saisonarbeiterinnen, die anfangs aus Hamburg und dann vor allem aus dem Ruhrgebiet angeworben wurden. Später, in den 1950er- und 1960er-Jahren kamen die Gastarbeiterinnen aus Italien, Spanien und Portugal. Verbesserungen brachte der Bau des Frauenwohnheims im Elfenweg (1926 – 1975), das in einem Modell gezeigt wird. Dort konnten die Arbeiterinnen unter geordneten und hygienischen Verhältnissen in Mehrbettzimmern wohnen. Sie wurden mit zwei Mahlzeiten am Tag verpflegt, wofür die Hälfte ihres ohnehin kärglichen Monatslohns drauf ging. Wäschewaschen und ein Wannenbad kosteten extra. Die äußerst sehenswerte Ausstellung ist noch bis 16. September geöffnet.