Tag der offenen Gesellschaft

Cuxhaven: Zusammenkommen und reden - trotz Corona

von Maren Reese-Winne | 22.06.2020

CUXHAVEN. Sinn des Tags der offenen Gesellschaft ist, Menschen zusammenzubringen. Nicht einfach in Zeiten von Corona. Dass es geht, bewies die Veranstaltung am Sonnabend auf dem Kaemmererplatz.

Das Diakonische Werk, die Caritas, der Arbeitskreis Asyl und das Offene Herz Altenwalde (OHA) hatten sich für diese bundesweit stattfindende Aktion zusammengetan, hinter der die Initiative "Tag der offenen Gesellschaft e.V." steht, eine unabhängige, bürgerschaftliche Initiative ohne Parteibindung, die Demokratie, Begegnung und Zusammenhalt in die Öffentlichkeit rücken will.

Eckpunkte unserer Gesellschaft, die vielen Menschen am Herzen liegen, wie die Akteurinnen und Akteure feststellten. Viele Interessierte kamen näher, schauten sich Bilder und Plakate an und ließen sich auf das Speeddating mit fremden Menschen ein, bei denen ein Fragenkatalog half, den Dialog zu eröffnen.

"Sonst nie angesprochen"

Jeweils aus den Kategorien "Eisbrecher", "Persönliches Kennenlernen" und "Politisches Kennenlernen" konnte eine Frage ausgewählt werden - "Stadt oder Land?" etwa, "Mit wem würdest Du gerne für einen Tag tauschen?" oder "Wie informierst Du Dich?" "Sehr interessant war das", fanden auch die 13-jährigen Konfirmanden aus der Gruppe von Helga Skrandies-Brihmani, Diakonin der Innenstadtgemeinden. "Wir hätten diese Person ja sonst nie angesprochen." Nur bei der Politik hätten sie sich noch nicht so sicher gefühlt.

Die Belange der Älteren vertrat Inge Bühner, die kürzlich bereits in einem CN-Artikel vor einer Verurteilung und Benachteiligung der Senioren im Zusammenhang mit Corona gewarnt hatte. "Ein Satz, der mich sehr bewegt hat: ,Wir haben Sommer? Nicht im Zimmer meiner Mutter, sie ist Heiminsasse‘. Das klang für mich wie Gefängnisinsasse", sagt sie nachdenklich. Dafür hätten einige Jungs aber auch sehr liebevoll über ihre Großeltern gesprochen: "Ich schreibe Oma jetzt jeden Tag auf WhatsApp" oder "Wir haben Oma jetzt zu uns geholt."

"Zeit zum Zuhören nehmen"

Alle Beteiligten berichteten über interessante Gespräche über alt und jung sein, fremde Kulturen, Vorurteile, Nachbarschaft und Engagement. "Wir machen das viel zu wenig: Uns Zeit zu nehmen, um zuzuhören", so Ute Feldt von der Caritas.

Groß war die Bereitschaft, geschriebene Botschaften zu verfassen und anderen zu zeigen. "Das ist eben der Reiz einer Mitmachaktion - nicht nur Konsumieren, auch etwas dalassen", so Jörg Moritz vom Diakonischen Werk.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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