Cuxhavener Kreishaus soll ausgebaut werden
KREIS CUXHAVEN. Der Ausbau des Kreishauses in Cuxhaven rückt in greifbare Nähe.
Nun also doch: Nachdem in Teilen der Politik die mögliche Erweiterung des Kreishauses bislang eher mit spitzen Fingern angefasst worden war, hat es nach Informationen unserer Zeitung am Mittwoch während der Sitzung einer nicht öffentlich tagenden Arbeitsgruppe eine Einigung gegeben. So soll möglichst kurzfristig ein Neubau im Rahmen einer "Modulbaulösung" kommen. Da das vorhandene Kreishausgebäude aus allen Nähten platzt, sind bereits zahlreiche Büros inzwischen in einem Containerdorf untergebracht. Das soll ein Ende haben - aus finanziellen, aber auch aus grundsätzlichen Überlegungen.
Man kann es so formulieren: Die Erweiterung des Kreishauses um weitere Büros war in den vergangenen Jahren nicht gerade das Lieblingsprojekt der Politik. So hieß es bei der CDU noch im Programm für die Kommunalwahl im Jahre 2016: "Eine Erweiterung des Kreishauses durch einen Anbau zur Schaffung weiterer bzw. weiterer Zentralisierung von Verwaltungseinheiten des Kreises wird von der CDU-Kreistagsfraktion zum augenblicklichen Zeitpunkt abgelehnt." Und auch noch im September vergangenen Jahres hatte der CDU-Kreistagsvorsitzende und Landratskandidat Frank Berghorn mit Blick auf das Projekt eine "Politik mit Augenmaß" gefordert.
So fehlte insbesondere der CDU ein konkretes Konzept zur Personalentwicklung der Verwaltung: "Das ist in dieser Woche in Teilbereichen vom Personaldezernenten Friedrich Redeker geliefert worden." Die zentrale Frage: Ist der steigende Personaleinsatz erforderlich, obwohl langfristig mit einer sinkenden Einwohnerzahl im Cuxland gerechnet wird?
Neben allen theoretischen Überlegungen zu dieser Frage steht fest, dass der Kreis in den vergangenen Jahren einige personalintensive Aufgaben von der Bundes- und Landesebene übernehmen musste (unter anderem im sozialen Bereich). Dadurch wuchs die Zahl der Mitarbeiter, für die es aber im Hauptgebäude an der Vincent-Lübeck-Straße in Cuxhaven keine Büroräume gab. Die Folge: Neben der Zulassungsstelle ist ein Containerdorf entstanden, das von der Bauaufsicht der Stadt für die Dauer von zwei Jahren genehmigt worden war. Doch diese Frist läuft ab. Nach Informationen unserer Zeitung hätte die Miete, die für eine weitere zweijährige Nutzung der Container anfallen würde, rund 2,5 Millionen Euro betragen.
Doch dazu wird es nicht kommen. Nach dem internen Gespräch der Arbeitsgruppe am Mittwoch steht fest, dass auf dem Parkplatzgelände gegenüber dem Haupteingang des Kreishauses wahrscheinlich 2020 ein Neubau in Modulbauweise entsteht. Durch diese Systembauweise ist nicht nur eine zügige Fertigstellung möglich, sondern auch eine individuelle Anpassung der benötigten Flächen - zum Beispiel durch das Verschieben von Büro-Zwischenwänden. Außerdem könnte dadurch eine mögliche Erweiterung zeitnah erfolgen.
Die Existenz des Containerdorfes ist zeitlich befristet. So soll die Stadt Cuxhaven eingewilligt haben, diese Lösung übergangsweise weiter zu dulden, da ein Ersatzbau in absehbarer Zeit erfolge. Wäre die enge Abstimmung zwischen Stadt und Landkreis nicht erfolgt, hätte erneut die Summe von 2,5 Millionen Euro im Raum gestanden, die für die Container-Variante veranschlagt werden müsste: "Das wäre unwirtschaftlich", so SPD-Fraktionschef Claus Johannßen.
Es ist davon auszugehen, dass im kommenden Jahr der Neubau in Modulbauweise weitgehend steht. CDU-Fraktionschef und Landratskandidat Frank Berghorn steht ebenfalls hinter dem Neubau: "Es werden zweifelsohne zusätzliche Räume benötigt." Ihm sei es aber wichtig gewesen, dass endlich auch einmal seitens der Verwaltung die Grundzüge der mittel- und langfristigen Personalplanung aufgezeigt worden seien: "Jetzt wird langsam der reale Bedarf deutlich."
Die ursprünglich ins Spiel gebrachte Planung von rund 270 neuen Büros sei völlig unrealistisch gewesen: "Jetzt kann man das nach und nach endlich besser einschätzen."
Erleichtert ist der amtierende Landrat Kai-Uwe Bielefeld, dass sich im politischen Raum etwas bewegt: "Wir haben jetzt das Ergebnis eines vernünftigen und guten Dialoges mit der Politik vorliegen. Darauf lässt sich Schritt für Schritt aufbauen." Diese Einschätzung bezieht sich nicht nur auf die Beseitigung des Containerdorfes.
Vielmehr ist der Kreis auch in einigen Außenstellen vertreten, die gemietet sind. Sein Ziel: Möglichst viele Einrichtungen am Kreishaus zu konzentrieren, dadurch Synergieeffekte erreichen und Mietkosten senken. Doch das beinhaltet der Kompromiss vom Mittwoch noch nicht.
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