Landwirtschaft

Cuxland: Trockenheit reißt Löcher in die Bilanzen

12.07.2018

KREIS CUXHAVEN. Das frühe extreme Sommerwetter in Norddeutschland hat den Ertrag auf Feldern und Wiesen weggetrocknet. (red)

„Die Getreideernte bestätigt jetzt unsere Befürchtungen, aber auch bei Kartoffeln, Rüben und Mais sowie auf Wiesen und Weiden ist das Wachstum nahezu zum Erliegen gekommen“, sagt Niedersachsens Landvolkpräsident Schulte to Brinke. Nach ersten Erhebungen sei von einem Minus bei der Getreideernte um rund 20 Prozent auszugehen. Demnach würde die Gesamternte in Niedersachsen mit knapp fünf Millionen Tonnen um rund eine Million Tonnen niedriger ausfallen als im ebenfalls schon schwachen Vorjahr.

Bei anhaltender Trockenheit werde das Minus bei den Erträgen vermutlich noch erheblich größer ausfallen, so das Landvolk. Auch der Deutsche Bauernverband hat für das Bundesgebiet Ertragseinbußen prognostiziert, mit aktuell rund 41 Millionen Tonnen werden danach gegenüber 2014 voraussichtlich mehr als zehn Millionen Tonnen Getreide weniger geerntet. Auf EU-Ebene geht der Europäische Bauernverband Copa ebenfalls von einer geringeren Getreideernte aus. Er korrigierte die Erwartungen um etwa zehn Prozent auf 274 Millionen herunter.

Diese Entwicklungen wirken sich auch auf den Märkten aus. Das knappere Angebot trifft zunächst die Tierhalter, die ihre Futtervorräte auffüllen müssen. „Unsere Ackerbauern werden ihre Ertragsausfälle auch über höhere Preise nicht ausgleichen können“, so Schulte to Brinke. Auch die Tierhalter seien mit finanziellen Belastungen konfrontiert, wenn die Getreidepreise ansteigen und sich das Mischfutter oder auch das Futtergetreide verteuert.

„Die hohen Temperaturen über einen so langen Zeitraum und die Trockenheit werden bei den Landwirten tiefe Löcher in die strapazierten Bilanzen reißen“, befürchtet Schulte to Brinke. Tierhalter würden die fehlenden Grundfuttervorräte kaum ausgleichen können, denn auf den Wiesen ist nach dem ersten Schnitt kein Futter nachgewachsen. Die Landwirte wünschen sich bald ergiebige Niederschläge, um die Vorräte der ausgetrockneten Böden aufzufüllen – allerdings darf der Regen die Getreideernte nicht stören.

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