150 Jahre SPD

Der Anfang war schwer

19.03.2013

CUXHAVEN.  Demokratie, politische Freiheit und soziale Gerechtigkeit, mit diesen Forderungen waren die Gründer der SPD vor 150 Jahren angetreten, Forderungen, die das bürgerlich-konservative Lager mit Reichskanzler Bismarck an der Spitze als Kriegserklärung gegen die bestehende Gesellschaftsordnung auffassten. Diffamierung der Sozialdemokraten als vaterlandslose Gesellen und Verfolgung waren die Folge.

Mit der Geschichte der Sozialdemokratie in Deutschland befasst sich eine Ausstellung mit dem Titel „150 Jahre soziale Demokratie in Deutschland“ von der Friedrich-Ebert-Stiftung, die ab 20. März im Bürgersaal des Cuxhavener Rathauses gezeigt wird. Die Cuxhavener Sozialdemokraten nehmen das große Jubiläum zum Anlass, sich mit ihrer eigenen Geschichte intensiver auseinanderzusetzen. Den Anfang machte eine Auftaktveranstaltung am Freitagabend, dem Tag des Stadtgeburtstages, im Schloss Ritzebüttel.

Eine zentrale Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus unter den Sozialdemokraten ist für den 14. April ab 10.30 Uhr auf dem Karl-Olfers-Platz geplant. Karl Olfers wurde am 14. April vor 125 Jahren geboren. SPD-Fraktionsvorsitzender Gunnar Wegener wies darauf hin, dass Heinrich Grube am 13. Mai und Wilhelm Heidsiek am 4. Januar ebenfalls vor 125 Jahren geboren wurden.

Torsten Thees öffnete anlässlich der Festveranstaltung im Schloss das SPD-Geschichtsbuch und gab Einblicke in die früheste Zeit der Arbeiterbewegung, die sich zunächst nur zaghaft in Form eines Arbeiterbildungsvereins im damaligen Amt Ritzebüttel auswirkte. Ein „hamburgischer Agitator“ namens Ernst Breuel hatte schließlich am 17. April 1876 in einer Gastwirtschaft am Marktplatz eine Versammlung einberufen, um Mitstreiter für die Ziele der Sozialdemokratie zu gewinnen. Wenn man der damaligen Presse vertrauen kann, hat sich damals aber niemand der Bewegung angeschlossen.

Nur langsam erwachte nach dem Ende der Sozialistengesetze das Interesse an der Sozialdemokratie in Cuxhaven neu. Zwar gab es im Frühjahr 1892 eine öffentliche Versammlung in der der Wunsch nach einer eigenständigen Ortsgruppe geäußert wurde, aber eine regelrechte Gründung fand offenbar erst am 19. August des Jahres 1894 statt. Im Stadtarchiv erhalten geblieben ist ein Polizeiprotokoll der Veranstaltung. Der Schumacher Otto Schulz aus Döse Nr. 9 hatte für Nachmittags 4 Uhr ins Zier’sche Lokal eingeladen und 60 Personen waren gekommen. Thees beleuchtete vor allem die Rolle von Karl Olfers, dem langjährigen Oberbürgermeister und Landtagsabgeordneten, Wilhelm Heidsiek, dem Schriftleiter der SPD-Zeitung „Alte Liebe“, Heinrich Grube, dem Leiter der Jugend und Wohlfahrtsabteilung und Anna Strohsahl, der ersten Frau im Stadtrat. Thees knüpfte die Verbindung zur großen Politik, so zur Ablehnung der Ermächtigungsgesetzte durch die SPD, erinnerte dann aber auch beispielsweise an das Verbot der SPD-eigenen Zeitung „Alte Liebe“, nur zehn Tage nach der Reichstagswahl von 1933.

Von Thomas Sassen

Lesen Sie auch...
"Autohaus Rieper"

Feuerwehr-Partner: Ihlienworther Arbeitgeber geehrt

05.09.2018

IHLIENWORTH. Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Karl-Heinz Banse, am Dienstag die Förderplakette "Partner der Feuerwehr" an 22 niedersächsische Unternehmen verliehen. (red)

"Kein Prunkbau"

Cuxhavener Kreishaus-Ausbau: Landrat verteidigt Pläne

05.09.2018

KREIS CUXHAVEN. Dezernent Friedrich Redeker sagt zum Cuxhavener Kreishaus: "Manche Mitarbeiter sitzen wie Hühner auf der Stange." (es / as / krs)

Feuerwehr-Einsatz

Hemmoor: Mähraupe brennt lichterloh

05.09.2018

HEMMOOR. Einsatz für die Feuerwehr Warstade am Dienstagnachmittag. (jl)

Wettbewerb

Orgel: Altenbrucherin Schlappa holt ersten Preis

05.09.2018

CUXHAVEN. Die 18-jährige Laura Schlappa aus Altenbruch nahm Mitte August an dem internationalen Orgelwettbewerb "Northern Ireland International Organ Competition" teil. (red/jp)