Vermessungsarbeiten an der Oste
KREIS CUXHAVEN. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist der Oste auf den Grund gegangen.
Die Betriebsstelle Norden-Norderney des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat nun die Daten einer kompletten hydrographischen Vermessung der Oste an die NLWKN-Betriebsstelle Stade übergeben. Das Speichervolumen der Ergebnisdaten des Vermessungseinsatzes mit dem Peilboot "Nynorderoog" umfasst 243 Gigabyte.
"Flüsse verändern sich permanent. Wir begleiten den dynamischen Verlauf der Oste und geben daher solche Gewässervermessungen alle fünf bis zehn Jahre in Auftrag", erläutert Hartwig Meyer von der NLWKN-Betriebsstelle Stade. "Die Auswertung der Daten hat ergeben, dass die Ufereinfassung intakt ist. Außerdem wurden die uns bekannten Problemecken bestätigt, aber es besteht kein akuter Handlungsbedarf."
Mit den "Problemecken" sind unter anderem die so genannten Kolklöcher gemeint. Hier tritt die Dynamik des Flusses die Gewässersohle ab und es kann zur Strudelbildung kommen. Solche Kolklöcher gibt es beispielsweise bei Neuhaus und Oberndorf.
Ausgehend vom NLWKN-Betriebshof Basbeck am Ostedeich in Hemmoor wurden im Dezember insgesamt 70 Gewässerkilometer der Oste von Bremervörde bis zum Oste-Sperrwerk für Unterhaltungsarbeiten hydrographisch vermessen. Das knapp acht Meter lange und 2,5 Meter breite Peilboot wurde eigens für den Oste-Einsatz über den Landweg zum Betriebshof transportiert und mit einem Autokran in den Fluss gehievt. Innerhalb von vier Messtagen hat die Schiffsbesatzung der "Nynorderoog" um Schiffsführer Hermann Jacobs, Maschinist Gerrit Hinrichs und Seevermesser Patrick Bruckert die tidebeeinflusste Oste mit rund 1,3 Milliarden Messwerten hochauflösend und flächenhaft mittels Fächersonartechnik vermessen.
Die "Nynoderoog" ist das kleinste der insgesamt sieben Schiffe der NLWKN-Flotte. Es verfügt über ein sogenanntes Flachwasser-Fächerecholot. Dabei handelt es sich um ein Multi-Sensorsystem mit zwei Sonarköpfen, die mit einem Öffnungswinkel von bis zu 200 Grad Unterwasserbauwerke vollständig bis zur Wasseroberfläche vermessen können. Damit kann die Gestalt von Gewässerböden flächenhaft, hochaufgelöst und sehr effizient erfasst werden. Eine Lokalisierung selbst kleinster Objekte oder Hindernisse ist möglich. Das Schiff hat einen Tiefgang von weniger als einem Meter und ist leicht an Land zu transportieren. Hauptaufgabe des NLWKN-Peilboots ist die hydrographische Erfassung von Küstenreliefs mit dem Ziel, dessen Veränderungen zu dokumentieren und damit Grundlagen für morphologische Analysen zu schaffen sowie Eingangsdaten für mathematische Modellierungen von Tide- und Sturmflutwasserständen, Strömungen, Seegang und Gewässergüte zu liefern.
Längster Nebenfluss der Elbe
Die Oste ist der längste Nebenfluss der Elbe auf niedersächsischem Gebiet und ist bis Bremervörde mit dem Schiff befahrbar. Seit dem 1. Juli 2011 ist der Fluss von Bremervörde bis zum Oste-Sperrwerk in der Unterhaltung des Landes Niedersachsen. Im Gegenzug übernahm der Bund Unterhaltungspflichten für die Vorlandsicherung an der Unterelbe.
Die letzte Gewässervermessung des Schifffahrtsweges stammt aus dieser Zeit. Uferabbrüche, Verlandungen und Kolkbildungen durch den Gezeiteneinfluss führen zu einem ständigen Wandel des Gewässers.
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