Erste Fangreise

DFFU-Neubau "Cuxhaven" auf Jungfernfahrt

18.08.2017

CUXHAVEN. Als ein großer Tag wird der 19. August in die Geschichte der Deutschen Fischfang-Union (DFFU) eingehen. (tas)

Am kommenden Sonnabend wird mit der nun komplett ausgerüsteten „Cuxhaven“ nach Jahrzehnten erstmals wieder ein Fischtrawler-Neubau seine Jungfernreise antreten. Am 15. August, später als geplant, hat die Bauwerft Myklebust im norwegischen Aalesund das Schiff an die DFFU übergeben, wie am Donnerstag Geschäftsführer Haraldur Gretarsson telefonisch bestätigte.

Nun drängt die Zeit, da die „Kiel“ (NC 105) bereits vor ein paar Wochen an den neuen Besitzer nach Portugal überführt wurde und die Fangquote von der neuen „Cuxhaven“ – die die Fischereinummer NC 100 erhalten hat – befischt werden soll.

Deshalb geht der hochmoderne Trawler nach den erfolgreich absolvierten Testfahrten von Aalesund aus sofort auf die erste Fangreise. Die führt, unter dem isländischen Kapitän Stefan Thorisson, in norwegische Gewässer, wo vor allem Kabeljau sowie Schellfisch und Seelachs gefangen werden sollen.

Die geplante Taufe in Cuxhaven wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Mit allen verfügbaren Kräften arbeitet das Unternehmen seit Wochen daran, das hochmoderne Fangfabrikschiff in Fahrt zu bringen und auch alle dafür notwendigen Papiere zusammenzubekommen. Uwe Warrings, Leiter Rechnungswesen bei der DFFU, hatte seinem Chef versprochen, bis zur Indienststellung der beiden Neubauten – das Schwesterschiff „Berlin“ soll ebenfalls in nächster Zeit fertig werden – weiterzumachen. Das Ziel ist nun in greifbare Nähe gerückt, weshalb sich der dienstälteste „Nordsee“-Mann am 30. September nach fast 49 Jahren bei ein und demselben Arbeitgeber endgültig in den Ruhestand verabschieden wird. Ende des Jahres wird ihm Buchhalter Joachim Hielscher folgen, der vor fast 47 Jahren bei der Fischdampferreederei angefangen hatte.

„Revolution in der Fischerei“

Mit den beiden je 40 Millionen Euro teuren Neubauten beweist die isländische Führung der DFFU, dass sie – trotz Verunsicherung der Branche durch den anstehenden Brexit – an die Zukunft glaubt. Warrings drückt es so aus: „Wir hoffen auf die Vernunft aller Beteiligten und dass es nicht zu Wildwest in der Fischerei kommt.“

Die beiden Neubauten wertet er als eine Revolution in der Fischerei. Das sei ein ähnlicher Quantensprung wie vor rund 50 Jahren, als die Bremen-Klasse eingeführt wurde, zu der auch die „Kiel“ gehörte.

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