Fritz Ludwig Lübbeke während der Nachwuchs-Europameisterschaft der Vielseitigkeitsreiter 2018 in Fontainebleau in Frankreich. Foto: Förster
Fritz Ludwig Lübbeke während der Nachwuchs-Europameisterschaft der Vielseitigkeitsreiter 2018 in Fontainebleau in Frankreich. Foto: Förster
Reitsport

Die erfolgreichen Talente der Familie Lübbeke

19.12.2018

WINGST. Libussa und Fritz Ludwig Lübbeke aus der Wingst gehören zu besten Talenten Deutschland im Vielseitigkeitsreiten. Von Gaby Joppien

Die Wingster Geschwister Libussa und Fritz Ludwig Lübbeke haben sich in den Bundeskader der Vielseitigkeit geritten. Kein Wunder, dass diese Nachwuchsreiter so erfolgreich sind, hat doch die gesamte Familie das eine gemeinsame Hobby. Die Pferde halten die Lübbekes ordentlich auf Trab.

Ein ganz normales Wochenende im Hause Lübbeke in der Wingst: Fritz-Ludwig, der älteste Sohn, macht sich fertig für die Deutsche Meisterschaft der Nachwuchsvielseitigkeitsreiter in Kreuth. Zwei Pferde nimmt er mit zu diesem Wettbewerb, der eine Qualifikation für die Europameisterschaft ist - Mutter Annelie Lübbeke begleitet ihn. Gleichzeitig hat auch der jüngste Sohn, Ferdinand, wichtige Termine: Er muss mit einem Pferd und einem Pony nach Celle gebracht werden, wo um die Qualifikation zur Goldenen Schärpe geritten wird. Die Begleitung übernimmt Vater Martin Lübbeke. Außerdem muss sich noch jemand um die Tochter Libussa Lübbeke kümmern, die in Kalundborg in Dänemark eine internationale Prüfung reiten muss, die als Qualifikation für die Europameisterschaft zählt. Sie wird mitgenommen von einer Freundin der Familie. Martin Lübbeke erinnert sich noch gut an dieses "stressige" Wochenende im Juni 2017: "Innerhalb von 30 Minuten flogen alle am späten Sonntagabend wieder ein", sagt er. Fast gleichzeitig seien also alle von den Pflichtveranstaltungen wieder nach Hause zurückgekehrt.

Ruhiger geworden ist es bei Lübbekes inzwischen nicht. Die beiden älteren Geschwister sind jüngst in den Bundeskader der Vielseitigkeitsreiter für 2019 berufen worden: Libussa (17 Jahre) in den U18-Kader, Fritz Ludwig (19) in den U21-Kader. Und das gelingt nur demjenigen, der in der Vergangenheit erfolgreich war. Libussa Lübbeke zählt auf: 2018 siegte sie mit dem U18-Team im Nationenpreis in Marbach, bei der Deutschen U18-Meisterschaft belegte sie den siebten Platz, außerdem stand sie auf der Longlist für die EM in Fontainebleau, Frankreich, nahm am Ende aber doch nicht teil. Während Libussa so erzählt, rekelt sich Haushund Charlotte auf dem Sessel vor dem Kamin in der gemütlichen Küche. "Sie ist der liebste Dackel der Welt", meint Libussa. Zusammen mit ihrem Vater Georg wacht Charlotte über das große Anwesen der Familie, zu dem neben dem großen Wohnhaus auch zwei Pferdeställe gehören, darin mehr als ein Dutzend Pferde.

Führanlage und eigene Reithalle stehen auch zur Verfügung. Viel zu tun also für kleine Hunde auf so kurzen Beinen. Doch das war es noch nicht. Denn dazu kommt der Fuhrpark, der ebenfalls zu beaufsichtigen ist: zugstarke Autos und Pferdetransporter sowie inzwischen auch ein Wohnwagen. Und der ist praktisch, wenn man so viel unterwegs ist. "Zum Glück betreiben wir alle das gleiche Hobby", sagt Dr. Martin Lübbeke, Tierarzt und seit langem Chef des Dobrock-Turniers in der Wingst.

Ordentlich arbeitsreich und kostenintensiv sei das, was seine Kinder so machen, aber alle zögen an einem Strang. "Schlimmer wäre es, wenn jeder ein anderes Hobby hätte", glaubt er. Allerdings gibt es sie, die anderen Hobbys. Denn Fritz Ludwig und Ferdinand haben auch Fußball gespielt. Viel Zeit blieb dafür allerdings nicht und oft mussten die Jungs absagen.

Dass alle zusammenhalten kommt gerade besonders Fritz Ludwig Lübbeke zugute, der inzwischen in Göttingen Agrarwissenschaften studiert. Denn auch wenn er selbst nicht da ist, werden seine Pferde Caramella und Caramia zu Hause weiter fit gehalten.

Lübbeckes versorgen allein vier Kaderpferde. Laut Vorschriften muss deren Fütterung besonders überwacht werden, sie müssen dopingfrei sein und jede medizinische Behandlung muss genau dokumentiert werden. Viel Büroarbeit also, die Annelie Lübbeke nebenbei meistert. Und wie geht es weiter?

Libussa Lübbeke sagt, dass sie gern international dabeibleiben und weitermachen möchte. Ihr Traum sei es, weiter die deutschen Farben zu vertreten. Nächstes Jahr steht außerdem das Abitur an.

Anschließend möchte sie einige Zeit in England verbringen: Beim dortigen Bundestrainer der Vielseitigkeit. Und ihre Pferde würde sie mitnehmen. Auch ihre Holsteiner-Stute Darcy F, die ihr von Ferdinand Baumann zur Verfügung gestellt worden ist. Während wir so reden und über die Zukunft spekulieren, hütet Dr. Martin Lübbeke draußen die Hühner. Die waren ein Geschenk. Ein Züchter hatte sie wegen kleiner Mängel aussortiert und Ferdinand überlassen.

Gerade sind die übrigen Tiere Hühner-Europameister geworden. Und die ganze Familie hat sich darüber köstlich amüsiert. Es wird viel gelacht zu Hause bei Lübbekes. Und zwar herzlich.

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