Die "kleinen Brüder" schauen nie weg: Kamera-Überwachung in Cuxhaven

27.09.2004

Videobeobachtung im öffentlichen Raum durch Private

sg. - "Big Brother is watching you" - das Schlagwort von der totalen Überwachung aus Orwells "1984" passt nicht auf Cuxhaven. Statt des einen großen Bruders sind es eher viele "kleine Brüder", deren Kameras auf den öffentlichen Raum im Stadtgebiet blicken.

 

Schilder mit der Aufschrift "Dieser Bereich wird videoüberwacht" hängen zum Beispiel an vielen Containersammelplätzen des Abfallverwertungszentrums (AVZ), um Müllsünder abschrecken. Mit dem Hinweis auf Kameraüberwachung will auch der Verkehrsverein Duhnen das Figurenensemble auf dem Duhner Kreisverkehr vor Vandalen schützen. Im "Stadion am Meer" hatten jüngst mehrere Kameras die feiernden Sportler und weitere Gäste im Auge - im Auftrag der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH.

 

Die Brisanz dieser Kameras im Vergleich zu den zahlreichen Überwachungsanlagen in Geschäften oder Tankstellen liegt darin, dass sie in Bereiche blicken, die im Prinzip allen gehören. Und da anstelle der Polizei Private den öffentlichen Raum überwachen, stellt sich die Frage nach dem Datenschutz. Was mit den Aufnahmen der Kamera passiert, treibt auch Befürwortern der Kamera-Überwachung zur Verbrechensabwehr die Sorgenfalten ins Gesicht: "Wer kontrolliert die Überwacher?", fragt Bernd Michaels vom kommunalen Präventionsrat und weiter: "Man weiß nicht, wo die Daten landen und wie sie benutzt werden."

 

Für ihn ist die Kameraüberwachung im öffentlichen Raum ein "zweischneidiges Schwert": Einerseits könnten Kameras beim Bürger ein subjektives Sicherheitsgefühl schaffen und Brennpunkte unter Kontrolle halten, andererseits wolle man nicht "an allen Ecken und Enden überwacht werden", so Michaels.

 

Auch ein professioneller Überwacher wie Claus Nöckel von der Detektei Nöckel beobachtet den Umgang mit Bildern von privaten Überwachungskameras im öffentlichen Raum mit Skepsis. "Es ist haarsträubend, wie leichtfertig mit Daten umgegangen wird", sagt der Detektiv, der im Auftrag seiner Kunden beispielsweise die Kameras beim Stadion am Meer aufgestellt hat. So würden mancherorts Videokopien von den Bildern der Überwachungskameras gezogen und mit nach Hause genommen oder es gebe Voyeurismus. Zu häufig fehlten beispielsweise die Schilder, die nach dem Bundesdatenschutzgesetz auf eine Videoüberwachung hinweisen müssen und wer diese durchführt, so Nöckel.

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