Diplomaten lernen Deutschland kennen

26.03.2010

CUXHAVEN. Mittags waren sie noch bei Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt gewesen, im Hamburger Hafen und bei Airbus - abends gab ihnen Cuxhavens Oberbürgermeister Arno Stabbert Einblicke in den Alltag einer finanzschwachen niedersächsischen Kreisstadt: Das "International Diplomats Programme" des auswärtigen Amts soll jungen Diplomaten ermöglichen, Deutschland in all seinen Facetten kennenzulernen.

Das englischsprachige Programm wendet sich jährlich an zwölf in Deutschland akkreditierte Diplomaten aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika sowie Süd- und Südostasien. Programmdirektor ist Botschafter a.D. Dr. Rüdiger Reyels, der die Gruppe am Donnerstag und Freitag auch selbst begleitete.

Er, der im aktiven Dienst unter anderem als Referent in der deutschen Botschaft in Tel Aviv/Israel, als Botschafter in Lusaka/Sambia, in Teheran/Iran und als Botschafter und ständiger Vertreter Deutschlands bei der NATO in Brüssel tätig war, hatte in Cuxhaven sogar so etwas wie ein Heimspiel, wohnt er doch privat in Oberndorf-Bentwisch und kennt die Region seit seiner Kindheit. Diplomaten aus zwölf Ländern - Ägypten, Singapur, Irak, Libyen, Kuwait, Marokko, Pakistan, Tunesien, Myanmar, Indien, Israel und Philippinen - gehörten der Delegation an, die sich am Donnerstag bei einem Arbeitsessen im Strandhotel Duhnen über die Offenheit freute, mit der Oberbürgermeister Arno Stabbert auf ihre Fragen reagierte. Dieser hatte die Gäste zunächst mit den besonderen Gegebenheiten Cuxhavens vertraut gemacht. Schnell entspann sich eine Diskussion über Themen wie demografischen Wandel, wirtschaftlichen Umschwung, Naturschutz oder Finanzversorgung der Kommunen; Probleme, die in der ganzen Welt aufträten, betonte Dr. Rüdiger Reyels - umso größer sei das Interesse am Austausch und am Erarbeiten übergeordneter Lösungen.

Die Ernennung des Wattenmeers zum UNESCO-Weltnaturerbe sahen die Gäste als große Chance - wobei genau abgewogen werden müsse, in welchem Ausmaße diese Landschaft für Besucher freigegeben werden kann, ohne dabei Schäden für die Natur zu verursachen.

Der Freitagvormittag stand ganz im Zeichen der Offshore-Industrie: Nach der Vorstellung des Offshore-Basishafens Cuxhaven in der Agentur für Wirtschaftsförderung machten sich die Gäste bei CSC selbst ein Bild von den gewaltigen Ausmaßen der dort bereitstehenden Fundamente, bevor sie weiter nach Bremerhaven - dort ging es ins Alfred-Wegener-Institut - und Bremen reisten.

Von Maren Reese-Winne

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