Diskothek Flair in Cuxhaven: 80 Prozent der Gäste fehlen
CUXHAVEN. Die Diskothek Flair öffnet seit der Corona-Krise nur noch als Kneipe. Die Institution in Cuxhaven befindet sich in einer schweren Zeit.
"Ich bin froh, dass ich überhaupt wieder öffnen darf", so Silke Schoon-Abal Nunez. Schließlich hatte sie kurz vorm Lockdown Renovierungsarbeiten im fünfstelligen Bereich an ihrem Laden vorgenommen. "Mein Traum war fertig", erzählt sie. Doch von jetzt auf gleich musste sie schließen.
Seitdem ist viel passiert - oder eben auch nicht. Etwa 70 bis 80 Prozent des Umsatzes fehlen seit aktuell.
Tanzen verboten
Zwar darf Silke Schoon-Abal Nunez seit Anfang Juli wieder öffnen, das aber nur noch als Kneipe. Denn: Tanzen ist nach wie vor verboten. Das halte viele Kunden fern. "Ich habe aber auch viele Gäste mit verantwortungsvollen Jobs, die aus Vorsicht lieber zu Hause bleiben", erzählt sie und zeigt dafür vollstes Verständnis. "Ich bin selbst sehr vorsichtig und muss gestehen, dass mir die neuen Infektzionszahlen auch Sorgen machen." Vor einem zweiten Lockdown habe sie Angst.
Dabei hat Silke Schoon-Abal Nunez gemeinsam mit ihrem Ehemann im Flair alle hygienischen Maßnahmen getroffen, die man hätte treffen können. Wer das Flair betrifft, checkt sich mit dem Smartphone per QR-Code ein und gibt seine Kontaktdaten am Handy ein. Beim Verlassen scannt man wieder QR-Code und checkt damit automatisch aus. "Das spart sehr viel Zeit und ist weniger aufwendig für uns." Zudem ist es auch sehr viel hygienischer.
Wer Richtung Platz geht, muss dabei eine Maske tragen und darf sie erst nach dem Hinsetzen abnehmen. Der Tresen ist nun außerdem in mehreren Bereichen mit Plexi-Glas-Scheiben ausgestattet und auch eine neue Geschirrspülmaschine hat sich Schon-Abal Nunez extra angeschafft, damit sie Gläser und Co. bei 65 Grad waschen kann, anstatt es mit der Hand zu machen.
Was ihr jetzt mehr denn je zugute komme, sei die separate Zu- und Abluft. Statt Klimaanlage, die die Luft nur aufwirbele, komme so ständig frische Luft in ihren Laden.
Nicht kostendeckend
Viel los ist trotzdem nicht im Flair. "Wir können momentan nicht kostendeckend arbeiten", bedauert Silke Schoon-Abal Nunez. Glücklicherweise könne sie auf Rücklagen zurückgreifen.
An manchen Tagen, da schaue sie hoffnungsvoll in die Zukunft. Immer dann, wenn Gäste da sind. "An anderen Tagen ist dann wieder Totentanz."
Wichtig sei für die Flair-Inhaberin jedoch, dass sie wieder freitags und sonnabends von 22 bis 5 Uhr öffnen dürfe. Auch wenn Sie immer mal wieder von sehnsüchtigen Gästen gefragt werde, ob sie denn wirklich nicht tanzen dürften. "Die Leute wollen's natürlich gerne, doch es geht eben nicht." Auch ein Schild am DJ-Pult weist extra darauf hin.
Der große Wunsch von Silke Schoon-Abal Nunez ist - nicht nur für sich, sondern für die gesamte Branche -, dass die Menschen lernen, dieses neue, veränderte Angebot zu akzeptieren und anzunehmen. Um die Branche trotz Krise weiterhin am Leben zu erhalten.
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