Drachenfest in Otterndorf: Himmel über der Elbe wird kunterbunt
OTTERNDORF. Das Drachenfestival auf dem großzügigen Außendeichgelände in Otterndorf hat begonnen. Von Freitag bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr gibt es viel zu sehen.
Fliegende Fische, Fliegende Vögel, sogar fliegende Schweine tanzen im Wind. Sie malen den Himmel über dem Grünstrand an der Elbe bunt und sind echte Hingucker. Von Freitag bis Sonntag läuft das Otterndorfer Drachenfest. "Ohne Programm und auf dem großzügigen Gelände mit Abstand untereinander", so Veranstalter Ron Reimers. Von Freitag bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr lassen zahlreiche Drachenflieger ihre kunterbunten Herbstvögel an den Leinen hochsteigen.
So wie der pernsionierte Zollbeamte Jürgen van Almelo aus Nordholz, der die Gelegenheit der Flugtage schon ausgenutzt hat - und mit Sack und Pack schön früher angereist ist. "Ich bin mit circa 3500 Quadratmetern Drachentuch hier", verrät der passionierte Drachenflieger. Vor rund 35 Jahren hat er dieses Hobby für sich entdeckt. "Zunächst habe ich nur kleine Lenkdrachen, dann wurde es immer größer...", schmunzelt er. Mittlerweile ist er bei Riesenexemplaren gelandet. Seine Comic-Riesen sind nicht zu übersehen. "Schweinchen Dick" ist 14 Meter hoch und besteht aus 240 Quadratmetern Tuch. Die aktuellste Disney-Figur Mulan ist sogar noch zwei Meter höher.
Zerschnittene Plüschtiere
Und wie baut man derartige Kavenzmänner? "Grundlage sind Plüschtiere der entsprechenden Figur, sie werden auseinandergeschnitten, die Schnipsel auf Millimeterpapier geklebt., dann rechnet man das Ganze hoch und fertigt entsprechende Schablonen an, erst dann kann es ans Nähen gehen, verrät er. das ist die Winterarbeit. An den vielen Einzelteilen von Mulan saß er dreieinhalb Monate; im Schnitt benötigt er für Drachen dieser Dimension anderthalb bis zwei Monate. Und sein nächstes Winterprojekt hat er auch schon auf dem Schirm. "Ich möchte einen Bugs Bunny zeigen". Weil van Almelo mit seinem Nordhorn Kite-Team für gute Laune sorgt, sei er bereits auf Drachenfestivals auf der ganzen Welt gern gesehener Gast gewesen.
Das erste Mal in Otterndorf dabei ist Helmut Schmied aus Kiedrich vom Niederrhein und begeistert vom großzügigen Gelände zwischen Deich und Elbe. "Bei uns können wir so große Drachen wegen der vielen Weinberge gar nicht fliegen lassen." Die Vielfalt und die breit gefächerten Möglichkeiten, die es gebe, Drachen zu bauen, machten sein Hobby so besonders, sagt der Hausmann, der es sich ein eigenes Thema für den Drachenbau ausgedacht hat. Haushaltsgeräte von der Nähmaschine und Bügeleisen bis zum Toaster sind sein Markenzeichen. Ron Reiners weiß von vielen begeisterten Drachenfliegern, die darauf brennen, ihre bunten hochfliegenden Schätze endlich wieder auf einem Festival zu zeigen.
Kein festes Programm
"Es werden hier bestimmt um die 70 Fahrzeuge stehen." Von der Unterstützung durch die Stadt Otterndorf ist er begeistert. Es gebe eine Höhenfreigabe bis 300 Meter. "Jeder fliegt wie er mag." Ein festgezurrtes Programm gibt es nicht, um Menschenansammlungen zu vermeiden, "aber wenn besondere Drachen in der Luft sind, wird Robert Kirsch aus Berlin als Moderator dazu Erklärungen übers Mikrofon abgeben" Ron Reimers setzt darauf, dass der Wetterbericht hält, was er verspricht. "Dann kann jeder Strand- und Deichspaziergänger hier ein buntes Bild genießen, eine nette Zeit haben und die Seele baumeln lassen."