Einstiges Tischtennis-Flaggschiff: Cadenberge meldet Damen-Mannschaft ab
CADENBERGE. Es ist der Rückzug eines einstigen Flaggschiffs: Der TSV Germania Cadenberge meldet seine Tischtennis-Damen-Mannschaft ab.
Sie waren in den vergangenen Jahren das Aushängeschild, nun ist erst einmal Schluss: Die Tischtennis-Damen des TSV Germania Cadenberge ziehen ihre Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurück. Ein Schritt, der den Verantwortlichen nicht leicht fiel.
"Wir haben lange hin- und herüberlegt", sagte Birte Mangels auf Nachfrage. Sie hat mit ihren Mannschaftskolleginnen das Damen-Tischtennis in den vergangenen Jahren geprägt. Cadenberge war in ganz Niedersachsen ein Begriff. Die Germaninnen spielten bis zur Verbandsliga, waren zuletzt in der Landesliga auf Punktejagd. Mit Erfolg. Die erfahrenen Damen gehörten immer zu den Favoriten, doch die Personalsorgen waren schon länger spürbar. In den vergangenen Jahren kam es immer mal wieder vor, dass die Cadenbergerinnen mit nur drei Spielerinnen ihre Partien bestritten. Normalerweise besteht eine Mannschaft aus vier Spielerinnen.
Große Nachwuchssorgen
Das Problem: Die Cadenbergerinnen kämpfen schon seit Jahren mit Nachwuchssorgen. Birte Mangels, Jessica Arnfelt, Sandra Sietas-Schult und Andrea Fürst waren meist auf sich allein gestellt. Sie bildeten seit Jahren das Cadenberger Quartett. Doch nun ist Schluss - zumindest vorerst. "Wir mussten zurückziehen", so Mangels. Zwei Spielerinnen plagen sich seit längerem mit Verletzungen herum, Ersatz gibt es nicht. Keine leichte Entscheidung, aber aus Sicht der Cadenbergerinnen alternativlos. Mangels und Co. hoffen aber darauf, vielleicht schon im nächsten Jahr eine Mannschaft auf die Beine stellen zu können. Doch dafür müsse neues Personal her. Das sei gerade in Corona-Zeiten nicht einfacher geworden.
Birte Mangels ist aber zuversichtlich, dass es klappt. Der Startplatz in der Landesliga ist aber erstmal futsch. Falls es einen Neuanfang geben sollte, würde Cadenberge aber sofort wieder in der Bezirksliga starten - also nur zwei Ligen unter der Landesliga. Das hat einen einfachen Grund: Die Bezirksliga ist im Kreis Cuxhaven die unterste Damenklasse. Von daher wäre ein Neuanfang in einem der nächsten Jahre kein allzu großer Rückschritt.
Frauen spielen bei den Herren
Bis dahin halten sich die Cadenbergerinnen beim Training fit. Und Topspielerin Birte Mangels wird bei Gelegenheit auch für die Herren des TSV Germania Cadenberge in der Bezirksklasse auf Punktejagd gehen. Schon in den vergangenen Jahren haben sie und auch Andrea Fürst das ein oder andere Spiel bei den Herren bestritten. "Das ist aber schon eine Umstellung", gibt Mangels zu. Doch dieser Herausforderung stellt sie sich gerne. Nur Trainieren ohne Wettkampf sei auch nicht das Wahre. Und dass sie mithalten kann mit den männlichen Kollegen hat sie bereits in den Vorjahren bewiesen. Im Ranking steht Birte Mangels sogar an Position zwei im Herrenteam. Im Endeffekt sei es ihr auch egal, wer ihr an der Platte gegenübersteht - die Hauptsache ist, dass sie ihrer Leidenschaft nachgehen kann - dem Tischtennissport.
Altenbruch steigt aus Versehen auf
Auch die Damen des TSV Altenbruch spielen in der kommenden Saison nicht mehr in der Tischtennis-Landesliga. Sie werden in der Verbandsliga an den Start gehen. Und das war eigentlich nicht geplant. "Es war ein Versehen unsererseits", gibt Altenbruchs Abteilungsleiter Axel Oldhafer auf Nachfrage zu. Bei der Meldung für die kommende Spielzeit wurde versehentlich ein Häkchen an der falschen Stelle gesetzt. Der Verband fragte ab, ob eine Mannschaft bereit wäre, aufzusteigen, falls ein Platz in einer der oberen Ligen frei werden würde. Die Altenbrucher klickten auf "Ja". Nun wurden die Damen tatsächlich in der Verbandsliga eingestuft. Ein Zurück gibt es nicht. "Jetzt müssen wir da durch", sagte Oldhafer.
Gleiches Schicksal ereilte übrigens auch die Herrenmannschaft des TSV Altenbruch, die auf diesem Wege von der Bezirsklasse in die Bezirksliga aufgestiegen ist. Die Freude über diese unverhofften Aufstiege hielt sich nach Aussage von Oldhafer sowohl bei den Frauen als auch bei den Herren sehr in Grenzen.