Elbe-Range ist ein Export-Schlager in Europa geworden

29.08.2007

Neben der Elbe bekommen künftig auch Weser/Jade und die Ems SWATH-Lotsenstationsschiffe

<b>tas. - Die boomende Schifffahrt stellt die deutschen Lotsen vor ein Problem. Sie arbeiten inzwischen weit über Soll, gehen bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Und es sieht nicht danach aus, als würde sich die Situation in den nächsten zwei Jahren entschärfen. Denn trotz neuer Ausbildungsanstrengungen fehlt in Europa der nautische Nachwuchs. </b>

Über die aktuellen Probleme und mögliche Lösungsansätze sprachen die Ältermänner der Lotsenbrüderschaften von Elbe, Weser/Jade, Ems, der Ostsee (Kiel) und des Nord-Ostsee-Kanals kürzlich während einer Bereisung auf der Elbe mit dem FDP-Schifffahrtsexperten im Bundestag, Hans-Michael Goldmann und seinem Referenten Ragnar Schwefel. Bei einer gemeinsamen Fahrt von Cuxhaven zum Lotsenstationsschiff "Elbe" stellte der Geschäftsführer des Lotsbetriebsvereins Andreas Schoon die Vorzüge des zunächst an der Elbe entwickelten SWATH-Systems in der Lotsenversetzung vor. Bei idealen Wetterbedingungen und glatter See wurden mit dem neuen 25 Meter langen Tender "Borkum" innerhalb einer halben Stunde fünf größere und kleinere Frachtschiffe mit einem Lotsen besetzt, die zuvor vom Stationsschiff abgeholt worden waren. Schoon unterstrich im Rahmen der Praxisstunde noch einmal die Leistungsfähigkeit des neuen Systems, auf das innerhalb von zehn Jahren sukzessive umgestellt worden war.

Nachdem der Prozess an der Elbe inzwischen erfolgreich abgeschlossen worden ist, soll das Konzept "Elbe Range" in den nächsten Jahren mit Neubauten auch auf die anderen Reviere übertragen werden. So hat die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung kürzlich den Bau für zwei weitere Stationsschiffe bei der Werft Abeking & Rasmussen in Auftrag gegeben. Sie sollen als Ersatzschiff an der Elbe und Weser/Jade zum Einsatz kommen.

Wie Schoon erläuterte, handelt es sich um eine Weiterentwicklung der "Elbe" die mit 60 mal 25 Metern zehn Meter länger ist und über 30 Prozent mehr Kabinen für die Lotsen verfügt. In Kürze würde mit dem Bau der Rümpfe begonnen. Ihre Seetüchtigkeit rührt von den Katamaran-ähnlichen Rümpfen her, die auf zwei tief unter der Wasseroberfläche befindlichen Torpedos ruhen. Darin befinden sich auch die Motoren, weshalb die Lotsen während ihrer Ruhepausen an Bord von keinerlei Fahrgeräuschen gestört werden.

Die Kinderkrankheiten der Schiffe seien inzwischen überwunden und das schnelle und relativ wetterunabhängige Versetzsystem hätte bei den Lotsen volle Akzeptanz gefunden.

Trotz der offenkundigen Vorzüge können sich nicht alle Reviere mit den SWATH-Schiffen anfreunden. Über die Gründe wurde während der Fahrt intensiv diskutiert. So wollen die Weser/Jade-Lotsen ungern auf den Helikopter verzichten. Die Erfahrungen von der Elbe mit inzwischen jährlich rund 30000 Versetzungen seien nicht ohne weiteres übertragbar. An Weser und Jade gebe es andere morphologische Voraussetzungen und eine geringere Zahl Versetzungen, gab Ältermann Stephan Blasshofer zu bedenken. Deshalb würde man zu anderen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen kommen.

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