Ende der Nuk bloß nicht still und leise
ALTENWALDE. Die Ehrenamtlichen der Flüchtlings-Notunterkunft in Altenwalde waren am Freitag zur Helferparty eingeladen. Von Maren Reese-Winne
Die Tage der Flüchtlings-Notunterkunft – von allen nur Nuk genannt – in der Altenwalder Kaserne sind gezählt: Gerade mal sieben Bewohner waren es noch am Freitag, als das DRK zur großen Helferparty eingeladen hatte.
Es war an der Zeit, den vielen Ehrenamtlichen Dank zu sagen. Sie hatten sich vom ersten Tag an bereit erklärt, Sprachunterricht zu geben, den Neuankömmlingen bei der Orientierung zu helfen, Kleidung auszugeben oder die Kinder zu betreuen. Ganz abgesehen von den vielen Aktiven aus den Organisationen des Katastrophenschutzes, die die Gebäude der Kaserne überhaupt bewohnbar gemacht hatten ...
Diesmal hatten die verbliebenen 22 Hauptamtlichen des DRK alles vorbereitet, damit die freiwillig Aktiven mal gar nichts anderes tun mussten als sich an den gedeckten Tisch zu setzen.
Engagement würdigen
Neben der Versorgung mit einem opulenten Büfett und liebevoller Deko gab es auch Andenken wie Helfer-T-Shirts, Anstecknadeln und Urkunden. Und nicht zuletzt ein von einer Drohne aus aufgenommenes Gruppenfoto, für das sich alle ausgelassen vor der Kantine – der umgebauten Turnhalle – versammelten.
Nuk-Leiter Dieter Hoffer und Stellvertreter Peter Stelzenmüller betonten, dass in diesem Dreivierteljahr Einzigartiges in Altenwalde vorgegangen sei: „Etwas Ähnliches wie hier hat es nirgends gegeben.“ Ebenso wie die Ehrenamtlichen sei dies alles auch für das Hauptamt völlig neu gewesen, gestand Dieter Hoffer.
Alles, was er hier habe lernen und erfahren dürfen, habe er an Lebenserfahrung mitgenommen. Er dankte auch der Geschäftsleitung für die große Freiheit, die sie dem Personal bei der Gestaltung der Arbeit gelassen habe. Bernward Kaltegärtner, Ehrenamtskoordinator des DRK, der in der Vorbereitungszeit über sich hinaus gewachsen war und auch danach der wohl bestinformierte Mann war, kam um ein Extra-Lob nicht herum.
„Wir konnten unsere Mitbürger jederzeit über alles informieren, was sich in der Kaserne tat“, betonte Ortsbürgermeister Ingo Grahmann. „Ich wünsche allen, dass jetzt die Motivation nicht verloren geht.“
„Nicht ein Handschlag war zu wenig, nicht ein Handschlag war umsonst“, resümierte SPD-Landtagsabgeordneter Uwe Santjer. Den Schutz suchenden Menschen seien hier Sicherheit und Perspektiven gegeben worden. „Ich konnte in Hannover stets mit Stolz berichten, was hier vor sich geht.“
Etwas Neues angepackt
Die Ehrenamtlichen können kaum fassen, dass diese Zeit nun schon wieder zu Ende geht. Die meisten wollen weitermachen und sind auch schon dabei. „Viele sind durch die Arbeit hier erst zum Ehrenamt und damit auch unter die Leute gekommen“, strahlt Birgit Geister. Bei ihr in der Nähstube standen oft Dutzende Bewohner, die Neues nähen oder Kleidung aus der Kleiderkammer ändern wollten.
Andere erzählen: „Ich bin so dankbar, dass ich das erleben durfte!“ – „Wir sind froh über jeden, der in Cuxhaven bleiben durfte. Die ehemaligen Bewohner begrüßen uns in der Stadt überall.“
Ende der Nuk
Im Dezember 2015 kamen die ersten Bewohner in der Notunterkunft an. In diesem Jahr stoppte der Zustrom abrupt.
Der Vertrag des Landes mit dem DRK läuft noch bis Dezember, der Auszug der letzten Bewohner aber ist absehbar.
Wir werden noch voraus- und zurückschauend über die Nuk berichten.