Elbvertiefung

Entlang der "geschundenen Elbe"

25.10.2012

CUXHAVEN/OTTERNDORF. Ein Verwaltungsgerichtsurteil gibt ihnen Auftrieb. Dass die Elbvertiefung vorerst gestoppt wurde, sei allerdings nur ein „Etappensieg“ mahnen Gegner des Vorhabens. Am Mittwoch marschierten in Cuxhaven sie los, um ein Zeichen zu setzen: Von der Alten Liebe aus pilgern sie an den kommenden Tagen bis nach Hamburg. Zu Fuß. Mühsal sind die Bündnispartner gegen die Elbvertiefung schließlich gewohnt.

„Müsste ich nicht arbeiten, wäre ich auf der gesamten Strecke dabei“, sagt der Cuxhavener Christof Lorenz. Erika Tipke aus Bleckede an der Elbe will immerhin bis nach Freiburg mitpilgern. Aus gutem Grund. Das Verwaltungsgerichtsurteil sei „noch nicht der Durchbruch“, sind sich die Pilgerer einig. Genau wie BUND-Vorstandsmitglied Reinhart Günzel oder Mirjam Mahler und Marlis Brandt, die den „Pilgerweg zum Schutz der Elbe“ organisiert haben: „Die Idee dazu ist schon vor dem Urteil, vor etwa sechs Wochen entstanden. Ganz einfach aus dem Gefühl heraus, das wir unbedingt etwas tun müssen“, sagte Mahler, die in Cuxhaven 25 Mit-Wanderer begrüßte.

Nach vier Stunden Fußmarsch erreichten diese den Otterndorfer Strand. Die Stärkung in den „Elbterrassen“ nutzten sie direkt zu einer kleinen Diskussionsrunde, an der sich auch Bürgermeister Claus Johannßen und Schultheiß Günther Hahl beteiligten. „Es ist natürlich eine gute Aktion, wenn die Bevölkerung trotz des laufenden Verfahrens aktiv bleibt und Flagge zeigt“, lobte Johannßen.

Er hoffe derweil auf ein Umdenken in der Politik und brachte den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven als Alternative für den Hamburger Hafen erneut ins Gespräch. Schultheiß Günther Hahl bezog als bekennender Elbvertiefungsgegner ebenfalls klar Stellung: „Die vergangene Elbvertiefung 1998 hatte für den Deich bereits schwerere Auswirkungen als angenommen. Schon zwei Jahre danach traten dort Versackungen auf, die auf diese Maßnahmen zurückzuführen waren.“ Sollte es zu einer weiteren Elbvertiefung kommen, befürchtet er vor allem die Erhöhung der Fließgeschwindigkeit und eine voranschreitende Versalzung des Binnenlandes.

Walter Rademacher, Sprecher des „Regionalen Bündnis gegen Elbvertiefung“, ging dabei auf die Auskolkungen ein. Dabei handelt es sich um tiefe Löcher im Flussbett, die durch die starke Strömung gerissen werden. „Die entfesselte Elbe kann nur unter sehr großen Anstrengungen gezügelt werden“, so Rademacher.

Von Kai Koppe und Joël Grandke

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