Ungewisses Ziel:

Erste Flüchtlinge verlassen Altenwalder Notunterkunft

03.03.2016

ALTENWALDE. 180 Flüchtlinge verlassen in dieser und nächster Woche die Notunterkunft in der Kaserne. Der Abschied war emotional - auf beiden Seiten. Von Maren Reese-Winne

ALTENWALDE. Seit dem 11. Dezember lebten die ersten Flüchtlinge in der Notunterkunft (NUK) Altenwalde. Der Aufenthalt dauerte wegen des Ansturms im Herbst erheblich länger als die sonst üblichen wenigen Wochen. Obwohl alle wussten, dass der Tag kommen würde, war es dann doch sehr aufregend, als am Mittwoch die Busse vorfuhren, um die ersten 48 Bewohner in Richtung Emsland zu bringen.

„Ich dachte schon, der Ankunftstag sei emotional gewesen, aber dieser Tag hat das noch übertroffen“, berichtet Dieter Hoffer, Leiter der DRK-Notunterkunft. Die kürzeste Zusammenfassung: „Tränen bei den Hauptamtlichen, Tränen bei den Ehrenamtlichen, Tränen bei den Besuchern.“

Niemand hätte diese Aufnahme erwartet

Einige Kollegen kamen extra an ihrem freien Tag vorbei, um sich zu verabschieden. Die Bewohner berichteten einhellig, dass niemand von ihnen hier eine so schöne Zeit erwartet hätte. Nicht nur die äußeren Gegebenheiten, sondern auch die Aufgeschlossenheit der Menschen hätten hierzu beigetragen. „Für uns ein Zeichen, dass wir alles richtig gemacht haben“, freut sich Dieter Hoffer, der dem gesamten Team dafür dankt. Die Einrichtung sei vielfach als „Musterunterkunft“ bezeichnet worden.

Schritt in den Alltag 

Für 46 weitere Personen geht es heute in die „dezentrale Unterbringung“ – das heißt, sie bekommen Wohnraum in anderen Gemeinden zugewiesen. Der Landkreis Cuxhaven bemüht sich, hierfür Wohnungen zu mieten; wie es am neuen Ziel sein wird, ist für die Bewohner noch unbekannt. Sie kommen unter anderem ins Emsland, nach Osnabrück, Friesoythe und Cloppenburg. Generell aber sei es möglich, die Ströme so zu lenken, dass die Menschen auch in der Region bleiben könnten, in der sie aufgenommen worden seien, sofern die Quote dort noch nicht erfüllt sei, hat die zuständige Abteilungsleiterin des Innenministeriums gerade im Altenwalder Ortsrat versichert.

Notunterkunft bereitet sich auf Neuzugänge vor

Weitere 80 Bewohner werden kommende Woche die NUK verlassen. Während sie – einerseits unsicher über das, was sie erwartet, andererseits erfreut über den nächsten Schritt in den Alltag – davonziehen, bereitet sich die Notunterkunft auf Zugänge vor, schließlich haben dann rund 180 der 411 Bewohner die NUK verlassen. Am Wochenende wird mit dem bewährten Team aus Ehrenamtlichen zusätzlich das vorletzte Wohnhaus mit 200 Plätzen bezugsbereit gemacht: 75 Helfer, unterstützt durch etwa 20 Bewohner, werden Möbel aufbauen, Wohn- und Gemeinschaftsräume einrichten – ein Großeinsatz.

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