Zur Hochwasserzeit war der Cuxhavener Seglerhafen so weit geflutet, dass keiner der Wassersportler mehr an und von Bord gelangen konnte. An der Seebäderbrücke hatte ein Schiff der Marine Schutz vor dem Sturm gesucht. Foto: Sassen
Zur Hochwasserzeit war der Cuxhavener Seglerhafen so weit geflutet, dass keiner der Wassersportler mehr an und von Bord gelangen konnte. An der Seebäderbrücke hatte ein Schiff der Marine Schutz vor dem Sturm gesucht. Foto: Sassen
Sturmflut

Sturm "Ignatz" in Cuxhaven: Die Bilanz für den ersten Herbststurm 2021

22.10.2021

CUXHAVEN. Sturm "Ignatz" ist am Donnerstag über die Küste gefegt. Cuxhaven wurde weitestgehend verschont. Aber nicht überall lief es problemlos.

Nicht der Wind und die kleine Sturmflut, sondern die vielen Ausflügler waren das Problem, das am Donnerstag Nachmittag die Ordnungskräfte auf den Plan rief. Insgesamt verlief die erste Sturmflut dieses Herbstes glimpflicher als erwartet. Das Nachmittagshochwasser gegen 14.30 Uhr lief nach Angaben des Pressesprechers der Stadt rund 1,20 Meter höher als das normale Hochwasser auf.

Wind schwächer als angesagt

Der Wind aus Nordwest erreichte in Cuxhaven in der Spitze nur zwischen 50 und 60 Stundenkilometer und blieb damit deutlich unter den Voraussagen. Mit ähnlichen Werten rechnete man im Rathaus auch für die Nacht, wobei das Nachmittagshochwasser am Freitag (gegen 15.30 Uhr) dann schon bis 1,50 Meter über den normalen Hochwasserstand auflaufen soll. Die Mitarbeiter von NPorts waren rechtzeitig in Bereitschaft versetzt worden. Sie schlossen vorsichtshalber eines der Hochwassertore vor dem Helgoländerkai. Ansonsten waren sie damit beschäftigt, eine Stunde vor der Hochwasserzeit die Zufahrten in den Hafen zu sperren, um zu verhindern, dass die motorisierten Sturmfluttouristen die Hilfskräfte behinderten.

Autos vor der Flut abgeschleppt

Zusätzlich warnten Mitarbeiter der Facheinheit "Information und Kommunikation" (IuK) der Stadt Cuxhaven mit Lautsprecherdurchsagen davor, Autos im sturmflutgefährdeten Bereich abzustellen. Um Schäden zu verhindern, wurden vorsorglich zahlreiche Fahrzeuge abgeschleppt und in Sicherheit gebracht. Das betraf vor allem den Parkplatz vor dem Helgolandschiff.

Die Cuxhavener Feuerwehr wurde nicht zu wetterbedingten Einsätzen gerufen. Im Bereich des Dorumer Kutterhafens kam es allerdings zu einem Zwischenfall. Dort sind zwei von Urlaubern abgestellte Pkw so weit unter Wasser geraten, dass sie nicht mehr abgeschleppt werden konnten.

Kollision zweier Schiffe

Für Aufregung und einen Einsatz des Havariekommandos sorgte ein Unfall auf der Südreede vor Brunsbüttel. Dort waren aufgrund des Sturms gegen 13.35 Uhr der Tanker "Smeraldo" (117 m) und der Stückgutfrachter "Konstantin" bei einem missglückten Ankermanöver zusammen gestoßen. Die Besatzung des mit Holz beladenen Frachters "Konstantin" (90 m) meldete danach Wassereinbruch im Maschinenraum. Das Schiff war nach Angaben des Havariekommandos während des Ankermanövers auf den Tanker getrieben. Der soll bei dem Zusammenstoß nur an den Aufbauten leicht beschädigt worden sein.

Kein Schadstoff ausgelaufen

Ein Austritt von Schadstoffen sei nicht zu beobachten gewesen, meldet das Havariekommando, das die Einsatzleitung schon früh übernommen hatte. Neben dem Mehrzweckschiff "Neuwerk" seien zwei Schlepper bei der "Konstantin", die den Havaristen gegen 16 Uhr an die Pier im Brunsbütteler Stromhafen bugsiert hätten. Verletzt wurde bei dem Unfall nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Zur Unfallursache hat die Wasserschutzpolizei Hamburg Ermittlungen aufgenommen.

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