(Un-)Sitte

Essen fotografieren? Das sagen Cuxland-Wirte dazu

24.01.2018

KREIS CUXHAVEN Mehr als 255 Millionen Beiträge findet man aktuell bei Instagram unter dem Hashtag Food. Von Jara Tiedemann

Der Trend, sein Essen zu fotografieren und es via Instagram und Co. mit der Weltgeschichte zu teilen, ebbt nicht ab. Was gefällt, wird gepostet. Und was nicht, auch. Wir wollten wissen: Was sagen Gastronomen aus dem Cuxland dazu? Fluch oder Segen?

Da kommt es auch schon angeflogen. Das Dessert. Ein ganz und gar vollkommenes Schokoküchlein, umringt von einem hübschen Fruchtspiegel. Auf der Spitze der Schokobombe prangt ein süßes Karamellgitter, das einem kleinen Kunstwerk gleicht. Doch halt, stopp! Bevor losgelöffelt werden darf, schnell noch das Smartphone zücken, das Weinglas und die restliche Deko auf dem Tisch perfekt anordnen und „klick“ – ein Foto für Instagram, Facebook und Mutti machen. So skurril es auch ist, so selbstverständlich ist es geworden, dass Gäste eben nicht mehr nur Gäste sind. Sie sind zu Food-Paparazzi mutiert, immer auf der Suche nach einem köstlichen Schnappschuss.

Kristian Kamp, Inhaber des „Strandhotels Duhnen“ und Stadtverbandsvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), sieht das aber ganz entspannt. „Es ist ganz einfach ein Zeichen der Zeit. Gastronomen sollten es als Ansporn nutzen, immer gute Arbeit zu leisten“, sagt er. Man könne daran ohnehin nichts ändern, deswegen solle man das Beste daraus machen. „Finden bei uns Kochevents statt, nutzen wir die sozialen Medien schließlich auch als Kanal.“

Wertschätzung der Arbeit

Auch Claus Peter, Geschäftsführer vom „Genusshotel in der Wingst“, ist kein Gegner des Phänomens. „Das ist ja auch eine Wertschätzung unserer Arbeit“, findet er. „Es wäre es dumm, sich dem zu verschließen. Wir sehen das als Chance.“ Weiter findet er: „Essen, Liebe, Musik, das sind nun mal die Dinge, die alle Sprachen sprechen. Essen verbindet, das ist doch toll.“

Nicht immer erlaubt

So muss es sein, denn der Trend geht durch alle Altersschichten. Doch Vorsicht: Nicht immer ist das Fotografieren auch erlaubt. Wirte haben ein Hausrecht, mit dem sie unter Umständen verbieten können, dass Gäste in ihrem Lokal fotografieren. In den meisten Fällen sehen es die Gastronomen aber locker. Trotzdem: Wer auf der sicheren Seite sein möchte, fragt am besten vorher nach.

Die Kehrseite der Medaille: Auch wenn etwas nicht geschmeckt hat, landet es unter Umständen im Netz. „Mit negativer Kritik hat jedes Restaurant mal zu kämpfen. Das gehört dazu“, so der Geschäftsführer vom „Hotel am Medemufer“ in Otterndorf. Bislang seien seine Erfahrungen aber durchweg positiv gewesen. „Was kann einem Restaurant denn Besseres passieren, als zufriedene Gäste, die ihre Erfahrung teilen?“

Auch Marc Rennhack, Küchenchef im Cuxhavener Restaurant „Sterneck“, sagt dazu: „Ich stehe dem Ganzen aufgeschlossen gegenüber und mache auch selbst gerne mal ein Foto von einer tollen Kreation.“ Im Grunde sei es doch nur gute Werbung, auch wenn er es hin und wieder durchaus als störend empfinde, wenn Gäste pausenlos am Handy hängen, so der Sternekoch.

Stellt sich also die Frage: Geht die Optik mittlerweile über den Geschmack? „Nein“, sind sich alle vier Gastronomen einig. Das müsse Hand in Hand gehen. Zu einem guten Teller gehöre eine tolle Optik einfach dazu.

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