Basketball

Evan Harris schwärmt noch von Cuxhaven

13.12.2017

CUXHAVEN. Der amerikanische Basketball-Profi Evan Harris erinnert sich gern an seine Zeit bei den Cuxhaven BasCats. Mittlerweile sorgt er in Norwegen für Furore. Von Frank Lütt

Sein Strahlen steckt an, er verbreitet gute Laune. Wenn Evan Harris in das Publikum lächelt und freundlich winkt, sind die Fans schon begeistert. Und wenn der lange Schlacks dann mit unbändigem Willen und großer Eleganz auf dem Parkett ackert, sind die Zuschauer zumeist richtig aus dem Häuschen. Der 2,06 Meter große Center ist bis heute einer der beliebtesten, wenn nicht sogar der beliebteste Basketball-Profi, der jemals für Cuxhaven spielte. In Sachen Sport ist er ein Globetrotter, der zurzeit in Norwegen für Begeisterungsstürme sorgt.

Zwar ist das Engagement von Harris bei den damaligen BasCats schon vier Jahre her, aber der 31-Jährige erinnert sich gern und oft an seine Cuxhavener Zeit. „Ich verfolge auch die Entwicklung des Teams so gut ich kann. Ich habe eine Schwäche für Cuxhaven – und ganz allgemein für Deutschland, weil ich glaube, Cuxhaven hat mir die Möglichkeit gegeben, mich wirklich in der deutschen Basketball-Liga zu zeigen.“

Über die sozialen Medien bleibt der Profi in Kontakt mit vielen Menschen aus dem Cuxland, aber seine Frau Amanda und er sprechen oft mit der Familie Bokeloh, zu der es ein besonders enges Verhältnis gibt. So war Martina Bokeloh bei der Hochzeit von Evan und Amanda Harris in Kanada dabei. „Wir betrachten sie als unsere deutsche Familie“, erklärt Evan Harris.

Seine langjährige Freundin Amanda hat er im Juni 2017 in ihrer Heimatstadt North Bay in Ontario geheiratet. Das passte auch in den sportlichen Plan, weil Evan Harris verletzt war und operiert werden musste. So war genügend Zeit, die Heirat zu planen. Nächstes Jahr soll noch eine Hochzeitsfeier in Los Angeles folgen für Harris-Familie und Freunde. Zwei weitere enge Freunde waren aber in Kanada schon dabei, nämlich Scott Thomas und Nate Gerwig, beide ehemalige BasCats-Teamkollegen. Evan Harris: „Ich bin seit unserer Zeit in Cuxhaven mit beiden eng verbunden und sehe beide als sehr gute Freunde an.“

Überhaupt hat das Leben an der Elbmündung viel Einfluss auf das Leben des US-Amerikaners genommen.

„In Cuxhaven haben wir es sehr genossen, in die Gemeinschaft integriert zu sein“, beschreibt Harris, dass der Freundeskreis weit über Basketball hinausreichte. „Das ist sehr selten“, fügt der 31-Jährige hinzu, und weiter: „Sowohl Amanda als auch ich gewannen dort Freunde. Wir haben nichts als die schönsten Erinnerungen an unsere Zeit in Cuxhaven.“ Ob er sich vorstellen könne, noch einmal in Cuxhaven als Basketballspieler aktiv zu sein, beantwortet der sympathische Amerikaner: „Ich würde nicht ausschließen, in Zukunft in Cuxhaven zu spielen. Wir hatten unglaubliche zwei Jahre dort und in der Halle waren Fans, die mit die Besten waren, für die ich bisher in meiner Karriere gespielt habe.“

Evan Harris war zwei Spielzeiten lang bei den BasCats, für einen US-Amerikaner schon eine ungewöhnlich lange Zeit. Der Absolvent der Elite-Universität Harvard war sogar Kapitän der Mannschaft. Der in Los Angeles geborene Harris hatte nach einem kurzen Engagement in Wolfenbüttel und einer Saison beim portugiesischen Erstligisten Illabum Clube den Weg nach Cuxhaven gefunden.

Der mustergültige Profi ist als Linkshänder einer der unberechenbarsten Akteure bei den BasCats gewesen. Es folgten unter anderem Stationen in Polen, Frankreich, Slowakei, Deutschland (Gotha) und Japan.

Aktuell sorgt er sportlich für Furore in Norwegen. In der 1. Liga hat der 104 Kilogramm schwere Spieler einen schier unglaublichen Rekord aufgestellt. Für seine Mannschaft, die auf Rang sieben stehenden Nidaros Jets, gelangen ihm im Spiel gegen die Kongsberg Miners, die zu den stärksten und finanziell am besten aufgestellten Teams der Liga gehören, herausragende Werte. Die Statistiken wiesen für ihn 45 Punkte, 22 Rebounds und sechs Assists aus. Der Effektivitätswert von 63 Punkten ist neue Rekordmarke in Norwegen. Mit durchschnittlich 19,2 Punkten pro Spiel liegt er in der Spitzengruppe der Korbjäger in der 1. Liga. 13,1 Rebounds im Schnitt bedeuten zurzeit Platz zwei in dieser Wertung.

Die Top-Teams in der norwegischen Basketball-Liga hätten in etwa das Niveau von ProA-Teams in Deutschland, der Rest der Liga sei auf ProB-Level. Harris: „Ich denke der größte Unterschied zu Deutschland ist die Körperlichkeit, die in Deutschland erlaubt ist und hier nicht.“ In Deutschland erlaubten die Schiedsrichter mehr Körpereinsatz, in der Offensive und in der Defensive, während in Norwegen einige Schiedsrichter überhaupt nicht viel Kontakt erlaubten.

„Bis jetzt war meine Zeit in Trondheim großartig“, so Harris, der sich über die vielen jungen Menschen freut, die in der Universitätsstadt leben. „Das Team und die Stadt sind sehr nett und gastfreundlich“, schwärmt er. Der Kalifornier muss sich aber an eines noch gewöhnen. Die Sonne geht gegen 9 Uhr auf und gegen 14.30 Uhr schon wieder unter. Für den Sonnyboy ist es daher sehr angenehm, dass seine Frau mit ihm nach Trondheim zog.

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