Die Elbefähre am Cuxhavener Steubenhöft. Archivfoto: Adelmann
Kommentar zur Elbefähre

Fähre Cuxhaven-Brunsbüttel: Bloß kein Schnellschuss

von Thomas Sassen | 27.11.2018

Die Hoffnung auf eine neue Fähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel lebt. Ein neuer Betreiber ist in Sicht.

Nun machen wir uns wieder Hoffnung auf eine neue Fähre zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel. Doch diesmal muss der Betrieb der Linie so solide aufgebaut sein, dass nicht wieder nach einem Sommer Schluss ist, weil sich die Sache nicht rechnet. Jetzt bloß nicht wieder einen übereilten Schnellschuss! Das ist die Forderung, die sicherlich jeder unterschreiben wird, so sehr sich alle den Neustart der Verbindung wünschen. Dazu bedürfte es allerdings eines bislang noch nicht vorliegenden überzeugenden Gesamtkonzeptes. Das muss nicht nur die passenden Schiffe (oder das passende Schiff), beinhalten, sowie eine schlagkräftige Mannschaft und ein überzeugendes Marketing, sondern, wenn es wirklich nachhaltig sein soll, auch neue Fähranleger sowohl auf Cuxhavener als auch auf Brunsbütteler Seite. Diese müssten so gewählt werden, dass die Fahrzeiten der Fähre erheblich verkürzt werden.

Genau in diese Richtung zielt auch die Stellungnahme der Tourismuswirtschaftsgemeinschaft (siehe erste Lokalseite). Die TWG empfiehlt darin, einen neuen Anleger östlich von Altenbruch zu bauen. Der Platz ist nicht näher definiert, auch nicht, wie ein solches Unternehmen konzipiert und finanziert werden sollte. Daher ist der Ansatz der TWG zwar grundsätzlich richtig, doch gleichzeitig unrealistisch und durchkreuzt damit die Pläne von Heinrich Ahlers, der schon in der kommenden Woche die Gründung der Elbeferry GmbH verkünden will. Und schon im April 2019 soll der Dienst starten.

Hinter dem TWG-Vorschlag steht natürlich auch die Angst, dass das Steubenhöft durch einen neuen Fährbetrieb langfristig für mögliche Kreuzfahrtschiffe blockiert wird, die TWG-Gründer Norbert Plambeck in Zukunft gern rund um die Hapag-Hallen hätte. Die Vorstellung, dass stattdessen dort eine Schlange von Lkw möglicherweise sogar mit Gefahrgut auf die Überfahrt nach Schleswig-Holstein wartet, passt nicht zum Plan Plambecks, das Hafenareal zum ökonomisch-ökologischen Vorzeigeviertel Cuxhavens zu entwickeln.

Auf der anderen Elbseite gibt es wegen der mangelhaften Straßenanbindung vermutlich noch größere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Und auch der Anleger in Brunsbüttel entspricht längst nicht mehr den aktuellen Anforderungen, insbesondere wegen der scharfen Kurve, die Schwertransporte von Windkraftanlagen-Komponenten derzeit nicht passieren können. Ein Neubau würde aber Millionen kosten. Wer sollte die aufbringen? Außerdem würde auch das Planungsverfahren für neue Anleger hüben und drüben Jahre brauchen. Daher wird die neue Elbeferry wohl wieder ein Kompromiss mit großen Schwächen werden.

Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tsassen@no-spamcuxonline.de

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