"Escape Room"

"Fluch des Pharao" garantiert Spannung

17.11.2016

CUXHAVEN. Grusel und Spannung sind die Zutaten für "Escape-Room", das seit einiger Zeit auch in Cuxhaven immer mehr Anhänger findet. Von Katharina Sepcke

Die Tür zu dem alten Backsteinhaus im Vorgarten der Helios-Klinik öffnet sich. Fünf Spieler, vier junge Frauen und ein junger Mann, betreten den Raum. Sie sind umgeben von Dunkelheit und modrigem Geruch. Ihre Anspannung ist deutlich zu spüren.

In dem Gebäude war einst die Prosektur des Krankenhauses untergebracht. Das heißt, hier wurden ärztliche Untersuchungen an Leichnamen vorgenommen. Heute ist das Haus ein Abenteuerspielplatz. Der Wahl-Cuxhavener Günter Wichert hat hier einen „Escape-Room“ - zu Deutsch „Fluchtraum“ - eingerichtet. Das Prinzip ist einfach, die Ausführung dagegen sehr kompliziert: Die Spieler, die hierherkommen, lassen sich einsperren und müssen sich in einer vorgegebenen Zeit wieder aus dem Raum befreien. Dazu müssen sie knifflige Rätsel lösen, bestimmte Gegenstände finden und Schlösser und Codes knacken. Grusel und Anspannung sind inbegriffen.

Mutige Fünfergruppe

Im konkreten Fall geht es darum, dass die mutige Fünfergruppe einen Weg findet, der aus dem Heizungskeller des Gebäudes wieder herausführt. Gespannt kleben die Spieler an den Lippen von Günter Wichert, der eine Einweisung gibt. „Fluch des Pharao“ lautet das Programm, mit dem Wichert seine Kundschaft auf die Abenteuerreise schickt. Im Mittelpunkt des Spiels steht die Geschichte des Frachtenseglers „Gottfried“, der 1822 während einer Sturmflut in der Elbe-Mündung sank. Der Segler hatte wertvolle Fracht an Bord: Mumien, Sarkophage und Kunstgegenstände aus dem alten Ägypten. Sie sollten über Hamburg ins Ägyptische Museum nach Berlin transportiert werden. Vor dem Hintergrund des Dramas entwickelte Spielleiter Wichert sein Szenario.

Merkwürdige Vorkommnisse

Demnach rettete der einzige Überlebende des Schiffsunglücks wenige Schätze aus den Wellen und reichte diese über Generationen weiter. Ein Urenkel des Überlebenden versteckte die wertvollen Dinge im Heizungskeller der Prosektur. Seitdem geschehen dort merkwürdige Dinge. Liegt auf den altägyptischen Artefakten ein Fluch?

In blauer Schutzkleidung und mit Sicherheitshelmen ausgestattet, betritt das fünfköpfige Team den dunklen Heizungskeller. Ab jetzt läuft der Countdown und das Team hat exakt 60 Minuten Zeit, um eine Lösung für die sonderbaren Ereignisse zu finden und so den Fluch zu brechen. Vollkommen abgeschottet von der Außenwelt, agieren die fünf Spieler prompt als Team.

Vom Eifer gepackt, sucht jeder nach Hinweisen und tastet alte Heizungsrohre, nasskalte Wände und verrostete Schrauben der echten Kulisse ab. Schnell lüften sie die ersten Hinweise und finden sich in einem Nebenraum wieder. Er ist finster und riecht modrig. Der Herzschlag der Mitspieler erhöht sich. Die Anspannung steigt und die Uhr tickt von Minute zu Minute. Auf jeden Fall gelingt es dem Fünferteam, den Fluchtraum in einer Rekordzeit zu bewältigen.

Zwei Escape Rooms in Cuxhaven

Vor 15 Jahren entstand das Konzept des „Escape Rooms“ in Japan. Es basiert auf Computerspielen, in denen eine Figur in einem virtuellen Raum gefangen gehalten wird. Der Spieler muss Gegenstände suchen und heikle Rätsel lösen, um in den nächsten Raum zu gelangen.

Der Japaner Takao Kato hat im Jahr 2007 das Spiel in die Realität umgesetzt. Seitdem ist der Fluchtraum weltweit ein riesen Erfolg. In Cuxhaven, in einem Gebäude, das früher zum Krankenhaus gehörte, sind zwei Escape Rooms eingerichtet. Die Spieler, meistens eine Gruppe von zwei bis sechs Personen, werden in einen der Räume gesperrt und müssen sich innerhalb einer Stunde wieder befreien. Hierzu müssen sie Fragen beantworten, knifflige Rätsel lösen und verschiedene Codes knacken.

Weitere Informationen unter Telefon (01 70) 4 10 32 48 oder per E-Mail an ebbeundflucht@gmx.de. Internet: www.ebbe-und-flucht.de

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

Google News

Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Hier CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinzufügen.


CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Lesen Sie auch...
Blaulicht

+ + Aus dem Polizeibericht + +

Einen berauschten Autofahrer zogen Polizeibeamte am Sonntagnachmittag in der Raiffeisenstraße in Bad Bederkesa aus dem Verkehr.

In Otterndorf

Treffen der Kreisgemeinschaft Labiau/Ostpreußen

OTTERNDORF. Mit einer Gedenkfeier am Labiauer Stein begann der zweite Tag des Treffens der Kreisgemeinschaft Labiau/Ostpreußen am Sonnabend in der Medemstadt. (sm)

Politik

Cuxland-CDU-Abgeordnete Weritz und Fühner im Interview

KREIS CUXHAVEN. Erst seit einem knappen Jahr gehören sie dem niedersächsischen Landtag in Hannover an. Von Egbert Schröder

Jahresversammlung

25 Jahre Voß-Gesellschaft: Treffen in Otterndorf

OTTERNDORF. Vor 25 Jahren wurde die Johann-Heinrich-Voß-Gesellschaft in Eutin gegründet. (red)