Freibad Oxstedt ab Pfingstsonntag wieder geöffnet - mit Corona-Regeln
CUXHAVEN/OXSTEDT. 25 Grad Wassertemperatur sind garantiert - ansonsten wird in dieser Badesaison in Oxstedt vieles anders sein. Auch hier ordnet sich alles Corona unter.
Am Pfingstsonntag öffnet das von Ehrenamtlichen betriebene BAd weider - nach einer Saisonvorbereitung, wie sie der Vorstand des Fördervereins noch nie erlebt hat.
Becken reinigen und reparieren, Grünzeug bändigen und abfahren, das Außengelände in Schuss bringen, technische Anlagen warten: All das und noch viel mehr mussten die Vorstandsmitglieder wegen der Kontaktverbote bis auf das letzte Beckenschrubben weitgehend selbst erledigen, berichtet der 1. Vorsitzende Jürgen Höpcke. Eine Knochenarbeit war das. "Wir machen das alles vor allem für die Kinder", unterstreicht der 2. Vorsitzende Jürgen Kinski.
Kein Rutschen, kein Spielen
Fans des idyllisch gelegenen Freibads, das seit 2018 aus der Biogasanlage der Oxstedter Biogas Verwaltungs GmbH beheizt wird, müssen sich allerdings auf ein Jahr einstellen, in dem alle anderen Aktivitäten verboten sind: Rutschen und Sprungbretter gesperrt, Spielsachen und Schwimmhilfen (mit Ausnahme von Schwimmflügeln) nicht zugelassen, das Volleyballnetz abgebaut. Auch Poolpartys, Freibad-Taufe oder größere Geburtstagsfeiern fallen den Corona-Regeln zum Opfer.
Der Imbisswagen, dessen Betrieb der Verein verpachtet hat, darf aber öffnen, auch im Kleinkindbecken darf geplanscht werden. Und es gibt reichlich Platz: Mit einem alten Kreidewagen vom Sportplatz werden die Ehrenamtlichen Liegeflächen auf dem Rasen markieren - vier mal vier Meter gibt es pro Besucherin und Besucher. Familien dürfen natürlich zusammenliegen; darüber hinaus immer nur Angehörige aus maximal zwei Haushalten.
Immer nur 123 Badegäste
Bei der Berechnung der zulässigen Zahl an Badegästen wurde die Beckenfläche zugrunde gelegt. Demnach dürfen immer nur 123 Personen gleichzeitig eingelassen werden. Um mehr Menschen empfangen zu können und weil eine Pause zur Mittagszeit vorgeschrieben ist, damit alles neu desinfiziert werden kann, wird es in den Ferien und an Wochenenden zwei Schichten geben (siehe Öffnungszeiten in der Zusatzinfo rechts); werktags an Schultagen ist das Bad von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Einheitspreis zwei Euro
Jahreskarten werden diesmal nicht angeboten, weil das Team den Inhabern nicht garantieren könnte, immer eingelassen zu werden. Der Eintrittspreis liegt einheitlich für alle bei zwei Euro pro Besuch - auch, um das Bezahlen so einfach wie möglich zu halten und Kontakte zu vermeiden. Kartenzahlung ist nicht möglich.
Die Dimensionen dieser strengen Beschränkungen werden deutlich, wenn Jürgen Höpcke über Tage mit bestem Badewetter spricht: "Da haben wir schon mal 500 bis 600 Gäste pro Tag im Bad." Das bedeutet zum einen, dass es zu Warteschlangen kommen kann oder Gäste abgewiesen werden müssen. Die drohende Halbierung der Gästezahlen bedeutet aber auch, dass dem Verein Einnahmen entgehen, während natürlich die Kosten weiter laufen. Umso mehr hoffen die Betreiber auf Verständnis und Solidarität - allen Umständen zum Trotz.
Teure Reparaturen
Die großen Unterhaltungsvorhaben waren bereits erledigt oder im vollen Gang, als der Corona-Lockdown kam: Die Chlorgaswarnanlage überarbeitet, Beckenfliesen ersetzt und die Pumpe gewartet. In Eigenarbeit wurde eine gebrauchte Küche ins Büro eingebaut. Lang geplant war auch die Installation der Heizungsanlage. Überraschend trat dabei ein Leitungsschaden zutage, der erst repariert werden musste.
Trainingszeiten gesichert
Jürgen Höpcke erwähnt ausdrücklich die vielen Schwimmgruppen und Vereine, die das Bad stützen und die sich ihre Trainingszeiten schon gesichert haben - so die Wasserballer des SC Neptun, die Taucher und neuerdings der ATSC. "Ganz herzlich danken möchten wir unseren Sponsoren, unserem Ortsbürgermeister Ingo Grahmann und Oberbürgermeister Uwe Santjer, die uns immer zuhören und mit Informationen versorgen. Und dem Landkreis Cuxhaven, den wir als super unkompliziert, kundenorientiert und schnell erleben", betonen Jürgen Höpcke und Jürgen Kinski.
Wenn sich alle an die Regeln hielten, seien die Chancen auf eine wieder unbeschwerte Badesaison im nächsten Jahr groß.
"Ganz dringend brauchen wir noch Leute, die bei uns mitmachen und auch bleiben", appelliert Jürgen Höpcke. Es winke zwar keine Bezahlung, aber ein toller Vereinszusammenhalt und eine sinnvolle Aufgabe, zum Beispiel an der Kasse oder als zusätzliche Kraft, um mit hinzuschauen, ob Abstände auch eingehalten würden.
Auf einen Blick
Am Pfingstsonntag startet der Badebetrieb um 10 Uhr. Dann geht es mit folgenden Öffnungszeiten weiter: Werktags an Schultagen: 14 bis 17 Uhr. In den Schulferien, an den Wochenenden und an Feiertagen gibt es zwei Badezeiten: Von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Zwischen 13 und 14 Uhr muss das Bad verlassen werden. Unter Telefon (0 47 23) 71 33 77 kann aktuell erfragt werden, ob noch Platz im Bad ist. Nur 123 Personen dürfen gleichzeitig da sein.
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