Soziale Arbeit

Freiwilligendienst im Kreis Cuxhaven

04.08.2016

LAMSTEDT. Bfd, FSJ und FÖJ sind bei jungen Menschen oft der erste Arbeitsbezug.  Von Carmen Monsees

Es gibt mehrere gute Gründe für den Freiwilligendienst: Er richtet sich an Schulabgänger, die sich nach dem Abschluss noch nicht festlegen wollen, an Menschen, die einfach etwas für die Gesellschaft tun möchten oder an jene, die herausfinden wollen, ob ein sozialer Beruf zu ihnen passt. Neben dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) bieten der Bundesfreiwilligendienst (BfD) und das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) die Möglichkeit dazu.

Institutionen und Kommunen beschäftigen Bufdis, FSJler oder FÖJler. Menso Sperling (19) aus Spieka, Jonas Hahm (18) aus Altenbruch und Ermir Milaqi (17) aus Nordholz absolvieren ein FSJ bei der Lebenshilfe Cuxhaven. „Meine Schullaufbahn ist beendet“, sagt Menso. „jetzt möchte ich Eindrücke sammeln und einen Einblick in die Arbeitswelt bekommen.“ Er sei sich unsicher, ob er sich für ein sozial-orientiertes Studium entscheiden soll. Jonas und Ermir stimmen ihm zu. Für ein FSJ im Gegensatz zum Bfd haben sich die jungen Männer entschieden, weil sie am 1. August starten konnten. „Und wir verdienen 70 Euro mehr“, betonen sie. Für Jugendliche sei das viel Geld, sagt Veronika Reher. Sie ist die Pädagogische Leitung der Lebenshilfe. Etwa 400 Euro bekomme ein FsJler. Von der Anerkennung, etwa als gefordertes Praktikum für das Studium, stehe der BfD dem FSj aber nicht nach, erklärt sie. „Mit Blick auf den Fachkräftemangel möchten wir die jungen Menschen neugierig machen für den Bereich soziale Arbeit. Das ist bei uns gelebte Unternehmensphilosophie“, verdeutlicht Reher. Als einen Bildungsauftrag versteht auch Lars Lichtenberg, seit einem Monat Leiter des Natureum Niederelbe den Freiwilligendienst. Auch er und sein Team versuchen in einem Freiwilligen Ökologischen Jahr den jungen Leuten die Bandbreite der beruflichen Tätigkeiten im Naturschutz aufzuzeigen. „Sie sind zudem wichtige Unterstützer im Team“, sagt Lichtenberg. Auch die Samtgemeinde Börde Lamstedt sucht den geeigneten Unterstützer. „Die Verwaltung möchte die Flüchtlingsarbeit intensivieren und ist vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) als Einsatzstelle im Bundesfreiwilligendienst anerkannt“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Holger Meyer. Dazu werde eine Person benötigt, die die Flüchtlingsarbeit strukturiert und zudem erster Ansprechpartner für die in der Samtgemeinde untergebrachten Asylsuchenden ist. „Wir hoffen, dass wir bis Oktober einen ‘Bufdi’ mit dem Schwerpunkt Flüchtlingsbezug gefunden haben und starten können“, so Meyer. „Der Bufdi sollte die Einsätze von einem Büro im Rathaus aus planen.“ Das Tätigkeitsfeld umfasse die Betreuung und Integration gemäß der Willkommenskultur. Gleichzeitig sei er für die Koordination der Unterbringung zuständig. Dazu zähle auch, dass er die Ausstattung in den einzelnen Wohnunterkünften im Blick habe. Der regelmäßige persönliche Kontakt zu den Flüchtlingen sei unabdingbar. Dies geschehe in der Begleitung bei Behördengängen, Fahrdiensten, Teilnahme am Arbeitskreis, sowie schulischer und Sprachkurs-Begleitung. Momentan seien in der Samtgemeinde 67 Flüchtlinge untergebracht, so Meyer. Die Asylbewerber teilten sich auf die Ortschaften Abbenseth (fünf Flüchtlinge) und Lamstedt (62 Flüchtlinge). Um die festgelegte Quote von 40 Asylbewerbern von Januar bis September 2016 zu erfüllen, kämen am 4. August weitere zwei Familien aus dem Irak (acht Personen) nach Lamstedt.

Bufdi gesucht

Samtgemeinde Börde Lamstedt Schützenstraße 20, 21769 Lamstedt. Wer Interesse hat, sollte sich bei Ordnungsamtsleiter Frank Springer, Telefon (0 47 73) 89 91 00, melden.

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